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Stipendiat erforscht Leibeigenschaft in Europa

Greifswald Stipendiat erforscht Leibeigenschaft in Europa

Marten Seppel aus Estland interessieren Ideen und Ideologien aus dem 16. bis ins 18. Jahrhundert / Professor bleibt ein Jahr

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Stipendiat Marten Seppel.

Quelle: Foto: Magnus Schult

Greifswald. Der estnische Wissenschaftler Prof. Dr. Marten Seppel hat im Januar einen einjährigen Forschungsaufenthalt an der Universität Greifswald begonnen. Im Rahmen eines Humboldt-Forschungsstipendiums für erfahrene Wissenschaftler ist er bei Prof. Michael North am Historischen Institut zu Gast. Er forscht zum Thema „Leibeigenschaft im frühneuzeitlichen Europa“.

55 Nobelpreisträger

Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung ermöglicht jährlich über 2000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 28000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 55 Nobelpreisträger.

Professor Seppel ist Assoziierter Professor für frühneuzeitliche Geschichte an der Universität Tartu in Estland. Nach seinem Geschichtsstudium in Tartu und Cambridge hat er in Estland promoviert. Im Anschluss führten ihn Gastaufenthalte als Wissenschaftler und Postdoktorand nach Göttingen, Konstanz, London und Schweden. An der Universität Tartu war Marten Seppel mehrere Jahre als Lektor für neuere Geschichte tätig. Dort wurde ihm 2015 der Titel Associate Professor verliehen. Seine Forschungsschwerpunkte sind die ostelbische Leibeigenschaft und Gutswirtschaft in der frühen Neuzeit, Hungersnöte in Nordeuropa und Aspekte der frühneuzeitlichen Staatsbildung wie zum Beispiel Kameralismus, Medizin, Hungerhilfe oder Agrarpolitik.

Das Humboldt-Forschungsstipendium für erfahrene Wissenschaftler ermöglicht hoch qualifizierten, promovierten ausländischen Nachwuchswissenschaftlern, ein Forschungsvorhaben eigener Wahl in Deutschland durchzuführen. Professor Seppel wird während seines Forschungsaufenthalts eine Wahrnehmungsgeschichte der Leibeigenschaft verfassen. Dafür wird er die Ideen und Ideologien der Leibeigenschaft und deren Verbreitung im Zeitraum 16. bis 18. Jahrhundert untersuchen. Im Mittelpunkt seiner Studie stehen die administrativen und öffentlichen Debatten über Leibeigenschaft in den Regionen am südlichen und östlichen Rand der Ostsee von Pommern über Ostpreußen und Livland bis nach Russland.

Enge Kontakte zwischen Professor North vom Historischen Institut und Wissenschaftlern aus Tartu waren ausschlaggebend für Professor Seppels Entscheidung, die Universität Greifswald als Forschungsstätte auszuwählen. „Professor North verfügt über umfangreiche Expertise im Bereich der ostelbischen Gutswirtschaft. Daher war es für mich ein logischer Schritt, ihn zu kontaktieren, als ich mich für das Humboldt-Stipendium beworben habe“, begründet er seine Wahl.

Auch die Archive und Bibliotheken in Greifswald und Umgebung bieten ihm gute Bedingungen zum Erfassen und Analysieren des Quellenmaterials. Gleichzeitig genießt er das Arbeiten in einer kleinen Stadt: „Ich fühle mich hier sehr heimisch. Greifswald ist ruhig im besten Sinne. Die Stadt erinnert mich an die schönsten Plätze in meiner Heimatstadt Tallinn sowie in Tartu, wo ich 20 Jahre gelebt habe.“

Das Historische Institut heißt seinen Gast willkommen und freut sich auf spannende Impulse für die Forschung. „Wir sind stolz, dass mit Herrn Professor Seppel ein weiterer international ausgewiesener Spitzenforscher das Historische Institut in Greifswald für seinen Humboldt-Forschungsaufenthalt gewählt hat. Dies zeigt, dass wir international wahrgenommen werden“, sagt Gastgeber North.

OZ

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