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Stadt muss am Wohlfühlfaktor für Radler arbeiten

Greifswald Stadt muss am Wohlfühlfaktor für Radler arbeiten

Kritik an hohen Diebstahlzahlen oder an der Rad-Mitnahme in Bussen wird bleiben.

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Das Fahrradfahren war in dieser Woche in Greifswald nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Der Winterdienst auf Radwegen bekam in der ADFC-Studie nur die Schulnote 4.

Quelle: Kai Lachmann

Greifswald. Die Hansestadt erzielt im Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ein befriedigendes Ergebnis. Gesamtnote: 3,3. Im vergangenen Jahr hatte der Club deutschlandweit Daten erhoben, die Auskunft darüber geben, wie wohl sich Radfahrer in den Städten fühlen. Im Vergleich der Städte bis 100 000 Einwohner landet Greifswald bundesweit auf Platz 39, in MV hinter Waren (Müritz) auf Platz zwei (die OZ berichtete).

„Das zeigt, dass die Greifswalder Fahrradfahrer mit den Bedingungen nicht unzufrieden sind, auch wenn noch Raum für Verbesserungen bleibt“, bewertet Bau- und Umweltsenator Jörg Hochheim (CDU) die Ergebnisse, die in dieser Woche im Rathaus vorgestellt wurden. Die Hansestadt punktet bei der Erreichbarkeit des Stadtzentrums, den für Fahrradfahrern geöffneten Einbahnstraßen und in der Rubrik „Alle fahren Fahrrad“. In diesen Kategorien gibt es die Schulnote „Eins Minus“.

Die größten Kritikpunkte der 850 Studien-Teilnehmer aus Greifswald: Diebstahl von Rädern (Note 5-), Möglichkeiten, das Rad in öffentlichen Verkehrsmitteln (ÖPNV) mitzunehmen (4-) und Räder auszuleihen (4). Und diese Mängel werden erstmal bleiben.

„Die geplante Errichtung eines Fahrradparkhauses am Bahnhof, mit der sich möglicherweise die Anzahl der Fahrraddiebstähle (2011 waren es fast 1150 — Anm. d. Red.) verringern ließe, konnte wegen des Fehlens notwendiger Fördermittel noch nicht umgesetzt werden“, so Hochheim. Zusätzlich fehle ein „tragfähiges Betreiberkonzept“. Hier hatte sich der ADFC gewünscht, eine Abstell- und Leihstation mit Gaststätte, Reparatur-Service, Pump- und Auflademöglichkeiten für Elektroräder und Info-Punkt für Radtouristen zu bauen. „Das würde Greifswald gut tun“, sagt Steffen Burkhardt vom Landesvorsitz des ADFC.

Auch die Mitnahme von Rädern in Bussen wird schwer umzusetzen sein, da zahlreiche Fahrgäste mit Rollatoren und Rollstühlen auf den ÖPNV angewiesen sind und aus Platzgründen in den Bussen „ein erhebliches Konfliktpotential“ bestehe, gibt Hochheim zu bedenken. Außerdem sei der Landkreis dafür zuständig.

Einzig die Ausleihe wird sich noch in diesem Jahr verbessern. Die Firma „UsedomRad“ plant, drei Stationen in Greifswald zu bauen — am Bahnhof, auf dem Markt und in Wieck (die OZ berichtete).

Steffen Burkhardt reicht das nicht aus, um das Klima in Greifswald für Radler zu verbessern. Ihm schweben — neben der Diagonalquerung — weitere Projekte vor. Beispielsweise die Aufpflasterung der Rathenaustraße an der Kreuzung zur Pappelallee. „So könnten Radler schneller die Straße überqueren.“ Oder ein Kreisel am Ende der Pappelallee. Dabei bleibt Burkhardt realistisch: „Bis davon etwas umgesetzt wird, vergehen Jahre.“

Fahrradklima-Test

1988 erhob der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) erstmals Daten zum Fahrradklima in deutschen Großstädten.
4000 Radler nahmen teil.

2012 gaben rund 80 000 Teilnehmer ihre Einschätzungen zum Fahrradklima in ihrer jeweiligen Stadt ab. Laut Thomas

Böhmer vom ADCF soll diese Zahl

bei der nächsten Umfrage verdreifacht werden.

Kai Lachmann

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