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Greifswald Stadtjugendring bangt um Finanzierung
Vorpommern Greifswald Stadtjugendring bangt um Finanzierung
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07:54 08.11.2016
Graffitiworkshop im Jugendzentrum Klex: Künstler Steffen Wegner (l.) zeigt Eileen Petra, Aija, Sahra und Maja Sophie, wie man sprayt. Quelle: Binder

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald fordert eine Neuorganisation der freien Jugendsozialarbeit in Vorpommern-Greifswald. Nach Vorstellungen der Verwaltung sollen der Greifswalder Stadtjugendring und der Kreisjugendring Vorpommern-Greifswald bis 2018 fusionieren. Das teilt Kreissprecherin Anke Radlof mit. „Ob eine Fusion zustande kommt, ist derzeit nicht absehbar, aber aus Sicht des Kreises wünschenswert“, sagt Radlof.

Eine Zentralisierung geht in die falsche Rich- tung. Die Leute brauchen ihre Kontaktpersonen dort, wo sie auch leben.“Mignon Schwenke, Linke, Sozialausschuss

Eine engere Zusammenarbeit ja, Fusion nein – so ist das bisherige Votum des Stadtjugendrings Greifswald. „Wir haben unsere Mitgliedsvereine befragt. 75 Prozent lehnen eine Fusion ab“, sagt Tino Höfert, jugendpolitischer Koordinator beim Stadtjugendring. Der Stadtjugendring ist nicht nur Träger des Jugendzentrums Klex in der Langen Straße, sondern auch Dachorganisation für 23 Initiativen und Vereine. „Wir sehen uns als Informations- und Netzwerkpartner“, sagt Höfert. Der Stadtjugendring ist nicht nur Ansprechpartner für die Vereine vor Ort, zum Beispiel für die Beratung zu Fördermittelanträgen, sondern organisiert auch Weiterbildungen und mischt in der Politik mit. „Wir haben beim Stadtentwicklungskonzept mitgearbeitet und haben einen beratenden Sitz im Sozialausschuss der Bürgerschaft“, sagt Höfert. Vergleichbare Strukturen gebe es beim Kreisjugendring nicht.

Hintergrund: Im ehemaligen Landkreis Ostvorpommern existierte kein Jugendring. Nach der Kreisgebietsreform 2011 wurde der Jugendring aus dem ehemaligen Uecker-Randow-Bereich auf den gesamten Kreis ausgedehnt. „Bis heute gibt es aber nur sehr wenige Mitgliedsvereine in Ostvorpommern, auf der Insel Usedom gar keine“, weiß Höfert. Gleiches gilt für die Ämter Tutow-Jarmen und Peenetal-Loitz. Er sieht hier großen Entwicklungsbedarf. Gleichzeitig dürften jedoch nicht die Strukturen in der Hansestadt gefährdet werden.

Dem stimmt Mignon Schwenke (Linke), Vorsitzende des Sozialausschusses der Bürgerschaft, zu. „Eine Zentralisierung geht völlig in die falsche Richtung. Die Leute brauchen ihre Kontaktpersonen dort, wo sie auch leben“, sagt Schwenke. „Es muss in Greifswald auch künftig einen festen Ansprechpartner für die Vereine geben.“ Eine Fusion kann sie sich vorstellen, wenn garantiert ist, dass es weiter eine hauptamtliche Stelle in Greifswald gibt.

Das jedoch nach einer Fusion durchzusetzen, ist gar nicht so leicht, wie bereits die 90 Sportvereine der Hansestadt erlebt haben. Der Kreissportbund hat längst die ehemaligen Aufgaben des Stadtsportbundes übernommen. Mittlerweile bekommt nur noch der Kreissportbund finanzielle Mittel, der Stadtsportbund arbeitet komplett ehrenamtlich. Die Greifswalder kämpften monatelang dafür, dass die Geschäftsstelle des Kreissportbundes in Greifswald erhalten bleibt. Doch die Mehrheit im Vorstand entschied anders. Problem: Auf Kreisebene haben die Vertreter aus Greifswald keine Mehrheit. Seit September hat der Kreissportbund seinen Sitz in Anklam. Eine solche Entwicklung wollen der Stadtjugendring und die Vorsitzende des Sozialausschusses im Sozialbereich auf jeden Fall verhindern.

„Bei unserer Mitgliederversammlung im November wollen wir den Grundsatzbeschluss verabschieden, dass die Eigenständigkeit erhalten bleiben soll“, sagt Höfert. In diesem Fall muss der Stadtjugendring auf Verständnis beim Kreis hoffen. Wenn dieser sich entscheiden sollte, ab 2018 nur noch den Kreisjugendring finanziell zu fördern, klafft im Haushalt des Stadtjugendrings eine Finanzlücke von 21

560 Euro pro Jahr. Soweit soll es jedoch auf keinen Fall kommen. Stadtsprecherin Andrea Reimann: „Wir gehen davon aus, dass eine einvernehmliche Lösung gefunden wird, die zu keiner Benachteiligung der Stadt Greifswald führen wird.“

Schlechte Bedingungen in der Sozialarbeit

Stellen in der freien Jugendsozialarbeit sind häufig mit schlechten Arbeitsbedingungen verknüpft. Die Arbeitsverträge sind in der Regel auf ein Jahr befristet oder an Projektmittel gebunden.

Der Vertrag von Tino Höfert als Mitarbeiter des Stadtjugendringes beispielsweise endet am 31. Dezember. Vorsorglich muss sich der junge Mann arbeitsuchend melden, obwohl er fest davon ausgeht, dass er seinen Job behält. Abhängig ist das davon, ob die Haushalte der Stadt und des Landkreises vom Schweriner Innenministerium bewilligt werden. Wie Tino Höfert geht es übrigens auch den Schulsozialarbeitern und vielen Mitarbeitern von Vereinen die in dem Bereich tätig sind, etwa Öffnung der Schulen, Deutscher Kinderschutzbund oder De Käwer.

Wer hingegen beim Landkreis im Bereich Hilfen der Erziehung angestellt ist, kann sich über bessere Bedingungen freuen. Dort gelten unbefristete Verträge, die nach dem öffentlichen Tarif vergütet werden.

Stadtjugendring

23 Vereine sind Mitglied im Stadtjugendring. Hierzu zählen unter anderem das Blasorchester Greifswald, De Käwer, die Elterninitiative Sonnenköppe, Jugendmedien Greifswald, die Kunstwerkstätten und der Schachverein Gryps. Der Stadtjugendring ist zudem Träger des Jugendzentrums Klex in der Langen Straße.

Hauptamtliche Mitarbeiter des Stadtjugendrings sind Yvonne Görs als Jugendsozialarbeiterin im Klex, Tino Höfert als jugendpolitischer Koordinator, ein Mitarbeiter aus dem Bundesfreiwilligendienst und ein Hausmeister.

21555 Euro zahlt der Kreis nach Angaben von Kreissprecherin Anke Radlof pro Jahr für den Stadtjugendring. Mit 30000 Euro unterstützt der Kreis die Arbeit des Kreisjugendringes. Ab 2018 soll es eine einheitliche Förderstruktur geben.

55 190 Euro gibt die Hansestadt Greifswald für den Stadtjugendring aus. Das teilt Stadtjugendring-Mitarbeiter Tino Höfert mit. Abgedeckt werden damit neben den Personalkosten auch die Betriebs- und Sachkosten für das Jugendzentrum Klex.

Katharina Degrassi

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