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Tierparkteich muss entschlammt werden: Stadt gibt Geld

Greifswald Tierparkteich muss entschlammt werden: Stadt gibt Geld

1,3 Millionen Euro soll die Ausbaggerung kosten / Zoo hat gute Chancen auf Fördermittel / Bürgerschaft will mit 112000 Euro beim Eigenanteil helfen

Greifswald. Der Greifswalder Tierpark braucht eine zusätzliche Finanzspritze aus dem städtischen Haushalt. Damit der stark verschlammte Teich ausgebaggert werden kann, will Tierparkleiterin Heidi Schönherr EU-Fördermittel beantragen. Es besteht die Chance auf eine 85-prozentige Förderung. „Das gibt es nur noch ganz selten“, sagt Schönherr. Doch dem kleinen Zoo am Rande der Innenstadt fehlen 112000 Euro, um den Eigenanteil wuppen zu können. Der Finanzausschuss stimmte gestern Abend zu, dem Tierpark die Summe zur Verfügung zu stellen. Zuvor hatte bereits die Ortsteilvertretung Innenstadt Ja gesagt.

 

OZ-Bild

Tierparkchefin Heidi Schönherr mit den Plänen für die Teichsanierung. 2017 soll die Entschlammung beginnen.

Quelle: Peter Binder
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Der Tierpark hat sich wunderbar entwickelt. Die Entscheidung über die Zuschüsse gehört in die Haushaltsverhandlungen.“Axel Hochschild, CDU

Der Teich ist nicht nur wegen der schlechten Wasserqualität Sorgenkind des Teams, sondern auch wegen der Geruchsbelästigung. „Es riecht sehr unangenehm. Da ist unbedingt Handlungsbedarf“, sagt auch Axel Hochschild, Chef der CDU-Fraktion in der Bürgerschaft. Seine Partei sieht die Beschlussvorlage trotzdem kritisch. „Das Geld jetzt schon zuzusagen, wäre ein Vorgriff auf die Haushaltsdiskussion“, so Hochschild. Diese stehe erst zum Jahresende an.

Nach ersten Schätzungen soll die Entschlammung 1,3 Millionen Euro kosten, so Schönherr. Eine Summe, die Stadt und Tierpark auf keinen Fall alleine stemmen können. Warum es so teuer ist, einen vergleichsweise kleinen Teich zu sanieren? Das Gewässer wurde vor Jahrzehnten künstlich angelegt, es gibt keinen Durchfluss. Es ist auch nicht möglich, diesen technisch anzulegen. Weil sich über die Jahre immer mehr Schlamm angesammelt hat und der Sauerstoffgehalt weiter gesunken ist, sind sogar die Karpfen gestorben. Zum letzten Mal wurde der Teich 1992 ausgebaggert. Klar ist, dass das auch künftig in regelmäßigen Abständen gemacht werden muss. „Wir wollen möglichst nachhaltig entschlammen, damit die Maßnahme eben nicht so schnell wiederholt werden muss“, sagt Schönherr. Beispielsweise müsse dem Teich auch Sauerstoff zugeführt werden.

Schönherr hat gute Aussichten auf EU-Fördermittel. Es geht um ein Programm, das Greifswald gemeinsam mit der polnischen Stadt Swinemünde nutzen möchte. „Wir wollen den Antrag möglichst noch im Oktober einreichen, spätestens im Frühjahr 2017“, sagt Schönherr. Noch im selben Jahr könnte es losgehen, sollten das gemeinsame Projekt den Zuschlag bekommen. „Ich finde es sehr gut, dass sich der Tierpark selbst darum kümmert, Fördermittel einzuwerben“, lobt Bürgerschaftsmitglied Yvonne Görs (Linke). Das sei für einen kleinen Verein keineswegs selbstverständlich.

Sollte der Antrag auf EU-Fördermittel scheitern, erhält der Tierpark jedoch weder den fehlenden Betrag für den Eigenanteil noch das erhoffte zusätzliche Geld für den laufenden Betrieb. So zumindest lautet der Wunsch des Finanzausschusses, um andere Vereine in den Haushaltsverhandlungen nicht zu benachteiligen. Das endgültige Votum liegt bei der Bürgerschaft.

Schönherr hatte neben den 112000 Euro für den EU-Fördermittelantrag ebenfalls um höhere städtische Zuschüsse in den Jahren 2017 und 2018 gebeten. Ihrem Wunsch nach sollte die Summe nicht wie bislang vorgesehen auf 120000 Euro abgesenkt, sondern bei den 160000 Euro zu belassen, die der Tierpark in den vergangenen Jahren erhalten hat. Die Leiterin weist darauf hin, dass es im Tierpark fast ausschließlich sogenannte „geschützte Arbeitsplätze“ gebe. Heißt: Das Jobcenter zahlt eine Förderung, weil es sich um Personen mit einem Handicap handelt oder Menschen, die älter als 50 Jahre sind. „Trotzdem sinken die Lohnkostenzuschüsse des Jobcenters entscheidend“, sagt Schönherr. Die Mehrkosten, auch durch den Mindestlohn, würden höhere Zuschüsse erforderlich machen.

Um diese Kosten geht es

160000 EEuro soll der städtische Zuschuss für den Tierpark jeweils in den Jahren 2017 und 2018 betragen. Diese Summe wurde auch in den vergangenen Jahren gewährt. Geplant war jedoch, den jährlichen Zuschuss ab kommendem Jahr auf 120000 Euro abzusenken. Von diesem Ansinnen nimmt die Bürgerschaft Abstand.

1,3 Millionen Euro soll die Sanierung des Tierparkteiches kosten. Der Tierpark will im Frühjahr 2017 einen Antrag auf EU-Fördermittel einreichen. Es wird eine 85-prozentige Förderung in Aussicht gestellt. Den Eigenanteil

in Höhe von 196000 Euro teilen sich Tierpark (84000 Euro) und Stadt (112000 Euro).

Katharina Degrassi und Cornelia Meerkatz

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