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Greifswald Überall Wasserlöcher: Strand erzürnt Lubminer
Vorpommern Greifswald Überall Wasserlöcher: Strand erzürnt Lubminer
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00:05 09.05.2017
Roland Brauns, Strandkorbvermieter aus Lubmin, ist verärgert, dass der Strand jetzt durchnässt ist. Quelle: Foto: Cornelia Meerkatz
Lubmin

Rausgeschmissenes Geld, unnütze Arbeit, völlig sinnlos – die Vorwürfe von Roland Brauns aus Lubmin gegen das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Stralsund (Stalu) sind heftig. Der 65-Jährige ist Strandkorbvermieter und lässt kein gutes Haar an den derzeit im Seebad laufenden Baggerarbeiten am Strand.

„Der Verzug bei der Reparatur ist kaum noch aufzuholen. Axel Vogt, Bürgermeister Lubmin

Im Auftrag des Stalu, einer Landesbehörde, wird seit über zwei Wochen an der Rekonstruktion der Düne auf der gesamten Strandlänge gearbeitet. Das Land ist für den Küstenschutz zuständig und hat verfügt, dass nach den Sturmschäden vom Januar die Düne wieder aufgefüllt werden soll. Denn Küstenschutz hat gesetzliche Priorität vor touristischer Nutzung. Ein Bagger schiebt nun die Sandvorkommen im Flachwasserbereich über den Strand direkt bis zur Düne. Seitens des Stalu hieß es, dass der 3,5 Kilometer lange Strand samt Düne rechtzeitig vor Beginn der Urlaubssaison in gewohnter Qualität zur Verfügung steht.

In Brauns Ohren klingt das wie ein schlechter Witz: „Der Bagger hat den trockenen Sand des Strandes hochgeschoben. Jetzt ist dort alles nur nass, überall tiefe Wasserlöcher. Dort einen Strandkorb aufzustellen, ist völlig unmöglich. Man kann ja noch nicht mal ein Handtuch ausbreiten“, klagt er. Die Arbeiten seien Aktionismus. „Die Düne war gut. Außerdem hätte der Wind bis zum Herbst den Sand auf die Düne geweht und so von selbst für Auffüllung gesorgt. Jetzt sieht der Strand einfach nur grauenvoll aus“, sagt der Lubminer, der sich ärgert, dass nicht auf die Hinweise der Leute vor Ort geachtet wird. Viel wichtiger wäre es nach seinen Worten gewesen, die Strandaufgänge in Ordnung zu bringen und behindertengerecht auszustatten.

Auch Hartmut Rieser aus dem Seebad ist unzufrieden mit den Arbeiten. Er vermietet seit über zwölf Jahren Strandkörbe und konnte ebenfalls noch keinen einzigen aufstellen. „Da wird was festgelegt, egal, ob es Sinn macht oder nicht. Die ziehen ihr Ding durch und wir haben das Nachsehen – und Verluste“, sagt er.

Lubmins Bürgermeister Axel Vogt (CDU) kann den Unmut verstehen: „Die Saison hat offiziell am 1. Mai begonnen und nicht nur die Strandkorbvermieter, auch Gastronomen und Einwohner der Gemeinde sind sehr verärgert über die Arbeiten“, sagt er. Die Gemeinde lebe mit vom Tourismus. Auch wenn der Küstenschutz Vorrang habe, müssten die Meinungen der Touristiker gehört werden. „In manchen Bereichen ist kaum noch Strand für die Aufstellung von Strandkörben, Sportanlagen oder für unsere Gäste vorhanden. Zudem beobachten wir verstärkt Sandüberwehungen auf Teile des Uferweges und damit einhergehend ein Höhenwachstum der Düne“, erklärt er. Für die Gemeindearbeiter würde das einen vermehrten Unterhaltungsaufwand bedeuten.

Vogt ist nun im ständigen Gespräch mit dem Stalu. „Die Arbeiten müssen endlich abgeschlossen werden. Ende der Woche soll es wärmer werden, wir erwarten zahlreiche Besucher. Deshalb müssten dann Strandkörbe stehen und die Sportanlage aufgebaut sein“, lautet seine Forderung. Aber der Bagger sei häufig kaputt. In der vergangenen Woche habe er zwei Tage gestanden, auch gestern sei nichts passiert.

Mit dem Stalu sei während der Bauberatung vergangene Woche vereinbart worden, dass zunächst die Reparatur der Düne weitergeführt wird. Anschließend soll mit der bauausführenden Firma das Strandniveau festgelegt und mit weiterem Sand für die Sommersaison hergerichtet werden. Allerdings schwant dem Gemeindeoberhaupt, dass das noch eine ganze Weile dauern kann. „Der mittlerweile entstandene Zeitverzug ist nicht wieder aufzuholen“, findet Axel Vogt.

Cornelia Meerkatz

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