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Totengedenken in machtvollen Tönen

Greifswald Totengedenken in machtvollen Tönen

Domkonzert mit Reger und Bruckner in Greifswald

Greifswald. Stilles Gedenken am Totensonntag? Eher nicht, wenn auf einem Konzertprogramm Werke Max Regers und Anton Bruckners stehen. Klanggewaltig künden sie vom Versuch, eigenwillig individuellen (Ab)Sichten die Verallgemeinerungsfähigkeit höchst menschlichen Anliegens – der Umgang mit dem Tod – zu verleihen. In Greifswalds Dom Sankt Nikolai konnte das vorgestern so unterschiedlich wie exemplarisch dokumentiert werden: mit einer Rarität, nämlich Regers „Requiem“ op. 144b, und Bruckners berühmter f-Moll-Messe. Damit hatten sich Greifswalds Domchor und der Figuralchor der St. Johannis-Kantorei Rostock als bekanntermaßen leistungsstarke nichtprofessionelle Ensembles beachtliche Zielmarken gesetzt: mit Regers nicht Gott, sondern die menschliche Seele anrufende Vertonung eines Hebbel-Gedichtes („Requiem“) und mit Bruckner die liturgische Hauptform des katholischen Gottesdienstes: der sühnende Opfertod Christi. Im Verbund mit dem souverän agierenden Philharmonischen Festivalorchester Poznan/Posen gelang zunächst ein bemerkenswert klangdifferenzierter Reger, intensiv in der Tongebung und dynamisch-lebendig, vielfach verinnerlicht und selbst im kämpferischen Klangrausch nie bloß pathetisch. Weniger dankbar schien da Bruckner. Seine sinfonisch konzipierte „Grosse Messe“ ist chorisch von höchstem Anspruch und besaß dennoch viele Qualitäten einer gelungenen Präsentation: kraftvoll im Zugriff, klar und eher episch-hymnisch, ohne mystisches Verschleiern, flächig, gelegentlich etwas zu statisch im Klang, ohne Glattheit und durchaus mit Strahlkraft in den vielen Forte-Partien. Wünschenswerte deutlichere klangliche Differenzierungsabsichten hätten es angesichts der Domakustik und des (gelegentlich zu) kräftig und die markanten Bruckner-Figuren etwas kantig musizierenden Orchesters ohnehin nicht leicht gehabt. Mit den vorzüglichen Solisten Miriam Meyer (Sopran), Bogna Bartosz (Alt), Martin Lattke (Tenor) und Nikolay Borchev (Bass) rundete sich aber das Bild einer engagierten, eindringlichen und durchaus appellativen Aufführung.

E. Ochs

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