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Steinbrück fordert bezahlbaren Wohnraum für Studenten

SPD-Kanzlerkandidat in Greifswald: Stippvisite im Wohnheim Makarenkostraße und in der neuen Mensa Steinbrück fordert bezahlbaren Wohnraum für Studenten

Stadt der hohen Mieten: 350 Euro im Monat bezeichnet der Politiker als „dramatisch“.

Greifswald. Makarenkostraße, gestern Vormittag, 11 Uhr. Peer Steinbrück betritt das schäbigste Studentenwohnheim der Stadt. Der SPD-Kanzlerkandidat widmet sich auf seiner Wahlkampftour durch Mecklenburg-Vorpommern verstärkt den Themen Mieten und Wohnen. Ihm folgt eine 40-köpfigen Menschentraube bestehend aus Journalisten, Lokalpolitikern, Vertretern der Universität und Studenten durchs enge Treppenhaus nach oben. In einer Wohnung schaut er sich die Gemeinschaftsküche und ein WG-Zimmer an.

Steinbrück kommt mit den Studenten ins Gespräch. Er erfährt, dass nur acht Prozent der Greifswalder Hochschüler in Wohnheimen des Studentenwerks leben. Die restlichen 92 Prozent sind darauf angewiesen, auf dem freien Markt Unterkünfte zu bekommen. Das führt dazu, dass für kleine Wohnungen monatlich schon mal 350 Euro zu zahlen sind. „Dramatisch“ nennt Steinbrück solche hohen Mieten.

„Bezahlbarer Wohnraum für Studenten ist genauso wichtig wie für sozial Schwache“, so sein Fazit. Er selbst hat zu seiner Studienzeit vor 40 Jahren noch 150 D-Mark für ein WG-Zimmer in Kiel gezahlt — „in einer riesigen Altbauwohnung“, wie er erzählt.

Die Geschäftsführerin des Studentenwerkes, Cornelia Wolf-Körnert, hatte Steinbrück nach Greifswald eingeladen. Sie macht deutlich, dass nur mit einer öffentlichen Förderung Wohnheime mit günstigen Mieten gebaut und saniert werden könnten. Ohne diese Unterstützung würde es bei dringenden Grundsanierungen zu erheblichen Mietsteigerungen kommen müssen. Wolf-Körnert betont, dass gerade ausländische Studenten darauf angewiesen seien, ein preiswertes, möbliertes Zimmer in Studentenwohnheimen zu erhalten. Die SPD, so Steinbrück, sehe bundesweit einen Bedarf von 25 000 neuen, studentischen Wohnungen. Allerdings könne der Bund ein solches Paket und weitere Investitionen in die Bildung nicht allein bewältigen. Die Länder müssten sich in angemessener Weise beteiligen.

Auch die Integration ausländischer Studierender kommt zur Sprache. „Ich fühle mich ausgegrenzt und bin von Deutschland sehr enttäuscht“, klagt ein Student sein Leid. Eine individuell bessere Integration könne er „nicht per Gesetz herbeidekretieren“, entgegnet Steinbrück und verweist auf die SPD-Wahlkreiskandidatin Sonja Steffen als Ansprechpartnerin.

Beim Mittagessen in der neuen Mensa plaudert Steinbrück mit Studenten über Wahlkampfthemen wie Mindestlohn oder Bürgerbeteiligung. Auch Privates lässt er nicht aus und spricht über familiäre Bindungen nach MV und dass er gerne Urlaub auf der Insel Usedom mache — zuletzt 2007.

Kai Lachmann und Martina Rathke

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