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Tierpark nimmt verletzte Wildvögel auf

Greifswald Tierpark nimmt verletzte Wildvögel auf

Neue Quarantänestation sorgt für optimale Bedingungen zur Genesung / Land gibt 30 000 Euro für Finanzierung

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Frank Tetzlaff, Heidi Schönherr, Til Backhaus und Lüer Kühne (v.l.) mit einem verletzten Weißstorch in der neuen Auffangstation. Fotos (2): Peter Binder

Greifswald. Der Heimattierpark der Hansestadt hat gestern eine Wildvogelauffangstation eingeweiht. Verletzte Fundtiere können nun unter optimalen Bedingungen tierärztlich versorgt und aufgepäppelt werden, damit sie nach ihrer Genesung wieder ausgewildert werden können.

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Neue Quarantänestation sorgt für optimale Bedingungen zur Genesung / Land gibt 30 000 Euro für Finanzierung

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Für den Cheftierpfleger der Einrichtung und Ornithologen Frank Tetzlaff ist es ein besonderer Tag: In seiner 26-jährigen Tätigkeit im Tierpark hat er bereits hunderte Vögel aufgenommen und gesund gepflegt. Dazu zählen 105 Weißstörche, von denen 63 wieder ausgewildert und 20 wegen Flugunfähigkeit in den Tierparkbestand übernommen wurden. Auch 128 gefundene Turmfalken – 110 davon leben wieder in freier Natur – betreute Tetzlaff, ebenso Mäusebussarde, Waldkauze, Schleiereulen, Seeadler, Wanderfalken, Wachtelkönige und zahlreiche andere Vögel.

Ein ganz besonderer Fall war ein Rotmilan, dessen Handschwingen nach der Kollision mit einer Windkraftanlage gebrochen waren. Tetzlaff stiebitzte von einem ausgestopften Artgenossen des Vogels die Schwingen, verklebte sie und bastelte dem verletzten Tier daraus eine flugfähige Prothese. „Als der Rotmilan nach der Genesung zum Abschied über meinem Kopf kreiste, war das schon ein erhebendes Gefühl“, berichtet er. „Oft wussten wir nicht wohin mit den Tieren. Ich habe dann auch schon mal im Kofferraum meines Autos einen Schreiadler transportiert oder auf dem Beifahrersitz einen Weißstorch angeschnallt mit nach Hause genommen und ihn dort gepflegt“, berichtet Tetzlaff. Das sei nun Vergangenheit. „Wir haben jetzt optimale Bedingungen, um Fundvögel zu versorgen“, freut sich Tetzlaff.

Es ist die zweite Station dieser Art in MV, das Landwirtschaftsministerium unterstützte den Bau mit 30000 Euro. Landwirtschaftsminister Til Backhaus (SPD), der anlässlich des 6. Landeszootages gestern auch den Weg nach Greifswald fand, lobte das große Engagement der Tierparkleitung und der Mitarbeiter bei diesem Projekt. Es sei nach seinen Worten wichtig, dass für Fundtiere eine geeignete Lösung gefunden wird. Gerade Kinder würden oft verletzte Tiere vorbeibringen und könnten nicht verstehen, wenn sich niemand um sie kümmere. „Mit dieser Wildvogelauffangstation wird der Tierpark als außerschulischer Lernort enorm aufgewertet, zumal in Ausnahmefällen auch Igel, Feldhasen und Fledermäuse aufgenommen werden sollen“, betonte er.

Nach Aussage von Tierparkleiterin Heidi Schönherr seien in die neue Station noch einmal Arbeitsleistungen von mindestens 40000 Euro geflossen, die ehrenamtlich waren. Dafür dankte sie der Stadt, dem Förderverein, der ABS, aber besonders den Tierparkmitarbeitern. „Und ohne das unermüdliche Wirken von Frank Tetzlaff wären wir noch nicht so weit“, gab sie zu.

Die Auffangstation ist räumlich getrennt vom übrigen Tierparkbereich, sodass die kranken Tiere in Ruhe gesund werden können und auch der Seuchenprophylaxe Rechnung getragen wird. Für die anderen Tiere – immerhin sind in Greifswald 88 verschiedene Arten zu besichtigen – besteht damit keine Gefahr. Der Heimattierpark Greifswald ist damit neben Rostock, Wismar, Stralsund, Neustrelitz und dem Naturerlebnispark Papenhagen einer von sechs Zoos in MV, die verletzte oder hilflose Wildtiere aufnehmen. Und Cheftierpfleger Tetzlaff versichert: „Jene Tiere, die auswilderungsfähig sind, kommen bei uns auch wieder raus.“

Der Heimattierpark

60 Jahre alt ist der Heimattierpark der Hansestadt. Er gehört zu den 35 zoologischen Gärten in Mecklenburg-Vorpommern.

88 verschiedene Tierarten beherbergt der Tierpark, der sich artgerechte Haltung auf die Fahnen geschrieben hat. Dazu wurden bereits eine Storchen- und eine Affeninsel errichtet. Das nächste Projekt ist die Umgestaltung des Geheges der Stachelschweine.

105 verletzte Weißstörche wurden seit 1994 im Tierpark aufgenommen, ebenso 128 Turmfalken, 78 Mäusebussarde, 31 Waldkauze, 21 Schleiereulen, sieben Seeadler und neun Wachtelkönige.

Cornelia Meerkatz

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