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Greifswald Taxifahren wird im Landkreis deutlich teurer
Vorpommern Greifswald Taxifahren wird im Landkreis deutlich teurer
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18:02 13.02.2019
Die Taxitarife steigen im Landkreis Vorpommern-Greifswald um rund 20 Prozent. Quelle: Anne Ziebarth
Greifswald

Freunde der gepflegten Taxifahrt müssen jetzt tapfer sein. Die Taxitarife in der Hansestadt und im Landkreis ziehen zum März kräftig an. Grund sei eine geänderte Verordnung über Beförderungsentgelte, teilte Kreissprecher Achim Froitzheim mit, durchschnittlich steigen die Preise für Kunden um rund 20 Prozent. Hier ein Beispiel: Wer mit einem Taxi die 30 Kilometer von Wolgast nach Greifswald fahren will, zahlt statt der bisherigen 42,50 Euro nun 57,50 Euro. Die Fahrt in das zehn Kilometer entfernte Kemnitz, kostet statt 18,50 Euro nun 23,50 Euro.

Kunden zwischen Ärger und Verständnis

Während die Taxifahrer angesichts der Mehreinnahmen aufatmen, sind die meisten Kunden sauer. „Das ist eine Frechheit!“, meint Gerda Piontek aus Neustrelitz. Die Rentnerin musste bereits mehrmals für eine Behandlung nach Greifswald in die Klinik. Sie sei diesmal mit dem Zug nach Greifswald gefahren, dafür aber auch den ganzen Tag unterwegs gewesen. „Mit dem Taxi wäre es deutlich komfortabler gewesen“, sagt die 81-Jährige. „Wenn die Preise nun aber noch teurer werden, ist das für mich gar keine Option mehr." Hildegard (68) und Theo Ludewig (70) aus Horst sehen die Situation entspannter: „Im vergangenen Frühjahr hatten wir einen Unfall und waren eine gewisse Zeit aufs Taxifahren angewiesen. Wir waren schon erschrocken, wie immens hoch die Preise sind“, erzählt Theo Ludewig. „Wir waren aber auch erschrocken, wie wenig Taxifahrer eigentlich verdienen. Das hat uns einer der Fahrer bei einem längeren Gespräch erzählt. Deshalb ist es gut, wenn sich etwas ändert."

Taxiunternehmen sprechen von dringend notwendigem Schritt

Die Taxiunternehmen Greifswalds sind froh über die erste Anpassung der Tarife seit sieben Jahren. „Das ist längst überfällig“, meint Torsten Behn, Inhaber des Taxiunternehmens Wedow. „Ich bin heilfroh, dass die Tarife jetzt angepasst wurden.“ Die alten Tarife stammen aus dem Jahr 2012 und würden der wirtschaftlichen Situation nicht mehr entsprechen. „In der Zwischenzeit wurde der Mindestlohn eingeführt und zwei Mal erhöht. Das kann ein Unternehmen nicht so einfach wegstecken.“ 9,19 Euro beträgt der Mindestlohn derzeit, die Firma hat 31 Mitarbeiter, 23 davon fest angestellt. „Auch alle Kosten rund ums Taxi sind gestiegen“, so Behn. „Versicherungen, Reparaturen und die Kraftstoffpreise.“ Aufgrund der angespannten finanziellen Situation hat er derzeit nur drei seiner acht Taxen im Einsatz. „Wir müssen schauen, ob es sich lohnt“, sagt er. „Früher haben wir alle Taxen draußen gehabt, die Stunden waren egal. Das sieht heute anders aus.“ Die Erhöhung der Tarife sei zumindest ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Kaum noch Taxis in der Nacht

Bernhard Bartels sieht das ähnlich. „Es ist schade, dass die Erhöhung gleich so auf einen Schlag kommt, ich kann die Entrüstung der Kunden verstehen“, meint der Taxifahrer, der seit 30 Jahren im Geschäft ist. „Aber wir Taxiunternehmner müssen auch wirtschaften.Wenn ein Mitarbeiter nach einer Nachtschicht zu mir kommt und sagt, er habe 100 Euro eingenommen, reicht das ja nicht mal für den Lohn.“ Wie die anderen Taxiunternehmen auch überlege er sich genau, wann er Mitarbeiter einsetze, damit es sich rechne. „Das ist auch einer der Gründe, warum man nachts in Greifswald und Stralsund kein Taxi mehr bekommt.“ Er selbst habe seinen Betrieb mit zwei Taxen vor allem auf Krankentransporte ausgerichtet, das sei sicher und zuverlässig. „Nun bin ich ja gespannt, ob auch die Krankenkassen ihre Preise mit uns neu aushandeln.“

Landkreis preislich im Mittelfeld

Trotz der Erhöhung zählt Vorpommern-Greifswald in MV betrifft immer noch zu den günstigsten Landkreisen beim Taxifahren. Weit oben auf der Liste steht Schwerin, hier kostet eine drei Kilometer lange Kurz-Tour 13,40 Euro, in Greifswald 11,30 Euro, im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sogar nur 9,40 Euro. Mit dem Nachbar-Landkreis Vorpommern-Rügen ist Vorpommern-Greifswald jetzt in etwa gleichgezogen. „Früher war eine Fahrt von Greifswald nach Stralsund immer günstiger als umgekehrt“, sagt Bernhard Bartels. Das dürfte sich ab 1. März ändern. Nach den aktuellen Tarifen kostet eine Fahrt von Greifswald nach Stralsund dann etwa 56 Euro, die Fahrt von Stralsund zurück aber nur rund 50 Euro.

Neue Taxi-Tarife

Die Grundgebühr beträgt unverändert 3,50 Euro. Das Entgelt für den ersten und zweiten Kilometer erhöht sich von jeweils 2,50 auf 2,90 Euro, für den dritten und vierten Kilometer erhöht es sich von 1,40 auf zwei Euro pro Kilometer. Das Entgelt ab Kilometer fünf steigt von 1,20 auf 1,70 Euro. Das Entgelt für die Wartezeit, die durch den Auftrag begründet ist, geht rauf von 25 Euro pro Stunde auf 30. Der Zuschlag für ein Großraumtaxi erhöht sich von fünf auf sechs Euro.

Die jeweils geltende Taxitarifordnung muss übrigens in jedem Taxi mitgeführt und den Fahrgästen auf Wunsch gezeigt werden. Eine Unterscheidung zwischen Werktagen sowie Sonn- und Feiertagen sowie zwischen Tag- und Nachtstunden werde nicht mehr vorgenommen.

In Greifswald sind rund 37 Taxen zugelassen, etwa 14 Unternehmen teilen sich den Markt.

Anne Ziebarth und Pauline Rabe

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