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Greifswald Tanzen, bis die Büxen wackeln
Vorpommern Greifswald Tanzen, bis die Büxen wackeln
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00:10 07.02.2017
„Schüddel de Büx“ hat pommersche und mecklenburgische Tänze im Repertoire. Im Frühling tritt die Gruppe in Peenemünde auf. Quelle: Foto: Edgar Puhlmann

Dorffeste, Vereinsjubiläen, das Tanz- und Trachtenfest in Warnemünde, das Caspar-David-Friedrich-Stadtfest sowie die „Europeade“ im belgischen Namur:

Das zurückliegende Jahr hatte es für die Greifswalder Volkstanzgruppe „Schüddel de Büx“ in sich. „Es waren alles tolle Auftritte. Vor allem die Europeade als größtes europäisches Folklore- und Trachtenfest mit Teilnehmern aus 20 Ländern bleibt unvergessen“, sagt Dana Puhlmann, stellvertretende Vorsitzende des Vereins.

Die Tanzgruppe präsentiert, wo immer sich eine Möglichkeit bietet, pommersche und mecklenburgische Tänze. „Für uns ist das öffentliche Kulturpflege“, so die 28-Jährige, die im Hauptberuf als Krankenschwester arbeitet. Zum Verein gehören 30 Kinder und Jugendliche vorwiegend zwischen zwölf und 16 Jahren. „Es sind überwiegend Kinder aus sozial schwachen Familien. Viele kommen aus Schönwalde I und II, wo wir im Wechsel im „Takt“ und in der „Schwalbe“ trainieren.

„Die Kinder haben riesige Freude an ihrem Hobby – und lernen dazu noch so viel aus unserer Heimatgeschichte“, schildert Puhlmann. Die Trainer würden nicht nur die Tänze einstudieren, sondern auch Wissenswertes zur Entstehung, zu den Trachten und zur Lebensweise der Menschen in jener Zeit berichten. „Damit fördern wir ihre musikalischen und sozialen Kompetenzen“, so Dana Puhlmann. Außerdem gebe es eine enge Zusammenarbeit mit der Tanzgruppe in der Kita „Friedrich Wolf“. „Einige unserer Tänzer haben dort begonnen, so wie unser jüngstes, sechs Jahre altes Vereinsmitglied“, berichtet die Vize-Chefin.

Deshalb gibt es im Verein auch extra einen Jugendrat. Dieser nimmt sich ihrer Sorgen an, bringt ihre Wünsche in den Vorstand mit ein und organisiert Veranstaltungen für den Nachwuchs. „Etwas ganz Besonderes ist jedes Jahr für uns das Gruppenwochenende, auf der neben dem Tanzen Spiel, Spaß und Gruppenaktivitäten im Vordergrund stehen. Es dient vor allem dem Zusammenhalt der Jüngsten untereinander“, versichert Trainerin Ireen Knoll (29), die mit sechs Jahren zum Verein kam.

Das Repertoire von „Schüddel de Büx“ umfasst Folkloretänze wie den „Eldenaer Kegel“, die „Kirmespolka“, den „Krüz König“ mit einer Fliegereinlage am Ende sowie den „Fischertanz“ aus dem 17.

Jahrhundert. „Wir tanzen ausschließlich in Trachten. Die Männer tragen weite weiße Leinenhosen, buntgestreifte Westen und offene Jacken. Die Frauen sind in einen Schnürleib, buntfarbigen Kantenrock sowie dunklen Oberrock gekleidet und tragen eine spitz zulaufende Mütze“, berichtet Knoll. Allerdings „können wir uns aus finanziellen Gründen keine Originaltrachten leisten.“ So koste eine Frauentracht mit Originalstickerei und Zubehör 1500 Euro. „Das ist für uns unerschwinglich, deshalb tragen wir Trachten, die den Originalen nachempfunden sind“, erläutert Knoll. Glücklicherweise gäbe es noch einen guten Fundus, zudem könnten einige Eltern gut mit Nadel und Faden umgehen.

Und wenn sie den Ehrenamtspreis bekämen? „Wir würden vor Freude eine flotte Sohle aufs Parkett legen, dass nicht nur die Büxen wackeln“, versichern Knoll und Puhlmann augenzwinkernd. „Das damit verbundene Geld würden wir nutzen, den Teilnehmerbeitrag wieder für alle erschwinglich zu halten, neue Trachten zu kaufen und dem Jugendrat mit den übrigen Mitteln die Möglichkeit geben, ein außergewöhnliches Erlebnis für die Kinder zu planen“, sagt Dana Puhlmann. „Das würde in diesem Jahr besonders gut passen, da die Gruppe 25-jähriges Jubiläum feiert“, ergänzt Ireen Knoll.

Preisträger gesucht – Bewerbungen noch möglich

Die Achterkerke-Stiftung vergibt gemeinsam mit der OSTSEE-ZEITUNG einen Ehrenamtspreis. Je ein Verein/eine Gruppe aus dem Bereich der Greifswalder Zeitung und der Usedom-Peene-Zeitung, die sich auf ganz besondere Weise seit Jahren im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit engagieren, sollen auf dem 4. OZ-Ball am 4. März im Heringsdorfer Kaiserbädersaal geehrt werden.

Der Preis ist mit jeweils 2500 Euro dotiert. Noch ist Zeit zum Bewerben: Die Begründung schicken Sie bitte per E-Mail bis zum 10. Februar an:

lokalredaktion.greifswald@ostsee-zeitung.de

Cornelia Meerkatz

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