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Greifswald Tiefe Trauer um Prorektor Wolfgang Joecks
Vorpommern Greifswald Tiefe Trauer um Prorektor Wolfgang Joecks
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00:00 10.08.2016
Der Greifswalder Wolfgang Joecks ist gestern verstorben. Die Anteilnahme aller gilt seiner Frau, den Kindern und Enkeln. Quelle: Peter Binder

. Eine Stadt trauert: Gestern ist der Juraprofessor und Vizepräsident der Greifswalder Bürgerschaft Wolfgang Joecks im Alter von 63 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben. Er soll einem Herzinfarkt erlegen sein. Joecks war seit 1992 Lehrstuhlinhaber für Strafrecht an der Ernst-Moritz- Arndt-Universität und seit 2012 Prorektor für Lehre, Studium und Weiterbildung. Der gebürtige Rendsburger (Schleswig-Holstein) arbeitete seit 2008 als Richter am Landesverfassungsgericht und engagierte sich seit 2009 als Sozialdemokrat im Kommunalparlament der Stadt.

An der Universität herrschte gestern große Betroffenheit: „Wir sind fassungslos angesichts des plötzlichen Todes und können es noch nicht wahrhaben, dass Wolfgang Joecks in seiner positiven, starken und kraftvollen Persönlichkeit nicht mehr unter uns weilt“, so Rektorin Prof. Johanna Weber. „Wir erinnern uns an die vielen Pläne, die er für die nahe und weitere Zukunft hatte, an die Energie und Lebensfreude, mit der er seine Ziele verfolgt und die Gradlinigkeit und Klugheit, mit der er sie erreicht hat“, erklärte sie. Sein Tod sei ein unersetzbarer Verlust.

Auch im Rathaus löste die traurige Nachricht tiefe Bestürzung aus: „Greifswald verliert mit Professor Wolfgang Joecks einen engagierten Gestalter, der sich in der Pflicht der Greifswalderinnen und Greifswalder sah“, erklärte Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne). Joecks habe über Jahre als Mitglied der Bürgerschaft in der SPD- Fraktion die Entwicklung der Hansestadt maßgeblich mitbestimmt. Er wurde im Juni 2009 in das Gremium gewählt, wirkte von Anfang an als Vizepräsident und seit 2014 auch als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Im vorigen Jahr übertrug ihm die Bürgerschaft außerdem den Vorsitz des Wahlprüfungsausschusses, der die Rechtmäßigkeit der umstrittenen OB-Wahl untersuchte.

„Als Mitglied im Aufsichtsrat des Theaters begleitete er die nicht einfachen Diskussionen mit der Landesregierung um den Erhalt der Theaterlandschaft im Land“, würdigte Fassbinder seine Leistungen.

Joecks Arbeit sei von Kompromissbereitschaft, Sachlichkeit und großem Wissen getragen gewesen. Insbesondere habe er sich für die vielfältige Zusammenarbeit von Stadt und Universität eingesetzt. „Er trat stets konsequent für die demokratischen Prinzipien unserer Gesellschaft ein. Seine Erfahrung und seine Sachkunde werden fehlen“, sagte der Oberbürgermeister.

Diesen Worten kann Bürgerschaftspräsidentin Birgit Socher (Linke) nur beipflichten: „Ich bin fassungslos und traurig über den Tod von Wolfgang Joecks. Er war für unsere Stadt eine ganz wichtige und von allen wertgeschätzte Persönlichkeit“, sagte sie. Von großem Nutzen sei sein Fachwissen bei der Erarbeitung einer neuen Hauptsatzung des Parlaments gewesen, nannte sie ein Beispiel.

Große Betroffenheit herrschte gestern auch in der SPD-Fraktion der Bürgerschaft. „Wir sind alle bestürzt und schockiert von seinem plötzlichen Tod“, erklärte Luisa Heide, stellvertretende Fraktionschefin. Es werde schwer fallen, den Verlust eines so engagierten Mitstreiters zu kompensieren.

Auch die Christdemokraten äußern Trauer: „Mit dem Tod von Wolfgang Joecks hat Greifswald einen profilierten Wissenschaftler, aber auch einen großartigen Menschen verloren“, schreiben Fraktionschef Axel Hochschild und CDU-Kreisvorsitzender Egbert Liskow in einer E-Mail. Er sei ein „ehrenhafter und geradliniger Mensch“ gewesen.

Petra Hase

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