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Greifswald Stipendium sei Dank: Lernen statt Arbeiten
Vorpommern Greifswald Stipendium sei Dank: Lernen statt Arbeiten
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04:02 16.07.2013
Christopher Bilz (23), Jurastudent im achten Semester, bekommt das Stipendium schon im zweiten Jahr und kann sich voll und ganz aufs Studieren konzentrieren. Quelle: Fotos: Kai Lachmann

In der Examensvorbereitung muss man echt viel lernen, meint Christopher Bilz. Dabei steht das Examen des Jurastudenten erst im April 2014 an. Bis dahin wird der 23-Jährige wohl einen Großteil seines Alltages in der Bibliothek verbringen — und kann es sich leisten. Denn neben dem Studium muss er nicht arbeiten. Der Grund: Er bekommt ein Deutschlandstipendium in Höhe von 300 Euro im Monat. „Schon im zweiten Jahr“, sagt der Greifswalder. „Ich muss nicht nebenher arbeiten und konnte mir einen kostenpflichtigen Fachsprachenkurs Englisch leisten.“

Die Summe des Stipendiums setzt sich aus zwei Hälften zusammen. 50 Prozent geben ein privater Förderer, ein Unternehmen oder eine Stiftung. Den Rest schießt der Staat zu, genauer gesagt: das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Hochschule übernimmt die Aufgabe, Förderer einzuwerben und organisiert die Auswahl der Studierenden, die die Förderung in der Regel zwölf Monate lang erhalten — eine Verlängerung um ein weiteres Jahr wie bei Christopher Bilz ist möglich. Wer fördern will, aber keine 1800 Euro pro Jahr dafür parat hat, kann auch einen geringeren Betrag an den Greifswalder Universitätsclub überweisen. Dort werden die einzelnen Zuwendungen so lange gesammelt, bis wieder ein Stipendium voll ist.

2012 bewarben sich rund 100 Studenten. Eine Kommission trifft die Auswahl, die Förderer können einen „beratenden Einfluss“ geltend machen. „Einige teilen mit, für welche Studienfächer sie Geld geben“, sagt Jan Meßerschmidt von der Pressestelle der Greifswalder Universität. „Es gibt aber auch welche, die keine Präferenzen angeben — zur Zeit bislang zwölf.“

In diesem Jahr vergibt die hiesige Hochschule — wie in den beiden Jahren zuvor — etwas mehr als 30 Stipendien. Bis zum 2. August können sich Studierende darum bewerben. Zu den Auswahlkriterien zählen unter anderem die bisher erbrachten Leistungen. Auch schulische, das heißt: Erstsemester können sich ebenso bewerben wie Studenten eines höheren Fachsemesters. Außerdem kommt es aufs außerfachliche Engagement an — ehrenamtliche Tätigkeiten oder politische und gesellschaftliche Aktivitäten. Berücksichtigt wird zusätzlich die familiäre Situation, in der zum Beispiel die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger oder der Alltag als Alleinerziehender eine Rolle spielt.

Hinter dem Konzept des Deutschlandstipendiums, das bundesweit seit 2011 vergeben wird, steht die Idee, Wirtschaft und Wissenschaft zueinander zu bringen. „Deshalb“, sagt Jan Meßerschmidt, „wird es bei der Übergabe im Oktober einen Empfang geben, bei dem sich Förderer und Geförderte auch persönlich kennenlernen können.“

So wird in Greifswald gestiftet
Als Stifter wurden in diesem Jahr bereits folgende Unternehmen und Institutionen gewonnen:

Die Alfried Krupp von Bohlen und

Halbach-Stiftung,

die Central European Petroleum,

die Deutsche Kreditbank AG,

das Gesundheitszentrum Greifswald,

das Kreiskrankenhaus Wolgast,

der Lions Förderverein Greifswald, Hardtke, Svensson & Partner, Rechtsanwälte und Steuerberater,

die Riemser Arzneimittel AG,

die SWS Telnet GmbH, die zur Unternehmensgruppe der Stadtwerke

Stralsund gehört,

die Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft

sowie die Peter-Warschow-Sammelstiftung.

Hinzu kommen mehrere Privatpersonen, die nicht öffentlich genannt werden wollen.

Wer Interesse hat, sich im Rahmen des Deutschlandstipediums finanziell zu engagieren, kann sich an die Universität Greifswald wenden.


Stabstelle Berufungen und

Stipendien, Stefanie Voigt

☎ 038 34 / 86 13 44

Kai Lachmann

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