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Südmole ist guter Platz für die „Greif“

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Der neue Chef des Seesportzentrums Volker Pesch will mehr Gäste aufs Schiff und íns „Schipp in“ locken

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Volker Pesch lenkt jetzt das Greifswalder Seesportzentrum und damit auch die Geschicke der „Greif“.

Quelle: Peter Binder

Greifswald Seit Anfang April leitet Volker Pesch den städtischen Eigenbetrieb Seesportzentrum. Die OSTSEE-ZEITUNG sprach mit ihm über seine Aufgabe, den Betrieb und die kommende Saison.

Schon bereut, dass Sie sich für die Stelle beworben haben?

Volker Pesch: Nein, ganz im Gegenteil, diese Aufgabe reizt mich sehr! Ich beobachte die Geschicke der „Greif“ und des Betriebes ja schon seit vielen Jahren. Von daher wusste ich auch, um welche Aufgabe ich mich bewerbe.

Was werden Sie anders machen als Ihr Vorgänger?

Pesch: Die Bürgerschaft hat Ende des letzten Jahres ein Sanierungskonzept für das Seesportzentrum beschlossen. Meine Aufgabe ist es, gemeinsam mit den Mitarbeitern und dem Förderverein Rahsegler Greif den zugehörigen Maßnahmenplan umzusetzen und in den nächsten Jahren das wirtschaftliche Ergebnis zu verbessern. Wir haben bereits die innerbetriebliche Organisation verändert, wir werden schrittweise den Personaleinsatz optimieren und Ausgaben reduzieren, wo immer das möglich ist. Und wir müssen durch eine effiziente Vermarktung die Auslastung der „Greif“ und des „Schipp in“

verbessern.

Wie läuft diese Vermarktung?

Pesch: Zunächst setzen wir auf einen Mix aus Printwerbung und Verbesserung der Online-Angebote. Wichtig ist auch, stärker in den sozialen Netzwerken präsent und vernetzt zu sein. Die „Greif“

nimmt an den großen Seglertreffen wie Kieler Woche und Hanse Sail teil. In Marketing und Vertrieb arbeiten wir eng mit mehreren Partnern zusammen, vor allem mit der Stadtmarketing GmbH, der UBB und der Adler-Reederei. Zentral ist natürlich, dass das Angebot stimmt, auch daran müssen wir feilen. Denn zufriedene Kunden sind die beste Werbung.

Wird die Abfahrt von anderen Häfen gut angenommen?

Pesch: Bei den mehrtägigen Ostseetörns, etwa nach Bornholm oder Kopenhagen, ist der Ausgangshafen nicht so entscheidend. Er muss vor allem gut erreichbar sein und Parkmöglichkeiten bieten.

Bei Halbtages- und Tagesfahrten ist das anders, viele Mitsegler möchten in Wieck starten und auf dem Greifswalder Bodden segeln. Das ist ja auch einfach ein traumhaftes Revier vor unserer Haustür.

Tagesfahrten von anderen Häfen, wie wir sie beispielsweise ab Heringsdorf oder Sassnitz planen, können sehr lukrativ sein, sind aber auch sehr wetterabhängig.

Mit welchem Verlust müssten Sie rechnen, wenn die Greif erst im Herbst Wieck wieder anlaufen könnte?

Pesch: Das ließe sich natürlich nicht auf Heller und Pfennig beziffern, wäre aber mit Sicherheit im Ergebnis spürbar. Wechselnde Abfahrtshäfen sind nicht nur eine logistische Herausforderung für uns, sondern auch vielen Gästen schwer zu vermitteln. Wer bucht eine Reise, wenn nicht klar ist, wo sie beginnt und endet? Außerdem wäre es auch ein Verlust für Wieck und Greifswald.

Würden Sie die Süd- oder die Nordmole vor dem Sperrwerk als künftigen Liegeplatz vorziehen?

Pesch: Soweit ich weiß, stellt sich die Frage nicht, weil die Nordmole für die Bedürfnisse der Kreuzfahrtschiffe eingerichtet ist. Mit dem Liegeplatz an der Südmole können wir während der Saison gut leben. Wir sind sehr dankbar für die Möglichkeit, nach Ladebow auszuweichen, aber hier fehlt einfach die Sichtbarkeit des Schiffes und damit die Eigenwerbung. Das wäre an der Südmole anders.

Wo sollte die „Greif“ künftig im Winter festmachen?

Pesch: Ich hoffe stark, dass die „Greif“ wieder auf ihrem angestammten Liegeplatz vor dem Majuwi festmachen kann, es gibt auch entsprechende Signale, die diese Hoffnung begründen. Dort liegt das Schiff sicher, ist gut erreichbar und außerdem in der Nähe unserer Lagerhalle. Das erleichtert das Ab- und Auftakeln erheblich.

Mit welchem Defizit rechnen Sie für 2016?

Pesch: Die jetzt eingeleiteten Maßnahmen zum Sanierungskonzept werden sich nach und nach im Betriebsergebnis niederschlagen. Ich rechne damit, dass wir 2016 die wirtschaftlichen Ziele dieses Konzeptes erreichen werden.

Der Stadtsportbund schlägt vor, dass sich das Seesportzentrum auf sein Kerngeschäft konzentriert und die alte Badeanstalt in Wieck vor der Mole aus seiner Verantwortung entlässt. Ist das eine gute Idee?

Pesch: Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll, die Entwicklung an der Südmole und im Strandbad insgesamt in den Blick zu nehmen und die Koordination und Verantwortlichkeit für das gesamte Areal an einer geeigneten Stelle zusammenzuführen. Welche Stelle das sein kann, muss dann überlegt werden.

In sozialen Netzwerken und in einer kleinen Anfrage der AfD wird Ihnen die Kompetenz für ihre Funktion abgesprochen. Wie gehen Sie damit um?

Pesch: Über die Motive könnte ich nur spekulieren. Stadtverwaltung, Hauptausschuss und Bürgerschaft haben mir diese Aufgabe übertragen, und in den ersten Wochen als Betriebsleiter habe ich vor allem Zustimmung und Unterstützung erfahren. Das ist eine großartige Motivation, für die ich sehr dankbar bin.

Erfahrung zählte

18Frauen und Männer bewarben sich auf die Stelle des Leiters des Greifswalder Seesportzentrums. 13 erfüllten bedingt die in der Ausschreibung genannten Voraussetzungen heißt es in der Antwort auf die Kleine Anfrage der AFD zur Besetzung der Stelle. Erwartet Studium der Betriebswirtschaft oder des Wirtschaftsrechts oder ein vergleichbarer Abschluss, da der Leiter auch die Gesamtverantwortung für Budget und Finanzcontrolling hat. 4wurden zunächst zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Darunter war eine Diplomkauffrau, „die dann aber leider, aufgrund des geringen Entgeltes und der Teilzeitbeschäftigung abgesagt hat“. Zwei Bewerber hätten sich im Gespräch als nicht geeignet herausgestellt. Darum wurde nur ein Politikwissenschaftler (gemeint ist Volker Pesch) im Hauptausschuss vorgestellt und mit Mehrheit bestätigt. Für ihn sprach, dass er „über langjährige Erfahrungen als Geschäftsführer, auf seglerischem Gebiet und in der Mitarbeiterführung verfügt“, sowie ehrenamtlicher Vorsitzender des Museumshafenvereins ist.

Städtische Mitarbeiter sind nicht für das Seesportzentrum tätig, so die Antwort des OB.

Von Interview von Eckhard Oberdörfer

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