Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Uni Greifswald vergibt Deutschland-Stipendium
Vorpommern Greifswald Uni Greifswald vergibt Deutschland-Stipendium
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:03 30.10.2018
Andreas Moll zeigt die Urkunde für das Deutschland-Stipendium vor dem Uni-Hauptgebäude. Quelle: Christopher Gottschalk
Greifswald

 Andreas Moll hatte noch nicht mit dem Studium begonnen, als er sich um ein Stipendium bewarb. Große Hoffnungen machte sich der 32-Jährige im Herbst 2017 also nicht, als er seinen Namen in den Ring warf, um die 300 Euro Förderung zu bekommen. Doch seine so unspektakuläre wie beeindruckende Geschichte zeigt, warum der Vater, Ex-Militär und Bankkaufmann bereits zum zweiten Mal zu den Studierenden gehört, die von der Universität mit dem Deutschland-Stipendium ausgezeichnet wurden.

Das Deutschland-Stipendium wird je zur Hälfte von Förderern und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Jeder Student kann sich bewerben (siehe Infokasten). In diesem Jahr hatten sich 172 Studierende bemüht, 55 werden nun mit der Förderung, die es seit 2011 in Greifswald gibt, entlastet – so viele wie noch nie zuvor. Wer gefördert wird, entscheidet die Universität. Voraussetzungen sind z.B. soziales Engagement, eine besondere persönliche Situation oder herausragende Leistungen – Letztere konnte Moll, kurze braune Haare, gepflegter Dreitagebart, grauer Pullover über schlichtem T-Shirt - vorweisen.

Zweiter Bildungsweg nach dem Militär und Ausbildung

Nach seinem Realschulabschluss ging er mit 18 Jahren zur Marine, wurde mit 20 Vater. „Ich studiere heute auf dem zweiten Bildungsweg“, sagt er. Nach acht Jahren Militär in Wilhelmshaven machte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann in Greifswald, schloss 2013 als Bester seines Jahrgangs ab, interessierte sich mehr und mehr für Wirtschaft und wusste: Er will studieren. Das Abitur hat der gebürtige Greifswalder innerhalb von drei Jahren nachgeholt, finanziert durch Schülerbafög und Wohngeld. Das Abitur hätte ihn und seine Tochter zusammengeschweißt, weil beide über Hausaufgaben, Noten und das Lernen reden konnten, blickt Moll zurück. 2017 dann der Abschluss mit Note 1,0.

Heute studiert er im dritten Semester Betriebswirtschaftslehre auf Diplom und freut sich über das zusätzliche Geld auf dem Konto. Doch es geht um mehr als Euros – es geht auch um Anerkennung. „Als ich den Bescheid in der Hand hielt, kamen mir vor Freude die Tränen. Diese Anerkennung ist der Wahnsinn, ein unbeschreiblich schönes Gefühl.“

Sein Förderer, die Firma Höffner aus Berlin, die zur Krieger Projektentwicklung GmbH gehört, ist von ihrem Stipendiaten begeistert. „Herr Moll ist zuverlässig und hat sich bereits bei einem Praktikum im Unternehmen bewiesen. Wir schätzen seine Bodenhaftung und freuen uns, ihn fördern zu dürfen“, sagt Richard Lehmann-Brauns, Projektleiter bei Krieger und Molls Ansprechpartner.

Richard Lehmann-Brauns, Projektleiter bei Krieger Projektentwicklung GmbH, ist glücklich über die Förderung von Andreas Moll. Quelle: Christopher Gottschalk

Die Firma beteilige sich am Deutschland-Stipendium, weil sie Nachwuchsführungskräfte kennenlernen und fördern möchte. „Wir können zudem unsere verschiedenen Unternehmensbereiche, von der Logistik bis zum Online-Handel, bekannter machen“, sagt Lehmann-Brauns. Der ist für Moll so etwas wie ein Vorbild geworden. Ein Gesprächspartner, von dem Moll lernt, wie das Unternehmen handelt und funktioniert, und dem er berichtet, wie es in seinem Studium läuft.

Firmen, Vereine und Privatpersonen finanzieren Stipendium

Die Förderer der Universität Greifswald sind neben Höffner andere Firmen aber auch Stiftungen wie die Peter-Warschow-Sammelstiftung. Dabei gibt es neben dem Deutschland-Stipendium noch weitere Fördermöglichkeiten, beispielsweise von politischen Stiftungen.

Für Außenstehende scheint Andreas Moll ein Alleskönner zu sein, dem gute Noten, gelungene Erziehung und Verantwortung einfach so in den Schoß fallen. „Andere denken, es wird ja schon. Aber so darf ich nicht denken“, sagt er. Zehn-Stunden-Tageund die Bereitschaft, jeden Tag Zeit zu investieren, würde nur er sehen, weniger die Familie, Freunde und Kommilitonen. „Ich sehe mich aber selbst in der Pflicht, mich immer wieder aufs Neue zu beweisen.“ Das Stipendium nennt er eine „zukunftsorientierte Investition“ und klingt dabei wie ein typischer Betriebswirtschaftler. „Ich bin ja schließlich BWLer“, sagt er lächelnd.

Bewerbung für das Stipendium

300 Euro beträgt die Förderung durch das Deutschland-Stipendium. Jeder Studierende kann sich darauf bewerben. Herausragende Noten braucht es dafür nicht unbedingt, auch das soziale und gesellschaftliche Engagement oder besondere persönliche Verhältnisse spielen eine Rolle. Die Universität vergibt die Förderung jedes Jahr zum Wintersemester neu, die Anzahl der geförderten Studierenden hängt von der Gesamtzahl der Studierenden und den eingeworbenen Förderungen ab. Wer sich bewirbt, muss noch mindestens zwei Semester lang in der Regelstudienzeit sein. Kontakt für Beratung unter: 03834 420 1357. Mehr Informationen finden Sie unter: www.uni-greifswald.de/studium

Christopher Gottschalk

Die OZ gibt einen kleinen Überblick über die weltlichen und religiösen Veranstaltungen im Land am 31. Oktober.

29.10.2018
Greifswald Tradition unter Kunstliebhabern - Rotary-Mondnacht fürs Museum

Der Greifswalder Rotary Club Caspar David Friedrich lud erneut zur Mondnacht ins Pommersche Landesmuseum ein. Es war die vierte Benefizveranstaltung dieser Art.

29.10.2018
Greifswald Bereit für die kalte Jahreszeit - Winterdienst hat 300 Tonnen Salz gebunkert

Die Straßenmeisterei des Landkreises Vorpommern-Greifswald sieht sich für den Winter gerüstet. Fast 300 Tonnen Salz seien in den Silos in Anklam und Behrenhoff eingelagert, die Einsatzfahrzeuge seien in den vergangenen Tagen auf Vordermann gebracht worden, sagte Hardy Rieck.

29.10.2018