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Unerwünschte Glasaale: Besatz in der Peene sorgt für Ärger

Anklam Unerwünschte Glasaale: Besatz in der Peene sorgt für Ärger

Ärger um Glasaal-Besatz: Die Ansiedlung der über 20 000 Jungfische in der Peene am Gelände der Anklamer Zuckerfabrik (Vorpommern-Greifswald) in der vergangenen Woche war nicht gesetzeskonform.

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Aalbesatz in der Peene nahe der Anklamer Zuckerfabrik: Angler Frank Pulow lässt die Jungfische frei.

Quelle: Tom Schröter

Anklam. Ärger um Glasaal-Besatz: Die Ansiedlung der über 20 000 Jungfische in der Peene am Gelände der Anklamer Zuckerfabrik (Vorpommern-Greifswald) in der vergangenen Woche war nicht gesetzeskonform. Darüber hat die obere Fischereibehörde alle an der Aktion Beteiligten informiert. Das Problem: Der Schilfgürtel, in dem die bis zu zehn Zentimeter langen, durchscheinenden Aale zu Wasser gelassen worden sind, gehört zu den Küstengewässern — und damit zum Hoheitsbereich des Landes. Dort Jungfische ohne Kenntnis der Landesbehörden auszusetzen, verstößt gegen das Landesfischereirecht, das geht aus dem Schreiben der Behörde hervor.

Der Besatz sollte eine positive Wiedergutmachungs-Aktion nach dem Fischsterben in der Peene im Jahr 2015 werden — nun hatte er für viele der Beteiligten ein unangenehmes Nachspiel. „Wir haben das Schreiben auch bekommen“, sagt Kerstin Schünemann, Kaufmännische Leiterin der Anklamer Zuckerfabrik. „Wir haben den Aal-Besatz aber nur finanziert.“

Gewässerwart Volker Worschech vom Anglerkreisverband Ostvorpommern kritisiert die Organisation der Aktion. „Ich wurde einen Tag vor dem Besatz informiert. Da waren die Aale schon unterwegs“, sagt er.

Damit die Jungfische nicht unnötig lang in den Styroporkisten ausharren mussten, half er — und vermittelte die Angler vom Anklamer Verband Peeneblick, die den Besatz ausführten. „Im Hafenbecken hätte man die Aale nicht aussetzen können“, sagt er. Im Schilf hätten sie noch die besten Überlebenschancen. „Es musste gehandelt werden“, sagt Worschech. Im schlimmsten Fall wären die Tiere im Transporter verendet.

Grundsätzlich begrüßt Till Backhaus (SPD) die Aktion. Der Agrarminister hatte sich nach der Havarie für eine Wiederansiedlung des Aals in der Peene stark gemacht. „Ich hatte mich dafür ausgesprochen, dass die Verantwortlichen Reue zeigen, indem sie mit den Anglern kooperieren“, teilte Backhaus der OSTSEE-ZEITUNG mit. „Allerdings dürfen dabei rechtliche Rahmenbedingungen nicht aus dem Blickfeld geraten. Ich bin mir sicher, dass die Angler aus diesem Vorfall lernen und sich ein solcher Alleingang nicht wiederholen wird.“ Eine Strafe drohe den Anglern nicht.

Dabei wurde sogar ein Forschungsprojekt mit markierten Glasaalen in der Peene gestört, wie Thomas Schaarschmidt, stellvertretender Leiter vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LallF), sagte. Es sei jetzt aufwendiger, Ergebnisse zu gewinnen.

Immerhin: Auf der Jahrestagung der Binnenfischer in Waren an der Müritz konnte sich Fischzüchter Torsten Uhthoff, Geschäftsführer der Forellenzucht Uhthoff, der die Aale für die Zuckerfabrik aus Frankreich importiert hatte, mit den Leitern der Behörde aussprechen. Es hätte sich um ein Missverständnis gehandelt, welches geklärt wurde.

Anklams Bürgermeister Michael Galander begrüßt die Initiative der Zuckerfabrik. „Obwohl die Ermittlungen nach dem Fischsterben noch nicht abgeschlossen sind, sehe ich die Aktion als eine Schadenswiedergutmachung.“

Von Kay Steinke

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