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Greifswald Waldwege bei Greifswald werden illegal befahren
Vorpommern Greifswald Waldwege bei Greifswald werden illegal befahren
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14:15 26.11.2018
Die Hauptstraße in Weitenhagen ist eine Sackgasse Quelle: Marianne von Weber
Weitenhagen

Heute um 19 Uhr sind die Bürger Weitenhagens in das Gemeindezentrum „Dörphus“ zur Einwohnerversammlung eingeladen. Es geht um den Wunsch Diedrichshagens, Ortsteil von Weitenhagen zu werden. Dazu laufen seit längerer Zeit Verhandlungen, die Einwohner Diedrichshagens haben sich bereits mehrheitlich für einen Zusammenschluss ausgesprochen, den das Land mit einer Prämie von 400000 Euro belohnen würde. Nun ist die Meinung der Weitenhäger gefragt.

Die Voraussetzung für die Gemeindevertreter: Der Waldweg von Guest nach Weitenhagen wird mit Spurplatten ausgebaut, sodass beispielsweise die Weitenhäger Feuerwehr ohne großen Umweg nach Diedrichshagen und Guest gelangen kann. Bisher sichert Greifswald per Vertrag den Brandschutz in der Gemeinde Diedrichshagen ab. Auch für Rettungsfahrzeuge, Besucher der Gemeindezentren „Alte Schule“ und „Dörphus“ oder des Kunstrasenplatzes in Diedrichshagen wäre ein leichter befahrbarer Weg ein Gewinn.

Waldwege dürfen nicht befahren werden

Das Straßenprojekt hat indes nicht nur Befürworter. Guester sammelten bereits Unterschriften, weil sie eine deutliche Zunahme des Verkehrs bis zu Lkw in ihrem bislang sehr ruhigen Ortsteil befürchten. Auch die Universität Greifswald als Besitzer großer Waldflächen betrachtet das Vorhaben mit Sorge. „Wir sehen den Ausbau kritisch“, sagt Sprecher Jan Meßerschmidt. Erfahrungen würden belegen, dass „der Verkehrsdruck auf den Wald wächst. Das führt zu zusätzlichen Belastungen für die Natur und wahrscheinlich auch zu mehr illegalen Müllentsorgungen.“ Meßerschmidt bereitet noch etwas anderes Sorge. „Das Betreten des Waldes zu Erholungszwecken ist erlaubt“, verweist der Sprecher auf die Gesetzeslage. „Befahren werden dürfen sie nicht. Leider interessiert das einige Autofahrer nicht, wie uns auch Anwohner berichten.“

Nach Guest führt nicht nur der für den Verkehr zugelassene Guester Weg ab der Kreuzung Potthagen/Weitenhagen. Bürger nutzen auch andere Wege, um von einem Ort zum anderen zu kommen. Das ist die Erfahrung der Naturfreundin Marianne von Weber, die seit 23 Jahren an der Hauptstraße in Weitenhagen wohnt. „An der Kreuzung Haupstraße/Kleinbahndamm steht ein Sackgassenschild“, erinnert sie. Das bedeute ja nichts anderes, als dass es am Ende der Hauptstraße für Autofahrer nicht weitergeht. Denn dort beginnt ein Waldweg, der laut Gesetz nicht befahren werden darf.

„Ich stelle seit vielen Jahren fest, dass vermehrt nicht-öffentliche Feld- und Waldwege als Abkürzung genutzt werden“, sagt von Weber. Das stelle eine erhebliche Gefahr für die Flora und Fauna und die Besucher des Waldes dar und erhöhe die Brandgefahr. Das verkehrswidrige Verhalten vieler Bürger werde sich noch verstärken, wenn der Guester Weg ausgebaut werde, ist die Weitenhägerin überzeugt. Immerhin: Der Kreis will die Verkehrssituation in und um die Gemeinde im Auge behalten, sichert Sprecher Achim Froitzheim zu.

Derzeit ist in dem Fall, dass es tatsächlich zur Fusion kommt, ein Ausbau des Guester Weges zum Spurplattenweg inklusive Ausweichstellen mit Fördermitteln des Landes geplant. Der Chef der Kommunalaufsicht hat die wohlwollende Prüfung eines Antrags zugesagt (die OZ berichtete).

Was für die Fusion spricht

Die Gemeinde Weitenhagen ist laut Selbsteinschätzung zukunftsfähig. An den gescheiterten Bestrebungen zur Bildung einer Großgemeinde Landhagen mit insgesamt acht Kommunen im Amt hat sich Weitenhagen im Gegensatz zu Diedrichshagen nicht beteiligt. Für die Fusion mit Diedrichshagen spricht unter anderem, dass sich wegen der größeren Einwohnerzahl Schwankungen bei den Gewerbesteuereinnahmen weniger stark auf die Zuweisungen des Landes auswirken. Auch verfügt Diedrichshagen über ein attraktives Gemeindezentrum und einen ganzjährig bespielbaren Sportplatz auf dessen Gelände.

Eckhard Oberdörfer

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