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Greifswald Theater der Freundschaft wird Wohnhaus
Vorpommern Greifswald Theater der Freundschaft wird Wohnhaus
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00:05 12.07.2016

Seit zwei Jahrzehnten steht das Theater der Freundschaft in der Langen Reihe 27a leer und verfällt. Denn 1997 wurde dieses Kino geschlossen.

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Mentor Projekte GmbH aus Neumünster hat das ehemalige Kino in der Langen Reihe gekauft / Teilabriss läuft

Das Gesicht des Hauses bleibt erhalten.“Volker Puck, Projektentwickler

Aber das Ende des Zerfalls ist in Sicht. Auf dem Gelände sind Bauarbeiter aktiv. In der Langen Reihe gibt es künftig Wohnungen und ein Gewerbe. „Das Vorderhaus bleibt so bestehen, wie es ist“, sagt Volker Puck von der Mentor Projekte GmbH in Neumünster, dem Eigentümer. „Wir wollen das Gesicht des Gebäudes zur Straßenseite erhalten. Es ist ja typisch für die Erbauungszeit“ Es bleibe also bei einem verputzten Haus. Die Fenster würden aber erneuert. Auch künftig gebe es drei Wohnungen im Vorderhaus. Im hinteren Bereich sollen es später acht sein. Das Kinofoyer würde gewerblich genutzt, kündigt Puck an. Der Kinosaal müsse zwar zum Teil abgebrochen werden. Aber die Neumünsteraner sichern zu, dass nicht die gesamte Bausubstanz verschwindet.

Viele Greifswalder hatten indes auf ein neues Kino an alter Stelle gehofft, beispielsweise zur Vorführung besonderer Streifen. Das kann es aber nicht geben. Im Grundbuch steht, dass in diesem Gebäude nie wieder bewegte Bilder gezeigt werden dürfen. Zur Erinnerung: Ab Anfang der 1990er Jahre betrieb die Firma Kieft & Kieft Filmtheater in der Langen Reihe ein Kino. Als 1997 das Greifswalder Cinestar-Kino eröffnet wurde, war damit Schluss. Die Kiefts wollten mit dem Grundbucheintrag Konkurrenz vorbeugen. Daran muss sich der Erwerber, die Mentor Projekte, halten. Das Unternehmen ist in Greifswald kein Unbekannter. Geschäftsführer Jan Christoph Michel ist der Sohn des verstorbenen Klaus Michel, dem diese GmbH zuvor gehörte. Er hat in Greifswald nach der Wende eine Reihe von Immobilienprojekten verwirklicht. So sanierte Klaus Michel das Falladahaus in der Steinstraße.

Noch ein Blick zurück in die Geschichte der Greifswalder Kinos: 430 Plätze gab es in dem 1929 von Egon Schütt als U.-T.-Lichtspiele (Uniontheater-Lichtspiele) eröffneten Haus in der Langen Reihe.

Zum Zeitpunkt der Übernahme durch die Kiefts Anfang der 1990er Jahre war das Theater der Freundschaft das einzige Greifswalder Kino.

Denn die Kammerlichtspiele in der Knopfstraße, nahe dem Markt, waren seit Ende der 1980er Jahre dicht. Das Gebäude wurde abgerissen. Auf dem Grundstück steht jetzt ein Wohn- und Geschäftshaus. Vor sechs Jahren sah es so aus, als ob wieder bewegte Bilder über die alte Leinwand des Theaters der Freundschaft flimmern und Zuschauer auf den Klappstühlen Platz nehmen. Denn das Land stellte 2010 Fördergelder für ein Kindermitmachmuseum mit drei Mitarbeitern für drei Jahre zur Verfügung. Dafür wollte der von elf Hansestädtern gegründete Verein Kindermedienzentrum sorgen. Das Modellprojekt des Landes verhieß Angebote für Kinder, Jugendliche, Studenten und Familien. Geplant waren unter anderem eine ständige Exposition zu Filmen und Medien und Wanderausstellungen. Mit alten Geräten sollten Kurzfilme gedreht werden. Nach langen Verhandlungen scheiterte das am Filmvorführungsverbot im Haus.

Eckhard Oberdörfer

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