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Theaterakademie sucht die besten Schauspieler

Anklam Theaterakademie sucht die besten Schauspieler

Das Vorsprechen in Anklam ist eine harte Prüfung. Eine Bartherin hat sich wochenlang vorbereitet — und muss ihr Konzept dann doch umwerfen.

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Pauline Damer konzentriert sich. Gleich muss sie vor die Jury.

Quelle: Alexander Müller

Anklam. Pauline Damer sitzt auf ihrem Stuhl auf der Bühne und weiß nicht weiter. Die Jury thront vor der Kandidatin und hat gerade ihr Konzept völlig über den Haufen geworfen.

Statt als Gretchen den Faust anzuschmachten, soll die 18-Jährige wütend auf ihn sein, so richtig sauer. Wochenlang hat sie sich auf die Szene vorbereitet und nun das. Pauline kämpft mit sich. Über ihr Gesicht huschen die Emotionen und sie versucht, die Gefühle für die Rolle festzuhalten. Die Prüfer verziehen keine Miene. Eine Schauspielerin muss improvisieren können — und eine solche will Pauline einmal werden. Die Bartherin möchte einen Platz an der Theaterakademie Vorpommern ergattern. Sie gehört zu den 24 Kandidaten, die es am vergangenen Samstag zum Vorsprechen ins Theater Anklam geschafft haben. Das allein ist ein Erfolg, denn über hundert junge Menschen hatten sich beworben. Doch wer bis hier her kommt, der will zu den zehn Gewinnern gehören, die es ins Ensemble schaffen.

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Zw�lf der 24 Kandidaten, die es bis zum Vorsprechen geschafft haben, posen vor dem Theater Anklam.

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Intendant und Jurymitglied Wolfgang Bordel gibt Pauline schließlich den entscheidenden Tipp. „Steh von deinem Stuhl auf. Dann kannst du viel freier spielen“, rät er. Erst jetzt zeigt die Kandidatin, welches Talent in ihr steckt. Abwechselnd verflucht Gretchen ihren Angebeteten, um sich dann wieder nach seinen Küssen zu sehnen. Nach dem Auftritt scheint die Jury zufrieden, aber ob es auch für das große Ziel reicht, erfährt Pauline erst in ein paar Tagen. Die Konkurrenz ist hart. Draußen bereiten sich die anderen Kandidaten aus ganz Deutschland vor. Einige sind in ihren Text versunken, andere versuchen sich mit Smalltalk abzulenken. Ein Bewerber macht vor der Tür Kniebeuge.

Wenja Imlau-Wilke kennt die Aufregung vor einem Vorsprechen — sie hat es bereits durchgestanden. Die junge Frau wurde vor einem Jahr an die Akademie aufgenommen. Heute betreut sie ihre Nachfolger. Ein Patentrezept auf Erfolg hat sie nicht parat. „Man musss was drauf haben. Trotzdem lässt sich nie sagen, ob es reicht“, sagt sie. Es komme auf Kleinigkeiten an, nicht zuletzt auf den persönlichen Geschmack der Juroren. Wolfgang Bordel ist offenbar mit den Leistungen der Anwärter zufrieden. „Ich bin froh, dass es noch so viele Menschen gibt, die diesen schwierigen Beruf ergreifen wollen“, sagt er. Bei der Auswahl komme es nicht nur auf perfekte Modelmaße und ein schönes Gesicht an. Es müssen besondere Charaktere sein. So wie Manuela Wisbeck. Die Absolventin der Akademie bringt zwar ein paar Kilo mehr auf die Waage als viele ihrer Kollegen. Trotzdem hat sie es bis in einen Mathias Schweighöfer Kinofilm geschafft. Vielleicht ist das ein gutes Zeichen für Pauline Damer: Genau wie sie kommt die Schauspielerin aus Barth.

Ausbildung in Zinnowitz

100 Kandidaten hatten sich für zehn zu vergebene Plätze an der Theaterakademie Vorpommern beworben. 24 von ihnen haben es zum Vorsprechen nach Anklam geschafft.

Wer hier weiterkommt, muss jedoch noch mindestens eine weitere Runde überstehen. Wer dort überzeugt, bekommt eine Schauspielausbildung mit Vergütung sowie praktische Erfahrungen bei Produktionen der Vorpommerschen Landesbühne.

Ich bin froh, dass es noch so viele junge Menschen gibt, die diesen schwierigen Beruf ergreifen wollen.“Wolfgang Bordel, Theaterintendant

Alexander Müller

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