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Greifswald Uni kritisiert Kampagne „Studieren mit Meerwert“
Vorpommern Greifswald Uni kritisiert Kampagne „Studieren mit Meerwert“
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00:00 09.06.2017
Greifswald

Johanna Eleonore Weber ist sauer. Den Hochschulen des Landes werden jährlich 250000 Euro für die Neuauflage der Marketingkampagne „Studieren mit Meerwert“

entzogen, informierte die Greifswalder Rektorin den Senat der Uni.

„Dass ist extrem ärgerlich“, sagte sie. Bewerber kämen nicht zum Studium nach MV, sondern entschieden sich für Hochschulen mit ihren ganz speziellen Angeboten. Die Hochschulen hätten auf einer Zusammenkunft mit Landesmarketing, Finanz- und Bildungsministerium Ende April die bisherige Kampagne kritisiert. „Alle forderten eine stärkere Einbindung in die Konzeption.“ Ohne Erfolg.

Das Landesmarketing möchte national unter anderem über prominent platzierte Internetanzeigen beispielsweise bei Spiegel-Online für den „Hochschulstandort Mecklenburg-Vorpommern“ werben. Die Kampagne läuft vier Jahre.

Das Geld stammt aus dem Hochschulpakt. Das sind Mittel, die der Bund zur Verfügung stellt, um das Niveau der Studienanfängerzahl zu halten. Wie die Rektorin weiter informierte, werde es entgegen früherer Ankündigungen erst einmal keine internationale Marketingkampagne geben. Für Senatsvizepräsident Michael Herbst ist das völlig unverständlich. „Wir reden doch so viel über Internationalisierung und die Attraktivität für internationale Studierende“, erinnerte er. Greifswald hat dafür ein Konzept entwickelt. Mehrere Senatoren regten an, das Problem in den politischen Raum zu tragen.

Letztlich kam das Hochschulparlament überein, dass die Senatsvorsitzende Maria-Theresia Schafmeister an die anderen Senatsvorsitzenden der Hochschulen von MV herantritt. Ziel soll ein gemeinsamer Protest beim Land sein.

Stefan Bruhn, Sprecher des für das Landesmarketing zuständigen Finanzministers Mathias Brodkorb (SPD) geht auf den Vorwurf des Eingriffs in den Haushalt der Universität nicht ein. „Alle Hochschulen sind seit Jahren durch ihre Presse- und Marketingverantwortlichen und durch Studienberater mittelbar in die Ausrichtung der Kampagne und die Planung von Maßnahmen einbezogen“, sagt er. In diesem Jahr sei der Etat ganz im Sinne der Hochschulen deutlich auf eine Million Euro jährlich erhöht werden. Zu jedem Euro der Hochschulen komme einer aus dem Bildungsministerium und das Finanzministerium lege noch zwei Euro drauf, argumentiert Bruhn. Bei der von der Rektorin angesprochenen Beratung Ende April habe man das Vorgehen für „Studieren mit Meerwert“ besprochen. „Dabei waren sich alle einig, dass Mecklenburg-Vorpommern als Hochschulstandort national noch stärker wahrgenommen werden sollte“, sagt Bruhn. Bei Berufs- und Studienorientierungsmessen wie „Einstieg“ oder „Horizon“ würden die Besucher, und zwar gerade junge Leute, den gemeinsamen Auftritt aller Hochschulen des Landes positiv bewerten.

„Ich sehe keine Probleme“, sagt auch der Chef des Landesmarketings, Peter Kranz. „Viel mehr Abstimmung als wir kann man nicht machen.“ Es gebe Beiräte und regelmäßige Treffen mit Hochschulvertretern auf denen über Schwerpunkte, Auftritte bei Messen und anderes mehr gesprochen werde. „Wer unsere Website besucht, findet sofort alle sieben Standorte mit ihren Internetauftritten“, betont Kranz. Wie Bruhn ist er überzeugt, dass „Studieren mit Meerwert“ erheblich dazu beiträgt, mehr Studenten nach MV zu holen. Mit der Kampagne wolle man auch um mehr Masterstudenten werben. Da habe das Land Nachholebedarf.

Zehn Gründe für Mecklenburg-Vorpommern

Der Internetauftritt ist über die Adresse www.studieren-mit- meerwert.de erreichbar. Es werden zehn gute Gründen für die hiesigen Hochschulen aufgeführt. Greifswald wird unter Punkt 6 (Multikulti auf dem Campus) speziell aufgeführt, denn 70 Prozent der Studenten stammen aus anderen Bundesländern. Punkt 10 ist der „Meerwert“: „Zum Anbeißen und – immer ein Strand in der Nähe.“

Eckhard Oberdörfer

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