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Greifswald Über etliche Umwege zum Traumjob als Friseurin
Vorpommern Greifswald Über etliche Umwege zum Traumjob als Friseurin
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00:00 18.04.2013
Ducherow

Christiane Lux schneidet die Haare eines Kunden und achtet dabei auf jeden Millimeter. Vom Hinterkopf arbeitet sich die 18-Jährige vorsichtig zu den Seiten vor. Jetzt bloß nichts falsch machen, denn die Chefin erkennt jeden Fehler sofort. Für die junge Frau geht es dabei nicht nur um einen gelungenen Herrenschnitt — es geht um nicht weniger als ihre Zukunft. Sie will endlich den ersehnten Ausbildungsplatz als Friseurin.

Denn obwohl die Betriebe der Region händeringend nach Auszubildenen suchen, ging Christiane Lux bislang leer aus, nirgendwo schien sie den Anforderungen zu genügen. Seit fünf Monaten macht sie nun mit Hilfe der Arbeitsagentur ein staatlich finanziertes Praktikum in dem kleinen Friseurgeschäft in Ducherow bei Anklam. „Betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ)“ heißt das in Beamtensprache. In den nächsten Wochen entscheidet sich, ob Christine Lux nach dem Praktikum auch eine Lehrstelle bekommt. „Ich denke, meine Chancen stehen gut, wenn ich mich richtig reinhänge“, sagt sie.

Das EQ-Modell wird immer häufiger von Betrieben und Bewerbern genutzt. Immerhin 64 junge Leute werden seit September 2012 von der Arbeitsagentur Greifswald auf diese Weise gefördert. Zwei Jahre zuvor waren es nur 35. Von dem Programm profitieren nicht nur die angehenden Lehrlinge, sondern auch die Firmen. Im März standen im Landkreis Vorpommern-Greifswald 1391 offenen Stellen gerade mal 686 Bewerber gegenüber. Es fehlt massiv an qualifiziertem Nachwuchs. „Angesichts der wenigen Bewerber müssen auch die Jugendlichen eine Chance bekommen, die nicht auf den ersten Blick eingestellt wurden.

Wir helfen ihnen dabei“, sagt Arbeitsagenturchef Heiko Miraß.

Laut dem Arbeitsamt bekommen 60 Prozent der jungen Menschen nach ihrem Praktikum auch einen Ausbildungsplatz. Auch für Christiane Lux sieht es gut aus. „Die Chancen stehen nicht schlecht, dass sie bald richtig bei mir anfangen kann“, sagt Cheffriseurin Sabine Rösener. Für diese Entscheidung sei das vom Staat bezahlte Praktikum ausschlaggebend gewesen. „Für so einen kleinen Betrieb wie meinen stellt ein Lehrling ein finanzielles Risiko dar. Wenn ich trotzdem ausbilde, dann muss es einfach passen“, betont die 44-Jährige.

Die Hartnäckigkeit von Christiane Lux scheint sich auszuzahlen. Sie sagt: „Wenn das klappt, wäre es für mich ein Sprung ins Leben.“

Alexander Müller

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