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Universität Greifswald bekennt sich zu Toleranz und Offenheit

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Etwa 40 Beiträge zu einem Wettbewerb der Hochschule

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Nach der Verleihung der Preise für den Wettbewerb wurden die Ergebnisse auf dem historischen Campus präsentiert. FOTOS (3): PETER BINDER

Greifswald. . Eine Universität muss offen für neue Ideen und Perspektiven, sie muss weltoffen sein. Das betonte Rektorin Johanna Eleonore Weber bei der Präsentation der Beiträge zum Wettbewerb „Weltoffene Universität“ in der bis auf den letzten Platz besetzten Aula. Das Bekenntnis dazu sei Teil des Leitbildes der Greifswalder Hochschule. In einer Zeit, in der Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit wieder ein großes Thema seien, wolle man mit dem Wettbewerb ein Zeichen setzen. Greifswald beteilige sich so zugleich an der Kampagne der Hochschulrektorenkonferenz gegen Fremdenfeindlichkeit, so Weber.

OZ-Bild

Etwa 40 Beiträge zu einem Wettbewerb der Hochschule

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Beiträge auf Uniseite

Die Beiträge des Wettbewerbs „Weltoffene Universität“ sollen künftig alle auf der Internetseite der Hochschule zugänglich sein. Das kündigt Mitorganisatorin Ruth Terodde an. Auch die Rede des Politikwissenschaftsprofessors Hubertus Buchstein über „Weltoffenheit in der heutigen Gesellschaft“ werde auf diesem Weg für jedermann nachlesbar sein, verspricht Terodde.

Musikvideo holte ersten Preis

„Etwa 40 Beiträge wurden nach der Ausschreibung eingereicht“, informiert die Gleichstellungsbeauftragte der Universität, Ruth Terodde. Sie war mit dem Designer Jo Zynda vom Caspar-David-Friedrich-Institut federführend an der Organisation des für Universitätsangehörige ausgeschriebenen Wettstreits beteiligt.

„Die Qualität war durchweg gut“, sagt Terodde. Gewonnen hat der Verein Gristuf, der Träger des Greifswalder internationalen Studentenfestivals, das demnächst seinen 15. Geburtstag feiert. „Wir haben uns mit einem Video beteiligt, dass in einem Workshop beim diesjährigen Festival mit 150 Teilnehmern entstand“, erzählt Mitglied Harald Krüger. „Weltoffenheit ist ja das Thema unserer Arbeit.

Mit einem Preis hatten wir aber nicht gerechnet.“ In dem Musikvideo drücken die Teilnehmer in 21 Sprachen ihre Assoziationen zum Meer aus.

Syrer dokumentierte Flucht

Jo Zynda fiel die Auswahl des Siegers nicht schwer. „Das ist ein tolles Beispiel für angewandte Kunst“, sagt er. „Die Arbeit von Gristuf ist ein Musterbeispiel für internationale Zusammenarbeit und Engagement junger Menschen.“ Professionalität stand nicht im Mittelpunkt, sondern die Auseinandersetzung mit dem Thema Weltoffenheit, betont Zynda. Darum bekam der syrische Arzt Mohammed Tarek Shamida einen Preis. Er flüchtete 2015 mit einem Schlauchboot mit 50 anderen aus dem Bürgerkriegsland über das Mittelmeer und lebt in einem Flüchtlingsheim bei Demmin. Shamida hat sich mit Fotos seiner Flucht beteiligt. Der Mediziner besucht seit sieben Monaten einen Deutschkurs an der Uni.

„Herr Shamida zeigt mit seinem Beitrag, dass es solche Schicksale nicht nur im Fernsehen gibt“, betont Zynda. Der 31-Jährige empfindet die Auszeichnung als Bestätigung dafür, dass Deutschland Flüchtlingen hilft. „Seit ich in Deutschland angekommen bin, finde ich immer Hilfe“, sagt er. „Ich stoße nicht auf Bürokratie. Die Professoren und die Universitätsangehörigkeiten helfen mir immer.“

Uni hat Nachholbedarf

Der zweite Preis ging an die in Russland geborene Slata Kozakova. In diesem Jahr hat die 24-Jährige ihr Masterstudium in Vergleichender Literaturwissenschaft abgeschlossen. Kozakova hat sich durch deutsche russische Gedichte und Theaterstücke in Greifswald schon einen Namen gemacht. Sie wurde für ihren Text „Oxymoron“ ausgezeichnet, in dem sie den unbedingten Zusammenhang zwischen den Begriffen Universität und Weltoffenheit darlegte.

Der Politikwissenschaftsprofessor Hubertus Buchstein betonte in seiner Rede denn auch, dass Weltoffenheit zu den ureigensten Interessen der Hochschulen gehöre. In MV gebe es Nachholbedarf bei der Internationalisierung, es gebe zu wenige ausländische Wissenschaftler und Studenten. So sind in Greifswald 5,9 Prozent der Kommilitonen Ausländer, in Deutschland sind es durchschnittlich 8,7 Prozent.

Buchstein begrüßt, dass die Uni viel unternehme, um die Internationalisierung voranzutreiben. „Man muss auch Signale nach außen senden, dass wir weltoffen sind“, appellierte er an alle Hochschulangehörigen.

Eckhard Oberdörfer

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