Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Stralsunder begeisterte Preußenkönig
Vorpommern Greifswald Stralsunder begeisterte Preußenkönig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:40 01.03.2018
Das Bild Parade vor dem Kronprinzenpalais von 1839 ist im Märkischen Museum in Berlin zu sehen.
Stralsund

Die Stadt am Sund besitzt eine neue Straße, die den Namen Wilhelm-Brücke-Ring erhielt. Sie befindet sich im neuen Wohngebiet nördlich der Studentensiedlung Holzhausen und unmittelbar am Strelasund.

Wilhelm Brücke – eigentlich Johann Wilhelm Brücke – wurde am 4. März 1800 in Stralsund in dem mittelalterlichen Giebelhaus Mühlenstraße 3 (bis 1869 Breitschmiedstraße) geboren. Das Haus wird nach einer umfassenden Sanierung seit 1979 als sogenanntes Dielenhaus durch die Stadt für Ausstellungen genutzt. Er war der fünfte von sieben Söhnen des Goldschmiedemeisters Johann Gottfried Brücke und seiner Ehefrau Anna Barbara geb. Bohl. Nach dem frühen Ableben des Vaters im Jahre 1812 führte die Mutter mit Unterstützung des ältesten Sohnes die Werkstatt weiter.

Mit den zum Teil noch unmündigen Kindern war die finanzielle Not jedoch häufig recht groß, so dass Anna Barbara Brücke immer wieder Geld leihen musste. Fünfzehn Jahre hielt sie das Familienunternehmen noch über Wasser. Im Jahre 1827 kam das unvermeidliche Aus. Der Sohn Johann Christian Brücke meldete Konkurs an. Ihm gelang es wenigstens, das väterliche Haus zu retten, das er am 5. März 1829 für 1830 Reichstaler erwarb. Er sattelte um und arbeitete bis zu seinem Tod als Zahnarzt – ein Beruf, der damals durchaus als Kunst verstanden wurde.

Wilhelm Brücke begann mit fünfzehn Jahren eine Lehre als Goldschmied. Er widmete sich aber schon in der Lehrzeit mehr dem Malen. Bereits 1820 sind in einem Ausstellungskatalog der Berliner Kunstakademie erste Werke von ihm aufgeführt. Von 1819 bis 1824 studierte er auch dort. Die Stadt Stralsund unterstützte das Studium mit einem jährlichen Stipendium. Ein entsprechender Beschluss vom 10. April 1822 ist im Stadtarchiv überliefert. Beigefügt wurde in Abschrift ein „Zeugniß“ von Johann Gottfried Schadow, dem damaligen Direktor der Königlichen Akademie. Dieses lautete kurz und schlicht: „Wilhelm Brügge aus Stralsund hat sämtliche höhere Klassen mit Nutzen frequentiert und wäre es zu wünschen: Er setze noch ein Jahr seine Studien hier fort um mit Sicherheit seine Kunst nochmals auszuüben. Darüber demselben dies Zeugniß gern ausgestellt wird. Berlin, d. 28. März 1822. Königl. Academie der Künste. Schadow. Director“. Der für jeden Künstler in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts unabdingbare Italienaufenthalt begann im Jahre 1829.

Die Jahre in Rom waren sicherlich von entscheidender Bedeutung für die künstlerische Entwicklung Brückes. Nach fünf Jahren kehrte er an die Spree zurück und wurde am 7. Januar 1835 wirkliches Mitglied des Berliner Künstlervereins. Seine Beziehungen zur Vaterstadt blieben eng, wohnten doch in der Hansestadt mit Zahnarzt Johann Christian Brücke und Porträtmaler und Zahnarzt Johann Sven Gustav Brücke zwei Brüder.

Auf der ersten Kunstausstellung des im Jahre 1841 in Stralsund gegründeten Kunstvereins für Neuvorpommern und Rügen, die in den Räumen der Brauerkompanie in der Heilgeiststraße 76 stattfand, hingen Gemälde Brückes.

Als Landschafts- und Architekturmaler genoss er, der in seinem Schaffen italienische Motive und Berliner Stadtbilder bevorzugte, sehr bald ein hohes Ansehen. Seine Gemälde schmückten immerhin die Wände des Berliner Stadtschlosses. So ist überliefert, dass Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. während des Besuchs der Berliner Kunstausstellung des Jahres 1828 über ein Gemälde Brückes äußerst entzückt war. Er erwarb es für 500 Taler.

Wilhelm Brücke verstarb am 1. April 1874 in Berlin. Sein Ruf als großer Künstler blieb einige Jahrzehnte erhalten. Auf der Berliner Jahrhundertausstellung im Jahre 1906 wurden drei seiner Gemälde (Parade vor dem Palais Kaiser Friedrichs, Berliner Schloss und Zeughaus) gezeigt. Heute hängen Gemälde von Wilhelm Brücke, die durch ihre rötliche Farbgebung leicht zu erkennen sind, u. a. im Märkischen Museum in Berlin und im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover. Das Stralsund-Museum besitzt vier Bilder.

Bruder Johann Gottfried Brücke (1796-1873) wurde ebenfalls ein berühmter Maler. Dessen Sohn Ernst Wilhelm, der seine Kinderjahre in Stralsund verbrachte, war Professor für Physiologie in Wien und Lehrer von Sigmund Freud. Er vermachte seine Bibliothek Stralsund.

Andreas Neumerkel

Beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ platzierten sich viele Greifswalder ganz vorn

29.01.2018

Seit gut einer Woche sind die Landesliga-Kicker des Greifswalder FC wieder im Training. Die Hinrunde ist damit endgültig „Geschichte“.

29.01.2018

Die SG Uni Greifswald/Loitz gewinnt beim Grünheider SV mit 34:27

29.01.2018
Anzeige