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Greifswald Streit um Linden: Kein Happy End
Vorpommern Greifswald Streit um Linden: Kein Happy End
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00:00 10.06.2016

Das Gezerre um die drei Kübel-Linden am Greifswalder Museumshafen geht weiter. Seit eineinhalb Jahren fordert die Stadt den Betreiber des Restaurant-Schiffs Pomeria auf, die drei Bäume vor seinem Restaurant zu entfernen. Seit eineinhalb Jahren weigert sich Raphael Rodrigo, eben das zu tun – und schlägt Kompromissangebote der Stadt aus.

Raphael Rodrigo kämpft weiter für seine Linden. Quelle: Oz Archiv

Am Mittwochabend in der Ortsteilvertretung Innenstadt schien nun ein Happy End in Sicht: Fred Wixforth als Leiter des Tiefbau- und Grünflächenamts erklärte, die Stadt würde die Linden gern auf dem Spielplatz einsetzen, der hinter den Stufen am Hafen entstehen soll. Gute Idee, fanden sieben von acht Ortsteilvertretern.

Doch auf Nachfrage der OZ erklärte Raphael Rodrigo gestern: „Ich denke überhaupt nicht daran! Mit welchem Argument passen die Linden auf den Spielplatz, aber nicht vor mein Restaurant? Die wollen mich für dumm verkaufen!“

Rodrigo hatte die Linden vor über zehn Jahren in Kübeln an die Kaikante gesetzt, damit sie seinen Kunden Schatten spendeten. „Das schätzen die Leute auch“, sagt er. Nach Meinung der Stadtverwaltung passen die Linden aber nicht ins Gestaltungskonzept für die Nordseite des Hafen. Das Areal wird derzeit umgestaltet, sechs Bäume sollen an der Salinenstraße gesetzt werden – aber eine kleine Ahornart. Die Linden seien mit ihren sechs, sieben Metern Höhe viel zu groß, zu schattig, und passten nicht in die Pflanzlöcher für den Ahorn, heißt es. Bleiben sie in den Kübeln, geht aber eine Gefahr von ihnen aus, sagte Fred Wixforth. „Die Linden sind Herrn Rodrigo über den Kopf gewachsen“. Ein Gutachten habe zwar belegt, dass sie gesund seien. Aber auch, dass sie bei Sturm umkippen könnten. Im Übrigen gelte: „Die Linden waren nie genehmigt, nur geduldet.“

Raphael Rodrigo schimpft: „Meine Bäume sind keine Monster!“ Er sammelt seit Wochen Unterschriften für ihren Verbleib und hat hunderte Greifswalder auf seiner Liste. In der Ortsteilvertretung äußerte allerdings niemand Verständnis für seine Haltung. Denn die Stadt hat bereits angeboten, die Linden auf dem Friedhof oder in Wieck einzusetzen – auf städtische Kosten. „Das sind ja wertvolle Bäume, niemand will sie einfach abholzen“, sagte Wixforth. Rodrigo aber schlug diese Angebote aus.

Nach Meinung von Nikolaus Kramer (Afd) müsste die Stadt jetzt kurzen Prozess machen. „Soviel Zinnober, das kann doch nicht wahr sein!“ Doch Fred Wixforth erklärte, theoretisch könne man Rodrigo die Linden zwar wegnehmen. „Aber bis zu einer Vollstreckung dauert es und dauert.“ Eine Einigung sei für alle besser.

sym

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