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Greifswald Startet Neuenkirchen neuen Fusionsanlauf?
Vorpommern Greifswald Startet Neuenkirchen neuen Fusionsanlauf?
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06:00 08.09.2018
Frank Weichbrodt, Bürgermeister von Neuenkirchen, hofft trotz des Negativvotum des Bürgerentscheids auf einen weiteren Fusionsanlauf. Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald/Neuenkirchen

Nach dem Bürgerentscheid in Neuenkirchen hofft Bürgermeister Frank Weichbrodt darauf, die Einwohner seiner Gemeinde doch noch von der Notwendigkeit einer Fusion überzeugen zu können. Die Mehrheit der Neuenkirchener hatte sich beim Entscheid vor zwei Wochen dafür ausgesprochen, der Beschluss der Gemeindevertreter über die Fusion zur Großgemeinde Landhagen müsse aufgehoben werden. „Das ist so erfolgt“, sagt Weichbrodt. „Wir haben das Ergebnis des Bürgerentscheids als Aufforderung verstanden, andere Optionen zu prüfen“, so Weichbrodt weiter.

Eine Option könnte aus seiner Sicht die Fusion mit den benachbarten Gemeinden Mesekenhagen, Wackerow, Levenhagen und der Gemeinde Dargelin sein. Die dortigen Vertreter saßen bereits für ein erstes Gespräch gemeinsam am Tisch. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt schließen wir lediglich eine Fusion mit Greifswald komplett aus“, sagt Weichbrodt. Die Vertreter des Hauptausschusses haben bereits einstimmig beschlossen, einen zweiten Fusionsanlauf zu starten. „Das endgültige Votum liegt bei der Gemeindevertretersitzung“, sagt Weichbrodt. „Zunächst müssen wir es schaffen, alle zu überzeugen.“ Die nächste Sitzung findet am 25. September statt. Auch eine Einwohnerversammlung soll stattfinden, um die Beweggründe zu erklären sowie die Sorgen der Anwohner zu hören.

Weichbrodt räumt ein, dass es ihm offenbar nicht gelungen ist, den Einwohner zu verdeutlichen, warum eine Fusion aus seiner Sicht dringend erforderlich ist. „Die Herausforderungen werden immer komplexer. Als Feierabendpolitiker im Ehrenamt schafft man das nicht“, sagt Weichbrodt. Er würde es begrüßen, wenn sich ein hauptamtlicher Bürgermeister um die Geschicke einer größeren Gemeinde kümmern kann. „Wenn wir einen Defibrilator im Wert von 1000 Euro bestellen wollen, müssen wir etliche Förderanträge und Papiere ausfüllen, müssen erklären, warum wir ein Outdoor- statt Indoorgerät möchten. Das ist extrem zeitaufwändig und kompliziert“, sagt Weichbrodt. Als weiteres Beispiel führt er den Hort in Neuenkirchen an: „Den nutzen auch Kinder aus Wackerow und Mesekenhagen. Es ist aber ausschließlich die Aufgabe Neuenkirchens, eine Lösung für die fehlenden Plätze zu finden und gegebenenfalls einen Anbau zu finanzieren“, sagt Weichbrodt. Solche Dinge seien in größeren Einheiten viel leichter zu regeln.

Ralf Peters gehört zu den drei Männern der Neuenkirchener Initiative, die den Bürgerentscheid angestoßen hatten. Er betont, dass das vorrangige Ziel sei, eine detaillierte Analyse der Ist-Situation und der Optionen vorzunehmen, bevor irgendwelche Entscheidungen getroffen werden. „Nach meinem derzeitigen Kenntnisstand liegen mir keine Informationen vor, aus denen ersichtlich ist, warum eine Fusion erforderlich ist“, sagt Peters.

Jürgen Schönwandt, der Fusionsbeauftragte des Landes für den Landkreis Vorpommern-Greifswald sagt: „Im Verbund ist es leichter als alleine.“ Er räumt jedoch ein, dass es auch ihm nicht gelungen sei, den Bürgern die Vorteile einer Fusion aufzuzeigen. Ein Problem: „Es interessiert die Leute nicht, wenn etwas beschlossen wird, sondern immer erst dann, wenn es ihnen ans Portemonnaie geht. Und das ist manchmal fünf Jahre später.“ Diese Erfahrung musste auch Weichbrodt machen. „Wir haben uns zwei Jahre lang intensiv mit dem Thema Großgemeinde beschäftigt. Zu den Sitzungen kam kaum jemand. Jetzt sind viele ganz überrascht“, so Weichbrodt, „auch davon, dass die Gemeinde Finanzsorgen hat. Wir haben ein Minus von etwa 300.000 Euro, wenn wir alle geplanten Investitionen umsetzen.“ Seit Jahren könne die Gemeinde nur dann Maßnahmen wie die Sanierung der Straße in Wampen umsesetzen, wenn Neuenkirchen den Eigenanteil durch Maßnahmen wie den Verkauf eines Grundstückes finanziert. „Das geht auf Dauer nicht gut“, sagt Bürgermeister Weichbrodt.

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