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Strahlentherapie erhält neue Technik

Greifswald Strahlentherapie erhält neue Technik

Das Medizinische Versorgungszentrum investiert 6,5 Millionen Euro und arbeitet völlig ohne Fördermittel.

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Blick auf den geplanten Neubau neben der Strahlentherapie in der Fleischmannstraße 42. Foto/Grafik: allbau Gruppe Berlin

Greifswald. Frohe Botschaft für das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ), das zum Universitätsklinikum gehört: Im kommenden Jahr erhält die Einrichtung zwei neue Linearbeschleuniger für die Strahlentherapie. Für die hochmodernen Geräte der neuesten Generation wird ein neues Gebäude neben der jetzigen Strahlentherapie in der Fleischmannstraße 42 errichtet. Der Neubau kostet 4,5 Millionen Euro und soll bereits Anfang des neuen Jahres beginnen und Ende 2015 abgeschlossen sein. Ein Linearbeschleuniger kostet zwei Millionen Euro. Die insgesamt 6,5 Millionen Euro werden aus Mitteln des Medizinischen Versorgungszentrums und völlig ohne Inanspruchnahme irgendwelcher Fördermittel finanziert. Das zweite Bestrahlungsgerät kommt dann auf Leasingbasis dazu. Der millionenschwere Neubau wird notwendig, da für radiologische Großgeräte wie die beiden Liniearbeschleuniger strenge Auflagen gelten.

„Das ist eine Investition in die Zukunft der universitären Spitzenmedizin“, betont Dr. Thorsten Wygold, Ärztlicher Vorstand der Universitätsmedizin. „Unser Ziel ist die bestmögliche Behandlung von Menschen mit einer Tumorerkrankung unter dem Dach des Onkologischen Zentrums“, fügt er hinzu.

Die Bestrahlung von bösartigen und gutartigen Tumoren erfolgt mit einem sogenannten Linearbeschleuniger. Dabei werden Elektronen durch ein hochfrequentes elektromagnetisches Feld auf beinahe Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Das Elektronenfeld kann direkt zur Behandlung genutzt werden. Erst das Abbremsen der Elektronen durch ein Goldtarget erzeugt ultraharte Röntgenstrahlen, die hauptsächlich zur Therapie verwendet werden. Durch Lamellen mit einer Breite von nur 5 mm lässt sich das Strahlenfeld individuell anpassen, der Tumor kann optimal getroffen werden. Alle Bestrahlungsparameter werden digital eingestellt, überwacht und protokolliert.

Vor wenigen Wochen hatte der Überwachungsverein TÜV-Süd das 2012 gegründete Onkologische Zentrum überprüft und ihm eine hohe Qualität in der interdisziplinären Zusammenarbeit bescheinigt. Dazu gehört auch die ambulante und stationäre Strahlentherapie, wo sieben Fachärzte — drei im ambulanten und vier im stationären Bereich — und 20 weitere Mitarbeiter arbeiten. Die Strahlentherapie ist seit der Eröffnung des MVZ im Jahr 2005 Teil dieses Zentrums. Im vergangenen Jahr 2013 wurden insgesamt 1532 Patienten mit einer individuellen Strahlentherapie behandelt. Etwa 2000 Patienten werden darüber hinaus in der Nachsorge betreut. Fast 80 Prozent der Bestrahlungen erfolgen in Greifswald ambulant. Weitere Fachrichtungen im MVZ sind die Psychiatrie, Neurologie, Pathologie, Klinische Chemie, Innere Medizin/Internistische Onkologie, Allgemeinmedizin und die Urologie. Die Patienten kommen nicht nur aus Vorpommern, sondern aus ganz Deutschland und aus dem Ausland.

„Die Entwicklung des MVZ ist überaus positiv“, resümiert der Ärztliche Vorstand. Es spreche für sich, wenn das Zentrum im zehnten Jahr seines Bestehens die notwendigen Erweiterungen und Investitionen aus eigener Kraft stemme. „Somit können wir den Patienten künftig am Universitätsstandort Greifswald eine hochmoderne Strahlentherapie auf dem neuesten Stand der medizinischen Wissenschaft anbieten“, sagt Wygold.

Behandlungen
1532 Patienten wurden 2013 in Greifswald mit einer individuellen Strahlentherapie behandelt.
80 Prozent der Bestrahlungen erfolgen in Greifswald ambulant.

 



Cornelia Meerkatz

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Greifswald
Blick auf den geplanten Neubau neben der Strahlentherapie in der Fleischmannstraße 42. Mit den neuen Linearbeschleunigern kann das Therapiespektrum in Greifswald weiter verbessert werden.

Das Medizinische Versorgungszentrum stellt 6,5 Millionen Euro für einen Anbau und zwei neue Linearbeschleuniger bereit.

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