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Teure Sanierung: 3 Millionen für Greifswalder Bach

Greifswald Teure Sanierung: 3 Millionen für Greifswalder Bach

Kosten schnellen in die Höhe/ Schuld ist der Bauboom

Greifswald. Erhöhtes Investitionsgeschehen im Bausektor lässt die Kosten explodieren. Unternehmen diktieren die Marktpreise. Das spüren nicht nur Familien, sondern auch die öffentliche Hand. Für Greifswald hat das erneut schwerwiegende Folgen: Für die Renaturierung des Ketscherinbachs muss die Stadt jetzt 1,8 Millionen Euro mehr berappen als geplant. Ursprünglich sollten die Eigenmittel für das in der Verantwortung des Abwasserwerks liegende Vorhaben bei knapp 3,2 Millionen Euro liegen. Damit verteuert sich das Projekt um über 56 Prozent. Missmutig votierte die Greifswalder Bürgerschaft auf ihrer jüngsten Sitzung für diese Mehrausgabe.

Antje Köppe, Leiterin des Abwasserwerks, hatte bei den Politikern vorab vehement für eine Zustimmung geworben. „Es handelt sich um eine sehr wichtige Maßnahme, um die Entwicklung von Baugebieten fortführen zu können“, erklärte sie. Stadt und Abwasserwerk haben sich seit Jahren die Verbesserung der Oberflächenentwässerung auf die Fahnen geschrieben. Die Notwendigkeit dazu wird den Greifswaldern regelmäßig bei Starkregen und Hochwasser vor Augen geführt: Teile von Eldena, Kleingartenanlagen und die Bahnunterführung am Südbahnhof sind immer wieder davon betroffen.

Um eine Lösung zu erzielen, wurde in jüngster Vergangenheit der sogenannte „Regensammler Ost“ fertiggestellt (die OZ berichtete). Die Renaturierung des Ketscherinbachs mit dem Rückbau des Ryck- Wehrs westlich der Steinbecker Brücke stellt nun die zweite große Maßnahme zur Erreichung des Ziels dar, das Entwässerungssystem Greifswalds zu verbessern. Für diese Investition stellte die Hansestadt für 2015 bis 2018 insgesamt 3,17 Millionen Euro in den Haushalt ein. Doch das Geld reicht nicht aus. Zwei Firmen, die sich an der Ausschreibung beteiligten, überraschten jetzt mit extrem hohen Preisen, so Werkleiterin Köppe.

Baumfällungen und Strauchrodungen nördlich der Wolgaster Straße sowie entlang der Koitenhäger Landstraße zu Jahresbeginn waren vorbereitende Arbeiten für die Wiederherstellung des ursprünglichen Verlaufs des Ketscherinbachs. Der zuletzt ungenutzte alte Gewässerlauf soll wieder an den Ryck angebunden werden. Damit das Wasser des derzeit verrohrten Bachs und der Gräben im östlichen Stadtgebiet über die Niederung abfließen kann, ist eine leichte Vergrößerung des Gewässers notwendig. Aus diesem Grund mussten Erlen gefällt werden. Zum Abschluss der Baumaßnahmen sollen neue Bäume gepflanzt werden. Zudem wird als Ausgleich für den Eingriff in die Natur eine Fläche von zwei Hektar am Rande Ladebows nördlich der Kläranlage aufgeforstet.

Um die enormen Mehrkosten zu finanzieren, suchten die Kämmerer nach Deckungsquellen im Haushalt der Stadt. Dabei kam ihnen zupass, dass die Ausschreibungen für den Neubau der Fischerschule bislang 450000 Euro unter der Kostenplanung liegen. Weitere 300000 Euro kommen aus dem Posten Stadtarchiv, da der Bau noch nicht begann. Dasselbe betrifft den Bauhof. Die Maßnahme verschiebt sich – die für 2018 geplanten 517000 Euro gehen erstmal in das Gewässerprojekt. Zudem rechnet die Stadt mit geringer ausfallenden Betriebskosten für ihre Gebäude.

Petra Hase

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