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Greifswald Uni-Umfrage: Mehrheit für Ernst Moritz Arndt
Vorpommern Greifswald Uni-Umfrage: Mehrheit für Ernst Moritz Arndt
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07:40 15.12.2017
Die Mehrheit der Teilnehmer an der Umfrage zum Namenspatron der Universität hat sich für den Namen Ernst-Moritz-Arndt-Universität ausgesprochen. Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

Mit Spannung wurde dieses erste repräsentative Meinungsbild zum Namen der Universität Greifswald erwartet: In der Umfrage sprachen sich 48,66 Prozent der teilnehmenden Uni-Mitglieder für den Namen Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald aus und 34,38 Prozent für den Namen Universität Greifswald. Das teilt die Pressestelle der Universität mit. 15,47 Prozent gaben an, dass beide Namen für sie gleichermaßen akzeptabel seien. Insgesamt haben 32,7 Prozent der 15.149 teilnahmeberechtigten Mitglieder der Universität an der Umfrage teilgenommen. 1,49 Prozent der Teilnehmer sagten, dass sie unentschieden sind in der Namensfrage.

49 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage haben sich für den Namen Ernst-Moritz-Arndt-Universität ausgesprochen. 34 Prozent präferieren Universität Greisfwald. 15 Prozent der Teilnehmer finden beide Namen gleichermaßen akzeptabel.

Die Mitglieder des Senats werden voraussichtlich in ihrer Sitzung am 20. Dezember die Ergebnisse der Meinungsbefragung diskutieren. Derzeit gilt als unwahrscheinlich, dass noch am selben Tag ein Votum über den Namen eingeleitet wird.

Mehrheit ist gegen Kompromiss

Im zweiten Teil des Meinungsbildes wurde gefragt, ob eine Kompromisslösung gut für die Universität wäre. Diese Frage beantworteten 57,18  Prozent mit Nein und 29,82 Prozent mit Ja.

Die Online-Umfrage war elf Tage lang freigeschaltet. Jeder Teilnahmeberechtigte erhielt per Mail einen Link zur Umfrage, die über einen Code freigeschaltet wurde. Damit wurde gewährleistet, dass jeder nur einmal und anonym abstimmen konnte.

Die größte Zustimmung für den Namen Ernst-Moritz-Arndt-Universität gab es in der Gruppe der weiteren Mitarbeiter. 76 Prozent sprachen sich in dieser Gruppe für den Namen aus (666 Personen).

Mehrheit der Professoren gegen Arndt

Einzig in der Gruppe der Professoren gab es eine Mehrheit für den Namen Universität Greifswald. 48,11 Prozent sprachen sich dafür aus, lediglich 38,38 Prozent für den Namenspatron Arndt. Bei den Professoren war die Wahlbeteiligung mit 71,98 Prozent mit deutlichem Abstand am höchsten. Weil die Gruppe der Professoren mit 257 vergleichsweise gering ist, fällt das Votum der Gruppe in der Gesamtauswertung nicht deutlicher zum Vorschein.

In der Gruppe der akademischen Mitarbeiter lag die Zustimmung für Arndt als Namenspatron bei 42,11 Prozent. Universität Greifswald präferierten 40,78 Prozent.

Urabstimmung unter Studenten im Januar

43,24 Prozent der Studierenden votierten für den Namen Ernst-Moritz-Arndt-Universität, 37,68 Prozent für Universität Greifswald. Im Januar 2018 wird es in der Gruppe der Studenten eine Urabstimmung zum Namen geben. Diese soll parallel zu den Gremienwahlen vom 8. bis 12. Januar stattfinden.

Der Senat der Universität Greifswald ist nicht an das Ergebnis der Onlineumfrage gebunden. Der CDU-Landtagsabgeordnete Egbert Liskow fordert den Senat auf, sich dem Votum der Uni-Mitglieder anzuschließen und dem Namensstreit endlich ein Ende zu setzen. „Das heutige Ergebnis der Umfrage zeigt, dass viele Universitätsangehörige eindeutig hinter dem derzeitigen Namenspatron Ernst Moritz Arndt stehen. Die Universität sollte sich lieber auf die wichtige Herausforderungen in Forschung, Lehre und Einwerben von Drittmitteln konzentrieren, anstatt Scheindebatten zu führen, die der Universität eher Schaden als zu nutzen.“

Arndt wegen Antisemitismus umstritten

Der Schriftsteller Ernst Moritz Arndt (1769-1860) ist wegen antisemitischer und rassistischer Äußerungen umstritten. Er wird wegen seines Kampfes für die Abschaffung der Leibeigenschaft, für die Pressefreiheit und für die Einheit Deutschlands verehrt. Es handelt sich um den die vierte Namensdebatte an der Universität Greifswald. Im Januar diesen Jahres hatte der Senat mit Zweidrittelmehrheit für die Ablegung des Namens gestimmt. Die Landesregierung hatte das Votum aus formellen Fehlern für ungültig erklärt. Zahlreiche Greifswalder protestieren für Arndt als Namenspatron.

Katharina Degrassi

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