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Tipps für den Alltag in der Mole: 50 Flüchtlinge kommen pro Woche

Greifswald Tipps für den Alltag in der Mole: 50 Flüchtlinge kommen pro Woche

Das Begegnungszentrum in der Gustebiner Wende wurde vor einem halben Jahr eröffnet und hat sich längst unter den Asylsuchenden als Anlaufstelle etabliert

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In der Mole fühlen sich die Flüchtlinge wohl. Sie schätzen die Angebote, die hier unterbreitet werden.

Quelle: Annemarie Bierstedt

Greifswald. „Ohne Mole hätte ich gar keinen Kontakt zu Deutschen außer im Supermarkt und könnte auch gar kein Deutsch lernen“, erzählt der 26-jährige Basel Khattab aus Syrien. Ähnlich geht es Dema Al-Bakour, die seit etwa einem Jahr in Greifswald lebt. „Hier bekomme ich Hilfe, was Briefe und Wege zu Ämtern betrifft. Ich erhalte Tipps und kann mich beraten lassen.“

Es geht darum,

die Geflüchteten bei Ämtergängen, Sprachkursen, Ärzten zu beraten und ihnen beim Aufbau eines sozialen Netzwerks zu helfen .“Jessica Barth, Koordinatorin Mole

Auch die junge Frau ist aus Syrien geflohen, hatte dort Sprachen studiert und möchte in Deutschland einmal als Lehrerin oder Dolmetscherin arbeiten.

Doch damit sich die jungen Geflüchteten hier zurecht finden, brauchen sie Hilfe und Unterstützung. Das bietet das im Februar eröffnete Begegnungszentrum Mole in der Gustebiner Wende, welches wöchentlich etwa 50 Geflüchtete aufsuchen. „Unser Ziel ist es, die Geflüchteten in jeder Hinsicht zu unterstützen. Es geht dabei sowohl darum, sie bei Ämtergängen, Sprachkursen, Ärzten, etc. zu beraten als auch ihnen beim Aufbau eines sozialen Netzwerks zu helfen und ihnen einen Raum zu geben, an dem sie sich einfach treffen und Bekanntschaften schließen können“, erklärt Koordinatorin Jessica Barth. Das Begegnungszentrum arbeitet mit dem Psychosozialen Zentrum für Asylsuchende in Vorpommern zusammen und untersteht dem Kreisdiakonischen Werk Greifswald e.V. Finanziert wird das Projekt unter anderem aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU.

Barth ist täglich in der Mole anzutreffen und dort hauptamtlich tätig. Sie hat immer ein offenes Ohr, berät die Flüchtlinge bei allen Fragen oder sitzt einfach mit ihnen bei Kaffee und Kuchen zusammen und übt mit ihnen, Deutsch zu sprechen. „Es geht um ganz banale Dinge wie den Handyvertrag, den Gang zum Arzt, das Fahrrad zu reparieren, aber auch darum, wie kann ich an der Uni anfangen zu studieren“, erläutert sie. Darüber hinaus arbeiten etwa 30 Ehrenamtliche in der Mole. Dazu gehört zum Beispiel der Arbeitskreis kritischer Juristinnen (AKJ), der wöchentlich kostenlose Beratungen zu den Themen Recht oder Alltag anbietet. Gregor Kochhan vom Diakonischen Werk Mecklenburg-Vorpommern, organisiert wöchentlich eine offene Asylrechtsberatung. Zudem gibt es Sprachkurse unterschiedlicher Niveaustufen. Um allein erziehende Frauen zur Teilnahme zu ermutigen, wird währenddessen sogar für eine Kinderbetreuung gesorgt. Dienstag und Donnerstag ist jeweils interkulturelles Café, am Mittwochnachmittag speziell ein Frauencafé.

Zwei besondere Ereignisse in diesem Jahr waren das Sommerfest im Juni und das Zuckerfest zum Abschluss des Ramadan, des muslimischen Fastenmonats, berichtet Barth. „Zu beiden Ereignissen sind sehr viele Menschen gekommen, nicht nur Geflüchtete, sondern auch Deutsche. Es war eine sehr schöne Atmosphäre“, freut sich die Koordinatorin. Auf diese Weise bietet die Mole einen öffentliche Raum, in dem sich unterschiedliche Kulturen begegnen und austauschen können.

Annemarie Bierstedt

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