Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Uni kann mit Windrädern Geld verdienen

Greifswald Uni kann mit Windrädern Geld verdienen

Landschaftsökologe rechnet mit mindestens 1,7 Millionen Euro Einnahmen für eine Windmühle.

Voriger Artikel
Streik bei UBB: Stillstand auf Bahnhöfen
Nächster Artikel
Traditionsschiffe protestieren gegen Stilllegung

Windräder bei Küstrow in MV — für die Betreiber eine lukrative Investition.

Quelle: OZ

Greifswald. Mindestens 85 000 Euro pro Jahr kann die Ernst-Moritz-Arndt-Universität mit dem Betrieb eines einzigen Windrades verdienen. Darum spricht sich die Studentenschaft auf Beschluss der Vollversammlung für den Betrieb eines Windrades durch die Hochschule aus.

Antragsteller Max von Maltzahn (27) hat in seiner Diplomarbeit bei Landschaftsökologieprofessor Martin Wilmking bei 20 Jahren Laufzeit mindestens 1,7 Millionen Euro Einnahmen ausgerechnet. „Dabei sind sämtliche Kosten schon abgezogen“, so von Maltzahn. „Die Universität hat das Glück, dass sie Grundstücke in einer der windreichsten Regionen Deutschland besitzt.“ Denn die Greifswalder Hochschule verfügt dank der Großzügigkeit des Pommernherzogs Bogislaw XIV. über knapp 9000 Hektar Wald- und Ackerflächen. Experten gehen davon aus, dass darunter Flächen sind, auf denen künftig Windkrafträder gebaut werden dürfen. 2015 soll die Diskussion um diese sogenannten Eignungsflächen abgeschlossen sein.

0000znxo.jpg

Windräder bei Küstrow in MV — für die Betreiber eine lukrative Investition.

Zur Bildergalerie

Von Maltzahns Rechnung geht von einer Drei-Megawatt-Anlage aus. Die Nabenhöhe liegt bei 135 Metern. „Ich habe für meine Rechnungen die für Vorpommern als konservativ geltende Jahresleistung von etwa 7,5 Millionen Kilowattstunden verwendet“, sagt von Maltzahn. „Zehn Millionen Kilowattstunden sind möglich.“ Positiver Nebeneffekt des Windkrafteinsatzes zur Elektroenergieerzeugung: Die Universität könnte dadurch zur ersten Universität der Welt werden, die in der Summe kein Kohlendioxid freisetzt. Das ist das Ziel von Martin Wilmking. „So ein grünes Image wäre ein großes Werbeargument für Greifswald“, pflichtet ihm von Maltzahn bei. Derzeit emittiert die Uni Greifswald 850 000 Tonnen CO2. Allerdings gibt es noch mehr Möglichkeiten der Reduzierung des CO2-Ausstoßes, so die Wiedervernässung von Moorflächen. Auch darauf weist von Maltzahn in seiner Diplomarbeit hin. „Um die CO2-Neutralität zu erreichen, reicht eine Anlage aber nicht aus“, so der Landschaftsökologe. „Dafür werden zwei Anlagen benötigt.“

Bevor die Uni Geld mit der Windenergieerzeugung verdient, müsste sie allerdings 525 000 Euro selbst in die Hand nehmen. „Das sind die zehn Prozent Eigenanteil, die für so eine Investition benötigt werden“, erläutert von Maltzahn. „Ich gehe von einem Investitionsvolumen von 5,25 Millionen Euro aus.“ Die Alternative: Die Uni verpachtet ihr Land an Investoren für Windräder. Das ist für von Maltzahn die deutlich schlechtere Variante. Potenzieller Kooperationspartner sind die Stadtwerke Greifswald, so der Landschaftsökologe. Deren Vertreter waren auch bei der Verteidigung der Arbeit von Maltzahns anwesend. Ein Vollzeitstelle für einen Windmüller müsse die Hochschule nicht schaffen. Ob die Ernst-Moritz-Arndt-Universität tatsächlich eine Windkraftanlage baut, dass entscheidet letzten Endes das Rektorat. Die frühere Hochschulleitung unter Prof. Rainer Westermann war da skeptisch.

 

Eckhard Oberdörfer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Greifswald
Verlagshaus Greifswald

Johann-Sebastian-Bach-Str. 32
17489 Greifswald

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr
Freitag
10.00 bis 15.30

Leiterin Lokalredaktion: Katharina Degrassi
Telefon: 0 38 34 / 79 36 74
E-Mail: greifswald@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Wendelstein 7-X In der Fusionsanlage des Max-Planck-Instituts in Greifswald wird erforscht, ob sich die Kernfusion zur Energiegewinnung eignet. Hier finden Sie Artikel, Videos und viele weitere Informationen zum Thema.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.