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Trauma-Ambulanz eröffnet

Greifswald Trauma-Ambulanz eröffnet

Opfer mit traumatischen Schäden können ab sofort in Greifswald betreut werden.

Greifswald. Wer schwere Gewalt erlebt hat, muss häufig mit schweren psychischen Folgen kämpfen. Um diesen Opfern zu helfen, wurde gestern in Greifswald eine Trauma-Ambulanz eröffnet. Die Einrichtungen ist an das Universitätsklinikum angegliedert.

„Trauma-Ambulanzen sind fachärztliche und fachpsychologische Netzwerke, die Soforthilfe ohne längeres Warten auf einen Therapieplatz ermöglichen“, sagte Gesundheitsstaatssekretär Nikolaus Voss. Das Opfer könne sich unmittelbar an eine spezialisierte Einrichtung wenden. Die Behandlung müsse zudem vorher nicht mit der Krankenkasse abgestimmt werden. Bislang müssten traumatisierte Opfer noch zu lange auf qualifizierte psychotherapeutische Hilfe warten, sagte der Chef der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Greifswald, Harald Freyberger. Grund sei die Unterversorgung mit niedergelassenen Praxen im Land, so dass es zu langen Wartezeiten für die Betroffenen kommen könne.

Seinen Angaben zufolge dokumentiert das Landesamt für Gesundheit und Soziales jährlich rund 350 Fälle, bei denen Opfern schwere Gewalt zugefügt wurde. Viele Betroffene litten danach an Traumata.

„Entscheidend ist, dass die Menschen, die stark auf eine Traumatisierung reagieren, sich so früh wie möglich in Behandlung begeben.“ Am Klinikum kümmern sich spezialisierte Fachärzte, Krankenschwestern und Sozialarbeiter um die Opfer. Bei den Trauma-Ambulanzen handelt es sich um ein zusätzliches Angebot innerhalb des Opferentschädigungsgesetzes.

Freybergers Angaben zufolge erleben in Deutschland rund sechs Prozent der Männer und acht Prozent der Frauen in ihrem Leben traumarelevante Schäden. Die Hälfte der Betroffenen könne ein Trauma ohne therapeutische Hilfe verarbeiten. Bei den anderen verfestige sich ein Trauma mit ausgeprägten Ängsten. Diese Menschen seien immer unfähiger, soziale Bezüge aufrechtzuerhalten, sagte Freyberger.

OZ

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