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Greifswald Uni kann mit Windrädern Geld verdienen
Vorpommern Greifswald Uni kann mit Windrädern Geld verdienen
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03:40 17.07.2013
Windräder bei Küstrow in MV — für die Betreiber eine lukrative Investition. Quelle: OZ

Mindestens 85 000 Euro pro Jahr kann die Ernst-Moritz-Arndt-Universität mit dem Betrieb eines einzigen Windrades verdienen. Darum spricht sich die Studentenschaft auf Beschluss der Vollversammlung für den Betrieb eines Windrades durch die Hochschule aus.

Antragsteller Max von Maltzahn (27) hat in seiner Diplomarbeit bei Landschaftsökologieprofessor Martin Wilmking bei 20 Jahren Laufzeit mindestens 1,7 Millionen Euro Einnahmen ausgerechnet. „Dabei sind sämtliche Kosten schon abgezogen“, so von Maltzahn. „Die Universität hat das Glück, dass sie Grundstücke in einer der windreichsten Regionen Deutschland besitzt.“ Denn die Greifswalder Hochschule verfügt dank der Großzügigkeit des Pommernherzogs Bogislaw XIV. über knapp 9000 Hektar Wald- und Ackerflächen. Experten gehen davon aus, dass darunter Flächen sind, auf denen künftig Windkrafträder gebaut werden dürfen. 2015 soll die Diskussion um diese sogenannten Eignungsflächen abgeschlossen sein.

Von Maltzahns Rechnung geht von einer Drei-Megawatt-Anlage aus. Die Nabenhöhe liegt bei 135 Metern. „Ich habe für meine Rechnungen die für Vorpommern als konservativ geltende Jahresleistung von etwa 7,5 Millionen Kilowattstunden verwendet“, sagt von Maltzahn. „Zehn Millionen Kilowattstunden sind möglich.“ Positiver Nebeneffekt des Windkrafteinsatzes zur Elektroenergieerzeugung: Die Universität könnte dadurch zur ersten Universität der Welt werden, die in der Summe kein Kohlendioxid freisetzt. Das ist das Ziel von Martin Wilmking. „So ein grünes Image wäre ein großes Werbeargument für Greifswald“, pflichtet ihm von Maltzahn bei. Derzeit emittiert die Uni Greifswald 850 000 Tonnen CO2. Allerdings gibt es noch mehr Möglichkeiten der Reduzierung des CO2-Ausstoßes, so die Wiedervernässung von Moorflächen. Auch darauf weist von Maltzahn in seiner Diplomarbeit hin. „Um die CO2-Neutralität zu erreichen, reicht eine Anlage aber nicht aus“, so der Landschaftsökologe. „Dafür werden zwei Anlagen benötigt.“

Bevor die Uni Geld mit der Windenergieerzeugung verdient, müsste sie allerdings 525 000 Euro selbst in die Hand nehmen. „Das sind die zehn Prozent Eigenanteil, die für so eine Investition benötigt werden“, erläutert von Maltzahn. „Ich gehe von einem Investitionsvolumen von 5,25 Millionen Euro aus.“ Die Alternative: Die Uni verpachtet ihr Land an Investoren für Windräder. Das ist für von Maltzahn die deutlich schlechtere Variante. Potenzieller Kooperationspartner sind die Stadtwerke Greifswald, so der Landschaftsökologe. Deren Vertreter waren auch bei der Verteidigung der Arbeit von Maltzahns anwesend. Ein Vollzeitstelle für einen Windmüller müsse die Hochschule nicht schaffen. Ob die Ernst-Moritz-Arndt-Universität tatsächlich eine Windkraftanlage baut, dass entscheidet letzten Endes das Rektorat. Die frühere Hochschulleitung unter Prof. Rainer Westermann war da skeptisch.

Eckhard Oberdörfer

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