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Greifswald Uni Greifswald: Bitte recht freundlich – und zwar zu Familien
Vorpommern Greifswald Uni Greifswald: Bitte recht freundlich – und zwar zu Familien
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00:05 20.06.2016

„Wir waren selbst überrascht, wie viele Angebote es bei uns schon alles gibt.“ Johanna Ehlers vom Familienservice der Universität Greifswald arbeitet daran, die Hochschule familienfreundlicher zu gestalten – und zwar für alle: von Professoren über die Verwaltungsangestellten bis zu den Studenten. Ehlers und Kollegen wollten ihnen einen Überblick über die Hilfsangebote geben, die an der Uni bereitgehalten werden, und haben sie fleißig zusammengetragen. Herausgekommen ist eine 42 Seiten starke Broschüre, die fast alles auflistet, was es in Greifswald gibt (fast, weil immer wieder etwas Neues hinzukommt).

Von Wickeltischen bis zu Willkommenspaketen: Vorgestellt werden unter anderem Kinderbetreuungsangebote wie Ferienfreizeiten, ein Babysitter-Pool und die Kita „Campuskinder“. Die Kinder- und Jugend-Uni ist dabei, es gibt Infos zu Elterncafés, Elterngeld und Elternzeit und selbst an Hilfen zum Thema Mutterschutz im Labor wurde gedacht. Auch der Still- und Notfallraum im Institut für Genetik und Genomforschung wird beworben. Er stellt eine Rückzugsmöglichkeit für stillende Mütter dar. Ausgestattet ist er mit einer kleinen Küchenzeile und einer Spielzeugkiste – einer sogenannten Kids Box. Diese Kiste ist wie eine kleine mobile Spielecke und auch im Büro einsetzbar, wie die Broschüre zeigt.

Diese Kids Box hat auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) überzeugt. Sie findet sich nun im „DFG-Instrumentenkasten“ wieder. „In dem ,Kasten’ sind viele Ideen und Modellmaßnahmen aufgenommen, die die Familienfreundlichkeit an Unis verbessern“, erklärt Ehlers. Die Ideen und Projekte sind von Hochschulen in Deutschland bereits umgesetzt. Präsentiert werden sie auf der Internetseite www.instrumentenkasten.dfg.de. Sie können und sollen von dort von anderen Hochschulen eins zu eins kopiert werden. Dafür sind neben der Beschreibung auch Kontaktdaten und Ansprechpartner aufgeführt.

Übrigens: Wird eine Maßnahme in den Instrumentenkasten aufgenommen, kann das durchaus als Ehrung verstanden werden. Eine weitere vorbildliche Maßnahme made in Greifswald ist die vor zwei Jahren eingerichtete Familienwohnung in der Bahnhofstraße. „Ziel ist es, ein ergänzendes Kinderbetreuungsangebot zur Verfügung zu stellen, auf das Uni-Angehörige insbesondere am späten Nachmittag, Abend und am Wochenende zurückgreifen können“, heißt es auf der Internetseite. Die Betreuung der Kinder (zwischen drei Monaten und zwölf Jahren) im Spielzimmer kann kurzfristig organisiert werden und ist sogar kostenlos.

Auch die Greifswalder Idee einer Auszeichnung einer Uni-Einrichtung als besonders familienfreundlich findet sich bei der DFG. Und zu guter Letzt auch die Veranstaltungsreihe „Woche der Vereinbarkeit“, die 2015 zum ersten Mal auf die Beine gestellt wurde. Das Programm für die nächste Woche vom 27. Juni bis zum 1. Juli steht schon. Um den Kreis zu schließen, fehlt eigentlich nur noch, dass die DFG auch die eingangs erwähnte Broschüre in den Kasten aufnimmt.

Und warum das alles? „Familienfreundlichkeit sowie die Vereinbarkeit von Studium und Familie sind weiche Standortfaktoren“, erzählt Roberta Wirminghaus vom Gleichstellungsbüro. „Wenn man dort gut aufgestellt ist, hilft es, Personal zu gewinnen oder hier in Greifswald zu halten.“

Kai Lachmann

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