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Stadtwette: 500 Lebensretter müssen zeitgleich üben

Greifswald Stadtwette: 500 Lebensretter müssen zeitgleich üben

Am Sonnabend ist Aktionstag zur Wiederbelebung auf dem Markt / Paralympic-Sportlerin Lindy Ave hofft als Wettpatin auf hunderte Teilnehmer / Startschuss 12 Uhr

Greifswald. . Prof. Klaus Hahnenkamp, Direktor der Klinik für Anästhesiologie an der Unimedizin Greifswald, hat eine Macke, das gibt er unumwunden zu. Aber es ist eine lebensrettende Macke: Der erfahrene Mediziner möchte noch mehr Greifswalder in der Wiederbelebung schulen – mit einer ungewöhnlichen Aktion an diesem Sonnabend auf dem Markt.

Im vergangenen Jahr hatte Hahnenkamp mehr als 800 Erwachsene, Kinder und Jugendliche für die erste Lebensretteraktion auf dem Marktplatz zusammengetrommelt. 500 von ihnen trainierten zeitgleich an Puppen die Wiederbelebung. In diesem Jahr hat Hahnenkamp 1000 Puppen und 40 geschulte Helfer organisiert – und hofft auf einen neuen Rekord. Ziel der Aktion sei es, möglichen Ersthelfern die Angst vor der Herzdruckmassage zu nehmen.

„Das richtige Verhalten im Notfall kann man nicht oft genug üben“, betont der Arzt. Die Veranstaltung ist eingebettet in die Woche der Wiederbelebung. Von 11 bis 13 Uhr laden die Unimedizin und der Landkreis Vorpommern-Greifswald dazu ein. Mit dabei sind OB Stefan Fassbinder (Grüne), der Sozialdezernent des Kreises, Dirk Scheer (parteilos), und die erfolgreiche Greifswalder Paralympic-Teilnehmerin Lindy Ave. Die 18-jährige Leichtathletin, die mit vorderen Platzierungen aus Rio de Janeiro zurückgekehrt ist, wird Patin für die Stadtwette. Um diese zu gewinnen, müssen um 12 Uhr 500 Personen gleichzeitig zur Simulationswiederbelebung antreten. Die Universitätsmedizin steuert dann 500 Euro zum Projekt „Patenschaft Paralympics 2016-2020“ bei.

Da sonnabends viele Greifswalder shoppen gehen und der Markplatz von zahlreichen Stadtbummlern überquert wird, ist es für den Cheforganisator der ideale Ort für die höchstmögliche Aufmerksamkeit. Mit seinem Team wirbt Hahnenkamp auch an Schulen, in Vereinen und Firmen für lebensrettende Maßnahmen. Gestern etwa übte er in den Deutschen Ölwerken Lubmin mit dem Geschäftsführer André Westphal und dessen Mitarbeitern. 14 davon sind am Sonnabend dabei, sogar mit extra Shirts. „Die Menschen müssen sich mit dem Thema auseinandersetzen, weil es jederzeit passieren kann, dass sie zum Lebensretter werden müssen“, sagt Hahnenkamp. Immerhin seien Herz-Kreislauf-Krankheiten und Herzinfarkte in Europa die führende Todesursache, 47 Prozent der Fälle machten sie aus. „Zügiges Handeln ist beim Herzstillstand gefragt, um die Blut- und Sauerstoffzufuhr zum Gehirn schnell wiederherzustellen und Langzeitschäden oder gar den Tod zu verhindern“, sagt er. Im Ernstfall gilt der rettende Dreiklang „prüfen, rufen, drücken“: Zunächst muss geprüft werden, ob der Betroffene noch ansprechbar ist und atmet. In einem zweiten Schritt muss der Notruf 112 gewählt werden. Bis zum Eintreffen des Rettungswagens muss eine Herzdruckmassage vorgenommen werden – fest und schnell in der Mitte des Brustkorbs, mindestens 100 Mal pro Minute. „Wenn so was schon mal an einer Reanimationspuppe geübt wurde, hilft das sehr“, sagt Hahnenkamp. Eine Mund-zu-Mund-Beatmung sei nicht mehr nötig.

Der Aktionstag am Sonnabend bietet auch ein buntes Programm für Familien und wird von Unternehmen unterstützt. Zu den Angeboten gehören Hüpfburg, Clown, Kinderschminkstand und Tombola. Die Hauptpreise sind Übernachtungen für zwei Personen im neuen Kaiserstrand Beachhotel Bansin auf Usedom sowie im Hanse City Boarding House in Greifswald.

Cornelia Meerkatz

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