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Streit um Bäume am Museumshafen

Greifswald Streit um Bäume am Museumshafen

Nordseite wird für 1,7 Millionen Euro umgestaltet / Die Linden vor dem Gastro-Schiff „Pomeria“ müssen weichen

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Streit um drei Bäume am Museumshafen

Greifswald. Drei Linden am Museumshafen sorgen derzeit für Streit. Im Zuge der Umgestaltung auf der Nordseite sollen die Bäume vor dem Gaststättenschiff „Pomeria“

 

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Raphael Rodrigo möchte die Linden als grünen Blickfang erhalten.

Quelle: Petra Hase

weichen. Die Stadt investiert 1,7 Millionen Euro, um das gesamte Areal aufzuwerten. Unter anderem entsteht ein Spielplatz, der Gehweg wird in eine gepflasterte Promenade verwandelt. Bäume, Bänke, Gründflächen, Papierkörbe und Fahrradständer sind geplant.

Doch die drei Linden, die in Kübeln vor der „Pomeria“ stehen, passen nicht in das Konzept der Stadt. Die Verwaltung forderte den Betreiber Raphael Rodrigo per Schreiben auf, die bislang geduldeten Linden zu entfernen. Damit will er sich jedoch nicht abfinden. „Schließlich habe ich die Bäume vor zehn Jahren gepflanzt. Damals habe ich die Stadt gefragt und ein Okay bekommen. Ich habe die Bäume regelmäßig gewässert und gedüngt“, sagt Rodrigo und startete deshalb eine Unterschriftenaktion zum Erhalt des Grüns. Innerhalb weniger Tage konnte er bereits auf über 300 Unterstützer bauen.

Darunter auch Carola Maaßberg aus Greifswald, die gern unter dem schattigen Grün zu Mittag isst: „In unserer Stadt wurde schon genug abgeholzt, wenn ich nur an die Arbeiten auf dem Wall denke. Die drei Bäume sollten hier stehen bleiben“, meint sie. Die Gaststättenbesucherin Renate Herrmann aus Loissin schließt sich an: „Ohne diese drei großen Bäume ist der Hafenbereich doch total nackig“, begründet sie ihre Auffassung.

Die Betonwüste am Hafen soll laut städtischer Planungen bald Geschichte sein. Im Promenadenbereich vor der „Pomeria“ sollen sechs Ahornbäume gepflanzt werden. Im hinteren Teil an der Salinenstraße sind sieben weitere Bäume vorgesehen. Außerdem werden Grünflächen angelegt, in deren Mitte demnächst ein Spielplatz entsteht. Ein weiterer Blickfang sollen die Figuren des Künstlers Jo Jastram sein, die derzeit im Rathaus stehen.

Rodrigo kennt die städtischen Pläne und schlägt vor, „die Linden in die für den Feldahorn vorbereiteten Pflanzgruben zu versetzen“. Doch daraus wird nichts, wie Bausenator Jörg Hochheim (CDU) mitteilt. Die Wurzelballen der Linden seien schon jetzt größer als die Pflanzlöcher. „Wir haben Herrn Rodrigo seit Monaten wiederholt aufgefordert, die Linden zu entfernen“, sagt Hochheim. Und zwar nicht aus Schikane, sondern aus zwei Gründen. Zum einen gebe es ein von der Bürgerschaft beschlossenes Gestaltungskonzept für den nördlichen Museumshafen, das die Neuanpflanzung von sechs Bäumen vorsieht. Die Entscheidung sei für Feldahorn gefallen, da dieser relativ gut mit dem dort vorherrschenden trockenen Boden klar komme.

Zum zweiten schätze das zuständige Fachamt ein, dass die drei Linden zunehmend ein Sicherheitsproblem darstellten. Die Bäume sähen zwar „recht vital“ aus, aber ihnen fehle ein regelmäßiger Kronenrückschnitt. „Die Kübel sehen sehr schlecht aus, das Holz verrottet zunehmend, oben und unten quillt Wildwuchs hervor“, heißt es in der Beurteilung. Linden seien definitiv keine Kübelbäume, da sie bis zu 30 Meter hoch und 20 Meter breit werden können. Dementsprechend bilde sich auch das Wurzelwerk aus. Nicht auszudenken, so Hochheim, wenn die Bäume bei starkem Wind umfielen und Menschen zu Schaden kämen. „Wir hatten Herrn Rodrigo angeboten, dass der städtische Bauhof die Linden auf unsere Kosten abholt und auf den Friedhof verpflanzt. Immerhin ist das mit großem Aufwand verbunden. Die Kronen und Wurzelballen müssen beim Transport geschützt werden“, so Hochheim. Zudem müssten die umliegenden Flächen für den Schwerlasttransport vorbereitet werden. Doch auf dieses Angebot ging der Gastwirt nicht ein.

• Was schlagen Sie für die drei Bäume vor? Schreiben Sie uns!

Petra Hase und Katharina Degrassi

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