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Universitätsmedizin rutscht noch tiefer in die roten Zahlen

Greifswald Universitätsmedizin rutscht noch tiefer in die roten Zahlen

Das Defizit beträgt für das vergangene Jahr 14,3 Millionen Euro / In den Konsolidierungsprozess sollen die Mitarbeiter eingebunden werden

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In der Notaufnahme der Unimedizin: Im Schockraum wird einer Patientin aus Stralsund mit akuten Beschwerden sofort geholfen.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Trotz ausgezeichneter Arbeit in Forschung, Lehre und Krankenversorgung hat der Vorstand der Universitätsmedizin Greifswald wenig Grund zur Freude: Das Defizit erhöhte sich gegenüber dem Jahr 2014 noch einmal um 800000 Euro und beträgt nunmehr 14,3 Millionen Euro. Darüber informierte der Vorstandsvorsitzende der Unimedizin, Prof. Max P. Baur, gestern Nachmittag die Belegschaft und hielt nicht hinter dem Berg, dass ein besseres Ergebnis erwartet worden war. „Der Konsolidierungsprozess wird länger dauern und ist schwieriger als wir angenommen haben“, sagte er. Der Vorstand habe die Lage umfassend analysiert und will die Mitarbeiter in die notwendigen Maßnahmen aktiv einbeziehen.

Tausende Beschäftigte

3360 Vollzeitkräfte arbeiten in der Unimedizin Greifswald. Alle Arztstellen sind besetzt.

100 Ausbildungsplätze gibt es im Pflegebereich. Jährlich bewerben sich aber nur ca. 80 junge Leute. Deshalb strebt die Unimedizin für Pflegeberufe ein attraktives

Studium mit Bachelorabschluss an.

Als Ursachen für die tiefroten Zahlen nannte der Kaufmännische Vorstand Marie le Claire rückläufige Erlöse aus Krankenhausleistungen, z. B. durch weniger stationär behandelte Patienten. Zudem seien die Personalkosten durch neue Tarifabschlüsse um 3,3 Millionen Euro gestiegen. Sie beklagte auch zu hohe Aufwendungen beim medizinischen Bedarf sowie eine nicht adäquate Honorierung durch die Kassen von erbrachten Leistungen, insbesondere im ambulanten Bereich. „Wir müssen mit unserer guten Infrastruktur mehr Erlöse erzielen“, machte le Claire deutlich.

Aus diesem Grund werde nicht nur nach der Kostensenkung geschaut, sondern auch nachhaltige Wachstumspotenziale gesucht. „Das betrifft den gesamten Krankenhausbereich, die medizinische Infrastruktur wie die Labore und nichtmedizinische Dienstleistungen wie die Reinigung, aber auch die Verwaltung, den Einkauf, den Gerätepark und das Investitionsmanagement“, so le Claire. Personalabbau sei kein vorrangiges Thema. „Universitäre Spitzenmedizin braucht auch die erforderlichen Fachkräfte“, erklärte der Ärztliche Vorstand, Dr. Thorsten Wygold. Baur ergänzte: „Wir werden die hervorragenden Leistungen in Forschung und Lehre durch den Konsolidierungskurs nicht gefährden.“

Damit die Unimedizin als Maximalversorger in der Region auf lange Sicht wieder in sicheres Fahrwasser kommt, sollen laut Wygold weitere Kompetenzzentren für bestimmte Schwerpunkte gebildet werden. So sei die Unimedizin gerade als Zentrum für Adipositas-Chirurgie zertifiziert worden. Auch bei der Versorgung älterer Menschen und bei Rückenleiden wären solche Zentren denkbar. Die Bereiche Kardiologie und Neurologie seien bereits sehr erfolgreich und könnten mit weiteren Angeboten noch höhere Erlöse erzielen. Die Behandlung von Kindern werde weiter im Eltern-Kind-Zentrum in kindgerechter Umgebung und mit Spezialisten erfolgen.

Intensiv sei mit den niedergelassenen Ärzten der Region über Einweisungen gesprochen worden, da der Wettbewerb härter und gerade von kleinen Kliniken forciert werde. „Das neue Krankenhausinformationsystem der Unimedizin macht es möglich, dass wir künftig mit den niedergelassenen Kollegen digital alle Fachfragen besprechen können“, erklärte Wygold.

Das umfangreiche Sanierungsprogramm soll auf einer Mitarbeiterversammlung im August vorgestellt werden. „Das können wir nur gemeinsam umsetzen, deshalb müssen alle genau Bescheid wissen“, betonte der Vorstandsvorsitzende und sprach voller Hochachtung über die 4500 Beschäftigten der Unimedizin. Sie würden durch ihre Bereitschaft, der Umstellung der Lohnzahlung vom 15. auf den 30. eines Monats zum Jahresende bereits einen wichtigen Konsolidierungsbeitrag leisten. Die Rede war von einem Einsparpotenzial in Höhe von fünf Millionen Euro.

Cornelia Meerkatz

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