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Greifswald Strandbad soll weiter Eintritt kosten
Vorpommern Greifswald Strandbad soll weiter Eintritt kosten
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00:00 15.06.2016
Ein Erwachsener muss derzeit zwei Euro Eintritt für das Strandbad Eldena bezahlen, ein Kind einen Euro. Quelle: Peter Binder

In der Debatte um eine mögliche Abschaffung der Eintrittspreise im Strandbad Eldena kochen die Emotionen hoch: Andreas Kerath, der Vorsitzende der SPD-Fraktion, bezeichnet das Eintrittsgeld als rechtswidrig. „Strand darf nicht abgesperrt werden“, sagt Kerath. Jeder müsse ungehinderten Zugang haben. „Der Zaun ist eine Greifswalder Erfindung.“ Um diesen rechtlichen Fehler zu heilen, fordern SPD und Grüne einen kostenfreien Zutritt. Gleichzeitig sprechen sich die beiden Fraktionen dafür aus, das Strandbad nachts weiterhin abzuschließen, um nächtliche Ruhestörung und Vandalismus zu vermeiden.

„Und das soll rechtlich dann in Ordnung sein“, fragt Thomas Mundt (CDU), Vorsitzender des Finanzausschusses kopfschüttelnd. Nachts würden doch keine anderen Gesetzte gelten als tagsüber. „Wenn das Strandbad kostenlos werden soll, sollten Sie das auch so benennen Herr Kerath und keine rechtlichen Bedenken vorschieben“, schimpft Sascha Ott (CDU). „Immer wieder sollen Sachen kostenlos gemacht werden. Das haben wir schon alles durch. Jedes Mal werden Familien angeführt, die sich das nicht leisten können“, sagt Ott weiter. „Ist es unsere Aufgabe alles kostenfrei zu machen?“ Ein klares Nein gibt es für dieses Anliegen von der CDU-Fraktion. Ebenso sieht es die Wählergemeinschaft Kompetenz für Vorpommern. „Warum sollten die den Leuten Geschenke geben? Wem wollen wir damit Gutes tun?“, fragt Heiko Jaap. SPD und Grüne betonen, dass es auch ohne Eintrittsgelder eine Wasserwacht geben soll sowie Reinigungskräfte, die den Strand sauber halten. „Eintrittsgelder sind aus sozialen Gesichtspunkten nicht in Ordnung. Nicht alle können sich das leisten“, sagt Kerath. Oftmals seien Touristen entsetzt, dass sie für einen Spaziergang auf dem Deich und einen Blick auf den Bodden bezahlen sollen.

Eine Abschaffung der Eintrittsgelder würde für den städtischen Haushalt Mehrkosten in Höhe von 69000 bis 80000 Euro pro Jahr verursachen. Die Mehrheit des Finanzausschusses lehnt es ab, den Eintritt in Höhe von zwei Euro pro Person abzuschaffen. Mit acht zu sieben Stimmen war die Entscheidung denkbar knapp. Auch im Ausschuss für Sport und Soziales ist die Strandbad-Offensive von SPD und Grünen umstritten. Fünf Mitglieder stimmten für den kostenlosen Zugang, fünf dagegen, drei enthielten sich. Das endgültige Votum fällt am 11. Juli die Bürgerschaft.

Katharina Degrassi

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