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Sportplatz an der Falladastraße gesperrt

Greifswald Sportplatz an der Falladastraße gesperrt

In die Anlage der Universität wurde seit Jahren nicht investiert / Studenten reagieren verärgert

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Diese Schilder gelten für das gesamte Areal. Der Platz ist zu wellig und zu rutschig für den Sport geworden. Fotomontage: Peter Binder

Greifswald. Der miese Zustand des Heinrich-Range-Sportplatzes in der Falladastraße ist seit Jahren bekannt. Unternommen wurde nichts. Letzte Woche gab es die Quittung: Die Universität als Eigentümer sperrte den Platz, weil akute Unfallgefahr bestehe.

„Auf der Laufbahn wellt sich an mehreren Stellen der Kunststoffbelag so stark, dass Läufer stolpern oder stürzen können. Ähnlich ist die Situation auf den Spielflächen. Dort besteht bereits bei wenig Feuchtigkeit extreme Rutschgefahr. Auch ist die Rasenfläche derzeit so uneben, dass sie für Ballsportarten nicht geeignet ist“, heißt es in einer Mitteilung der Uni.

Der Allgemeine Studierendenausschuss reagiert verärgert. „Der Hochschulsport mit seinem breiten Angebot ist ein weicher Standortfaktor“, sagt Sprecherin Anna-Lou Beckmann. Es müsse schnell eine Lösung für die Wiederinbetriebnahme geben. Pikant: Die Besichtigung des Sportplatzes erfolgte nach einem Gespräch der studentischen Senatoren mit dem Rektorat. Sie hatten in diesem auf den desolaten Zustand des Geländes aufmerksam gemacht und um Veränderungen gebeten. Sachverständige hätten daraufhin den Platz besichtigt und gesperrt, so Beckmann.

Nachdem es in den vergangenen Jahren immer wieder hieß, es sei kein Geld für den Platz vorhanden, wird die Hochschule nun aktiv. Fachfirmen werden die Schäden begutachten und Schätzungen für Reparaturkosten liefern. „Außerdem sollen die Grünflächen des Sportplatzes schnellstmöglich wieder in einen vernünftigen Zustand gebracht werden.“ Ziel sei es, den „Sportplatz für den Hochschulsport rasch wieder freigeben zu können“, heißt es.

Linken-Politiker Peter Multhauf, ehemaliger Vorsitzender des Sportausschusses der Bürgerschaft, findet die Verschleppung des Problems durch die Uni skandalös. Das Sinken der Studentenzahl unter 10

000 (die OZ berichtete) sollte die Hochschule daran erinnern, wie wichtig gerade weiche Faktoren wie Sport und Kultur für Greifswald seien. Vollversammlungen der Studenten haben in den vergangenen Jahren wiederholt Geld für Sportstätten und Studentenklubs bewilligt. Die Sanierungskosten für den Heinrich-Range-Platz sind allerdings sehr hoch. 2013 wurden sie auf über eine Million Euro geschätzt.

„Als ehemaliger Student und Mitarbeiter der Universität tut es mir weh, wie über Jahre hinweg eine der modernsten Leichtathletikanlagen im Nordosten Deutschlands heruntergewirtschaftet wird und verkommt“, kommentiert Bernt Petschaelis, der Vorsitzende des Greifswalder Sportbundes. Früher fand auf dem Rangeplatz sogar Sport der Kollwitzgrundschule statt, erinnert der ehemalige Schulverwaltungsamtsleiter Petschaelis. Das sei wegen Unfallgefahr untersagt worden. Dabei benötige die Uni nicht weniger, sondern mehr Sportstätten, ist Petschaelis überzeugt. Ausweichmöglichkeiten für die Studenten gebe es in der Stadt nicht.

„Die Universität sollte endlich intensiv über die Umwandlung des Hochschulsports in einen Verein nachdenken“, fordert Petschaelis. „Den gibt es zum Beispiel in Jena. Wir als Stadtsportbund waren deshalb im Januar bei Unikanzler Wolfgang Flieger.“ Ein Verein könnte die Fördermöglichkeiten des Landes und Kreises für Sportstätten nutzen. Außerdem müsste dieser weniger als die Uni für die Nutzung kommunaler Sportstätten zahlen. Das gesparte Geld stünde für andere Zwecke zur Verfügung.

Der Unisportplatz

1904 wurde der Turn- und Spielplatz an der Carlstraße (jetzt Falladastraße) eingeweiht. Er wurde in den 1950er umgestaltet, 1963 kam eine Kleinspielfläche hinzu und Mitte der 1970er Jahre erfolgte eine komplette Umgestaltung mit Anlage der 400-Meter-Rundbahn. Die Universität erhielt den einzigen Tartanplatz einer DDR-Hochschule. Der Hersteller wollte das Material testen. 1994 erhielt der Platz den Namen des „Turnvaters Pommerns“, Heinrich Range zu dessen 100. Todestag.

Eckhard Oberdörfer

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