Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald „Tolle Zeit abseits der Playstation“
Vorpommern Greifswald „Tolle Zeit abseits der Playstation“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:05 23.02.2017
Guido Springer in seinem Element. Seit 2003 arbeitet er als selbstständiger Schachlehrer und besucht Schulen in Greifswald und im Umland, um den Kindern das Spiel näher zu bringen. Quelle: Foto: Familie Klöpzig
Greifswald

Im Greifswalder Schachverein „Gryps“ hat die Jugendarbeit einen immensen Stellenwert. Kein Wunder, sind doch etwa 70 Prozent der Mitglieder Nachwuchsspieler. In Zeiten, in denen hier in der Region viele Vereine Nachwuchssorgen plagen, ein beachtlich hoher Anteil.

Schachverein „Gryps“ bewirbt sich um Ehrenamtspreis / 70 Prozent sind Nachwuchsspieler

Wie kommt das zustande? Guido Springer, Trainer und Schatzmeister im Verein, sagt, dass das schon immer so gewesen sei: „Als der Verein 2003 gegründet wurde, bestand er fast nur aus Jugendspielern.“

Für Schach könnten sich Kinder und Jugendliche begeistern, weil im Vergleich zu anderen Sportarten körperliche Voraussetzungen keine Rolle spielen und auch das Alter nicht wichtig ist. „Kinder finden es spannend, sich mit Erwachsenen zu messen. Es ist ein strategisches Spiel. Wer die besseren Ideen hat, gewinnt“, so Springer. „Gryps“-Jugendwart Gerd Windjäger ergänzt: „Wir versuchen, Kindern und Jugendlichen bereits ab dem Grundschulalter das Schachspiel und das, was mit ihm einhergeht, näherzubringen.“ Dazu zähle er Toleranz und Respekt gegenüber dem Gegner, die Verbesserung von Konzentrations- und logischem Denkvermögen sowie den Spaß am Spiel. So gehe es auch darum, „zusammen mit Gleichaltrigen eine tolle Zeit abseits der Playstation zu verbringen“.

61 Mitglieder zählt der Verein „Gryps“ derzeit. Über 40 davon sind unter 18 Jahre alt. Der Vorsitzende Michael Hollatz ist auch erst 27. Guido Springer, der selbst seit 36 Jahren Vereinsschach spielt, hebt außerdem hervor: „Prozentual gesehen ist Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern die Stadt mit den meisten organisierten Schachspielern im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung.“ Denn neben „Gryps“ gibt es auch noch den Greifswalder Schachverein, der sogar noch eine Handvoll mehr Mitstreiter hat. Früher gehörten beide Clubs zusammen, doch Differenzen führten zur Spaltung. Wie ist das Verhältnis heute? „Wir sehen es sportlich“, sagt Springer, fügt aber auch an: „Wenn wir gegeneinander spielen, sind viele noch etwas ehrgeiziger am Tisch als sonst.“

Die jungen Spieler des Vereins „Gryps“ nehmen regelmäßig an Einzelmeisterschaften in den Altersklassen U10 (unter zehn Jahre alt), U12, U14, U16 und U18 teil. Wer sich dort durchsetzt, qualifiziert sich für die Deutschen Meisterschaften.

Allerdings: Die Unterstützung der Spieler bei auswärtigen Turnieren wird sehr erschwert, wie Jugendwart Windjäger berichtet: „Da wir bekanntermaßen in einer relativ strukturschwachen Region leben, gehen Mitgliedsbeiträge leider häufig spät oder gar nicht ein.“ Das Geld werde aber für die Fahrten benötigt. „Daher könnten wir den ausgeschriebenen Preis sehr gut in unserer Jugendarbeit gebrauchen.“ Zweimal 2500 Euro spendiert die Usedomer Achterkerke Stiftung (siehe Infokasten). Eine Jury wählt unter allen Bewerbern diejenigen aus, die sich im Bereich Kinder- und Jugendarbeit besonders engagieren.

Trainingszeiten des Schachvereins „Gryps“: In Greifswald montags 16.45 bis 18 Uhr, donnerstags 15.45 bis 17 Uhr in der Grundschule „Greif“. Im Görminer Dörphus: dienstags von 16 bis 17.15 Uhr und von 17.15 bis 18.45 Uhr. Mehr Infos:

www.guidospringer.de

Zweimal 2500 Euro

Die Achterkerke-Stiftung von der Insel Usedom vergibt gemeinsam mit der OSTSEE-ZEITUNG einen Ehrenamtspreis. Aus dem Bereich der Greifswalder Zeitung und aus dem der Usedom-Peene-Zeitung wird je ein Verein oder eine Initiative ausgezeichnet, die sich auf ganz besondere Weise seit Jahren im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit engagiert. Sie sollen auf dem vierten OZ-Ball am 4. März im Heringsdorfer Kaiserbädersaal gebührend geehrt werden. Der Ehrenamtspreis ist mit jeweils 2500 Euro dotiert.

Kai Lachmann

„Gold!“, ein Musiktheater für Kinder, feiert am Sonntag Premiere.

23.02.2017

In Wolgast entsteht eine neue Anlage

23.02.2017

Cheplapharm stellte 50 neue Mitarbeiter ein

23.02.2017