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Greifswald Strandbad Eldena gratis? Politiker haben Bedenken
Vorpommern Greifswald Strandbad Eldena gratis? Politiker haben Bedenken
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07:06 13.06.2018
Der Eingang des Strandbades in Eldena. Quelle: Anne Ziebarth
Greifswald

Soll das Strandbad Eldena Eintritt kosten oder nicht? Seit Jahren streiten die Greifswalder Kommunalpolitiker über diese Frage. Aktueller Anlass: Die Stadt hat die Verträge mit der Arbeitsmarkt- und Strukturentwicklungs GmbH (ABS) als Betreiber gekündigt (siehe Infokasten). Ab 2019 muss eine neue Organisationsform gefunden werden. Diskutiert wird derzeit, ob der städtische Eigenbetrieb See- und Tauchsportzentrum das Strandbad betreiben soll oder ein externer Dienstleister. Die günstigste Variante wäre der Betrieb durch das städtische Immobilienverwaltungsamt, das jährlich etwa 116 000 Euro dafür benötigen würde. Ein Strandbadleiter soll für wöchentlich 30 Stunden eingestellt werden.

Bisher nur Varianten des kostenfreien Eintritts geprüft

Pikant: Alle von der Stadtverwaltung vorgelegten Varianten gehen von der Annahme aus, dass ab 2019 keine Eintrittsgelder im Strandbad erhoben werden. Dabei hatte die Bürgerschaft während ihrer Sitzung im Mai beschlossen, dass auch Varianten mit Eintritt geprüft werden sollen. Konkret hatte das Parlament den SPD-Antrag für eine Beschränkung auf kostenfreie Varianten mit hauchdünner Mehrheit abgelehnt (20 Ja-, 20-Nein-Stimmen, eine Enthaltung). „Es ist nicht in Ordnung, dass der Bürgerschaftsbeschluss untergraben wird“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Axel Hochschild. „Die OB-Mehrheit trickst hier rum.“ Seine Fraktion werde die Beschlussvorlage der Verwaltung ablehnen und besteht auf den Variantenvergleich mit Eintritt. „Wir sind dafür, dass das Strandbad kostenpflichtig bleibt, weil nur so die Sauberkeit garantiert werden kann“, so Hochschild.

Nötige Finanzmittel für Auskofferung nicht eingeplant

Ähnlich sieht es Bürgerschaftsmitglied André Bleckmann, der für die FDP im Finanzausschuss sitzt. Die von der Verwaltung vorgelegte Kalkulation bezeichnet er als „hanebüchen“ und „lächerlich“. Neben dem Fakt der fehlenden Eintrittsvariante stört ihn besonders, dass weder Kosten für die notwendige Aufspülung noch für die Auskofferung des Schilfes im Finanzplan aufgeführt sind. „Bei der Berechnung der Parkplatzgebühren ist die Verwaltung so akribisch, dass sie sogar die Abschreibung der Pflastersteine auf dem historischen Marktplatz kalkuliert und hier werden immense Kostenpunkte einfach weggelassen“, schimpft Bleckmann.

Sorge um die finanzielle Umsetzbarkeit

Mehr um die Sicherheit der Strandbadbesucher besorgt ist Torsten Lange, der für die Bürgerliste im Sozialausschuss sitzt. Ein Strandbadleiter könne nicht überall für entsprechende Kontrolle sorgen, ist sich Lange sicher. Die SPD-Fraktion kämpft seit zwei Jahren dafür, dass kein Eintrittsgeld mehr im Strandbad verlangt wird, betont Bürgerschaftsmitglied Ibrahim Al Najjar (SPD): „Gerade finanziell schwächer gestellte Menschen werden durch die Eintrittsgelder zusätzlich belastet. Jedermann müsse das Recht haben, Strand und Meer unentgeltlich zu betreten.“ Auch Bernt Petschaelis, Vorsitzender des Stadtsportbundes, befürwortet den kostenfreien Eintritt: „Das ist auch eher eine Badestelle und kein Strandbad.“ Daher wäre ein Eintrittsgeld nicht vertretbar. „Der Betrieb durch die Stadt kann nur eine Übergangslösung sein“, meinte Bürgerschaftspräsidentin Birgit Socher (Linke). „Das Geld ist nicht da, auf Dauer können wir das nicht wuppen.“

Ausschüsse empfehlen kostenfreie Variante

Verwaltungsmitarbeiter Klaus Schult ist überzeugt, dass die Stadt keinen privaten Anbieter finden wird, der das Risiko der Betreibung auf sich nimmt. „Das Strandbad wird nicht mehr das sein, was es mal war“, prognostiziert Baudezernentin Jeannette von Busse (CDU) für den Fall gestrichener Eintrittsgelder. „Das kann sich die Stadt einfach nicht leisten.“ Wenn der Eintritt wegfiele, müssten auch die Zäune am Wasser abgebaut werden, die Teile des Geländes sichern. Trotz der Bedenken sprachen sich die Mitglieder der Ausschüsse für die Vorlage der Verwaltung aus, also für die eintrittsgeldfreie Betreibung des Strandbades durch die Stadt. Von 14 Stimmberechtigten gab es im Ausschuss für Sport und Soziales vier Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Im Finanzausschuss waren acht Mitglieder dafür und sieben dagegen. Die Bürgerschaft entscheidet am 2. Juli.

Ziebarth Anne Friederike

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