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Greifswald Uni Greifswald: Rektorat distanziert sich von Arndt-Debatte
Vorpommern Greifswald Uni Greifswald: Rektorat distanziert sich von Arndt-Debatte
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11:52 18.10.2017
Dieses Porträt von Ernst Moritz Arndt hängt im Vorraum des Rektorats der Universität Greifswald. Quelle: P.Binder
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Greifswald

Das Rektorat der Universität Greifswald distanziert sich vom neuen Anlauf mehrerer Senatsmitglieder, erneut über den Uninamen Ernst Moritz Arndt im Senat abstimmen zu lassen. „Die erneute Diskussion um den Namen der Universität führt weg von ihren drängenden wirtschaftlichen Problemen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Zum Rektorat gehören Rektorin Johanna Eleonore Weber, Prorektor Steffen Fleßa, Prorekotrin Katharina Riedel und der scheidende Kanzler Wolfgang Flieger.

In der Pressemitteilung wird weiter ausgeführt, dass das Rektorat die Unabhängigkeit des Senats anerkenne, ebenso wie das im Landeshochschulgesetz geregelte Recht, über die Grundordnung und damit den Namen der Universität zu entscheiden. „Wir bedauern jedoch zutiefst, dass eine erneute Diskussion über den Namen der Universität von den aktuellen existenziellen Problemen der Universität und der Bedrohung ihrer wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit wegführt.“

Für den Doppelhaushalt 2018/19 sieht der Entwurf für die Hochschulen des Landes massive finanzielle Einschnitte vor, beklagt das Rektorat. Das Land schreibt den Hochschulen darin einen bestimmten Prozentsatz als Rücklage vor. Dadurch fehlen Mittel im regulären Haushalt, wie Unisprecher Jan Meßerschmidt sagt. Seiner Rechnung zufolge bedeutet das für die Uni Greifswald mindestens 22 Prozent der laufenden Sachaufwendungen im Grundhaushalt oder 42 Promotionsstellen pro Jahr, die der Bewirtschaftung entzogen werden. Die Folgen für eine sachgemäße Erfüllung der Aufgaben in Lehre und Forschung wären dramatisch, heißt es aus der Universität. „In dieser kritischen hochschulpolitischen Situation wünschen wir uns, dass sich die hochschulinterne Diskussion auf die zentralen Probleme unserer Universität konzentriert“, steht abschließend in der Pressemitteilung.

Sieben studentische Senatoren hatten am Montag angekündigt, erneut über den Namen Ernst Moritz Arndt abstimmen zu lassen. Sie wollen das Verfahren sachgemäß beenden, heißt es in der Stellungnahme. Die Studierenden weisen darauf hin, dass der Antrag im Januar nicht aus inhaltlichen Gründen zurückgewiesen wurde, sondern wegen eines Formfehlers. Da dieser mittlerweile behoben sei, könne die Abstimmung wiederholt werden. 

Im Januar entschieden sich zwei Drittel der Senatsmitglieder für die Ablegung des Namens. Ursprünglich hatten die Studierenden den Antrag gestellt. Diesmal bringen Mitarbeiter und Professoren der Uni, den Antrag mit ein, wie es in der Stellungnahme heißt. Der Antrag könnte frühestens während der regulären Senatssitzung am kommenden Mittwoch behandelt werden. 

Der Publizist und Historiker Ernst Moritz Arndt (1759 bis 1860) ist wegen seines Franzosenhasses und Antisemitismus umstritten. Wegen seines Eintretens für die Freiheit und die deutsche Einheit wird er von vielen verehrt.

Katharina Degrassi

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