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Studententheater erinnert an die Gründung der Universität

Greifswald Studententheater erinnert an die Gründung der Universität

Zum 560. Geburtstag wird ein Drama des Geschichtsprofessors Theodor Pyl aus dem 19. Jahrhundert im Hörsaal der Alten Frauenklinik aufgeführt

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Regisseurin Hedwig Golpon mit Dennis Quadt (links) und Fabian Szynik bei der Probe.

Greifswald. Heinrich Rubenow ist eine Lichtgestalt der Stadtgeschichte. Als Bürgermeister, erster Rektor und großer Geldgeber war er der entscheidende Mann bei der Gründung der Universität im Jahre 1456.

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Zum 560. Geburtstag wird ein Drama des Geschichtsprofessors Theodor Pyl aus dem 19. Jahrhundert im Hörsaal der Alten Frauenklinik aufgeführt

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Wir bauen eine Liebesge- schichte ein.“Hedwig Golpon, Regisseurin

„In der OZ stand, Wir sollten weniger über Arndt reden’“, sagt Hedwig Golpon, die Gründerin und langjährige Leiterin des Studententheaters. „Wir wollten schon immer mal über Rubenow reden. Schon vor zehn Jahren, als unsere Uni ihren 550. Geburtstag feierte.“ Daraus wurde nichts, aber zum 560. Geburtstag in diesem Jahr wird das nachgeholt. Die Vorlage des Stücks, das im Dezember aufgeführt wird, stammt aus dem 19. Jahrhundert. Der Geschichtsprofessor Karl Theodor Pyl hat das Drama „Heinrich Rubenow oder die Stiftung der Hochschule zu Greifswald: vaterländisches Schauspiel in fünf Aufzügen zur Feier des vierhundertjährigen Stiftungsfestes der Universität Greifswald im Jahr 1856“ geschrieben. Die Bedeutung des nur wenige Jahre nach der Universitätsgründung ermordeten Rubenow habe Pyl erstmals umfassend gewürdigt, sagen Experten. Das Theater Vorpommern führte sein Drama aus Anlass der 550-Jahr-Feier in einer szenischen Lesung auf.

In fünf Aufzügen erzählt Pyl fiktiv eine Familien- und Liebesgeschichte. Rubenow stellt in dem Drama sein Erbe für die Universitätsgründung zur Verfügung. Die Novelle erschien 1853. Elf Jahre später kam eine zweite Fassung in den Handel, die heute noch antiquarisch zu haben ist. Es ist ein für die Bühne gekürztes Stück. Es hat allerdings nur zwei Aufführungen erlebt.

„Es liest sich beschwerlich, doch man liest den Krimi mit, es ist ein Kriminalstück um die Entstehung der Universität“, sagt Hedwig Golpon. Eine der sechs Schauspieler ist Josephine Steinfurth, sie findet indes sogar, dass sich Pyl gut lesen lasse. Rubenow habe seinerzeit die Chance ergriffen, in Greifswald eine hohe Schule zu errichten, in der „der Jugend Geist und Herzen gebildet werden“, zitiert Hedwig Golpon Pyl. Im Stück lässt dieser den wegen der zeitweisen Schließung der Uni Rostock nach Greifswald verbannten Professor Bodeker zu Rubenow sagen: „So stiftet eine Universität, dass eine neue hohe Schule hier im Norden kann erblühn.“

Die von Pyl gelobte Unbeugsamkeit Rubenows, die im Stück hervorgehobene Treue seiner Frau Katharina Hilgenfeld, das Opfer seines Ziehsohnes Raphael von Leistenitz, faszinieren Golpon. „Wir haben das pylsche Drama für die Aufführung im Hörsaal der Alten Frauenklinik aber bearbeitet“, ergänzt sie. „Im Interesse des Stücks schieben wir einiges zusammen.“ Golpon will auch noch eine Liebesgeschichte einbauen. Hedwig Golpon kannte vor der Beschäftigung mit dem Stück Rubenow, aber nicht dessen Frau. „Ihr wollen wir ein viel größeres Gewicht verleihen“, sagt sie. „Rubenow war ein großer Mann, der am Ende alles verlor, uns aber ein wunderbares Erbe hinterließ – unsere Universität.“

Aufführungen im Hörsaal der Alten Frauenklinik, Wollweberstraße 1 am 15., 16. und 17. Dezember, jeweils um 19 Uhr

Eckhard Oberdörfer

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