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Greifswald Stolpes einzigartige Konzerthalle
Vorpommern Greifswald Stolpes einzigartige Konzerthalle
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00:01 18.08.2016
Kurt Stürken vor seinem Hotel. Der heute 71-Jährige kann sich noch haargenau an seine Kindheit in Stolpe erinnern. Fotos (2): Cornelia Meerkatz
Stolpe

„Meine Kindheitsjahre in Stolpe waren wunderschön“, sagt Kurt Stürken und lässt den Blick über das weitläufige Gut schweifen. Der heute 71-Jährige war eines von sechs Kindern der Familie Stürken, der das Landgut an der Peene gehörte. Die Mutter hatte es mit in die Ehe gebracht, „der Vater stellte es dann auf gesunde Füße“, berichtet Kurt Stürken.

In der ausgebauten Haferscheune finden wunderbare Festspielkonzerte statt. Bis zu 1000 Besucher finden Platz. Fotos (2): Festspiele MV
Der Fährkrug direkt an der Peene ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Mit dem Landgut Stolpe haben wir einen einzigartigen Festspielort gefunden.“Markus Fein, Intendant Festspiele MV
Der Fährkrug direkt an der Peene ist ein beliebtes Ausflugsziel.
In der ausgebauten Haferscheune finden wunderbare Festspielkonzerte statt. Bis zu 1000 Besucher finden Platz. Fotos (2): Festspiele MV
Mit dem Landgut Stolpe haben wir einen einzigartigen Festspielort gefunden.“Markus Fein, Intendant Festspiele MV

Eigentlich war das Landgut und ehemalige Kloster Stolpe ein Geschenk der schwedischen Königin Christine an Graf Steenbock, Generalmajor von Schwedisch-Pommern, nachdem am Ende des Dreißigjährigen Krieges Pommern zum schwedischen Königreich gehörte. 1720 ging das Gut an den Preußenkönig Friedrich Wilhelm I., 1807 übernahm es der preußische Staat, später wurde es Bülowscher Besitz. 1926 heiratete Ursula Bülow-Maltzan Kurt Stürken. Die sechs Kinder der Familie wuchsen hier auf.

1945 floh die Familie nach Hamburg. „Die beiden Luftangriffe auf Anklam habe ich miterlebt. Das saß uns in den Knochen“, schildert er. Das Gut wurde in der DDR zum Volkseigenen Gut (VEG) Saatbau Stolpe. „Ich war Mitte der 1980er Jahre ein einziges Mal hier auf einen Abstecher“, erinnert er sich. Doch die bereits dem Verfall preisgegebenen Gebäude hätten ihn sehr erschreckt, gesteht er.

Nach der Wende kam Kurt Stürken mit zwei seiner vier Söhne zum ersten Mal wieder offiziell an die Peene. 1994 erwarb er als zweitjüngster Sohn der ehemaligen Besitzer das Gut zurück und baute es zu einem stilvollem Landhotel mit 36 Zimmern und Suiten um. Die Grundmauern der 1992 abgebrannten alte Scheune nutzte er bei dem 1994 begonnenen Umbau zum Hotel: Die Familie machte aus der Not eine Tugend und errichtete dort den Parkplatz des Landgutes.

Heute kann man im Park des Gutshauses unter Kastanien, Eichen und Rotbuchen die ländliche Ruhe genießen, im Restaurant genüsslich speisen oder im rustikalen Gasthaus „Fährkrug“, in dem schon Fritz Reuter gerne saß, den Verkehr auf der Peene und badende Kinder beobachten. Insgesamt beschäftigen die Stürkens in Stolpe 30 Mitarbeiter. „Der Aufbau war nicht einfach“, sagt Kurt Stürken.

Glücklicherweise fand er in der Umgebung tüchtige Handwerker, mit denen er seine Pläne umsetzte: Schweinestall, Pferdestall, auch die Allee wurden in alter Pracht erhalten.

Berühmtheit allerdings erlangte das Gut Stolpe in den zurückliegenden Jahren vor allem durch die Haferscheune. Dank ihrer einzigartigen Akustik durch den Aufbau – oben Holzbalken, unten Beton –, der Atmosphäre und auch der Größe eignet sie sich besonders für sinfonische Konzerte und größere Veranstaltungen. „Auf der Suche nach neuen Auftrittssorten wurden die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern hier fündig“, erzählt der Hausherr. Seit acht Jahren gibt es Konzerte in der Scheune, die Familie unterstützt das Vorhaben – zum Beispiel mit dem Kauf von 1000 Stühlen. Begonnen hat alles mit einem Manfred-Krug-Konzert. Da quetschten sich sagenhafte 1300 Leute in die Scheune. „Es war eng, aber wunderschön“, erinnert sich Stürken. Allerdings schoben die Behörden einen Riegel vor, meinten, das gehe so nicht mit den vielen Menschen. Man einigte sich schließlich auf 1000 Zuhörer pro Konzert in der Scheune. Auch morgen Abend wird es wieder voll werden in der Haferscheune. Im Rahmen der Festspiele MV ist dann das Schleswig-Holstein Musikfestival mit den „Philharmonics“ zu Gast und spielt Brahms und Kreisler. „Ich bin bei vielen Konzerten oft Zuhörer und genieße die Auftritte. Die Scheune für die Festspiele MV zu öffnen, war die richtige Entscheidung“, findet der Inhaber des Gutshofes Stolpe.

Konzerte in Stolpe

Morgen, 19.30 Uhr, Haferscheune Stolpe: „The Philharmonics“, die Crossover-Band der Berliner und der Wiener Philharmoniker, präsentiert musikalische Höhepunkte von Volksmusik bis Klassik, von Czárdás bis Salonmusik.

Restkarten an der Abendkasse 16. September, 19.30 Uhr, Haferscheune Stolpe: „The Ukulele Orchestra of Great Britain“ – ein virtuoser Ritt durch Klassik und Jazz bis zu Pop und Rock, arrangiert für Ukulelen mit reichlich britischem Humor.

Karten auf www.festspiele-mv.de und bei der Greifswald Marketing GmbH

Cornelia Meerkatz

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