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Greifswald „Unsere Stadt ist für alle offen“
Vorpommern Greifswald „Unsere Stadt ist für alle offen“
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00:00 02.05.2016
Schönes Wetter, tolle Musik: Mehr als 1500 Menschen zog es gestern auf den Marktplatz. Quelle: Annemarie Bierstedt
Greifswald

„Wir haben uns gefragt, wofür müssen wir uns heute einsetzen?“, erzählt Anne Wolf, Mitglied des Bündnisses „Greifswald für alle“ und Moderatorin des Kulturfestes.

Greifswald ist eine weltoffene Stadt, in der Vielfalt gelebt wird.“Stefan Fassbinder, Oberbürgermeister

Traditionell zum 1. Mai, dem Tag der Arbeit und Völkerverständigung veranstaltete das Bündnis „Greifswald für alle“ ein Kulturfest auf dem Markt. „Es ist wichtig, dass alle Menschen Arbeit haben, aber auch geschützt sind und in Sicherheit leben können. Dies gilt aktuell ganz besonders für die Flüchtlinge“, erläuterte Wolf weiter.

Mit dem Fest sollte ein klares Zeichen für Toleranz, Weltoffenheit und Willkommenskultur gesetzt werden. „Wir wollten einen Ort der Begegnung und des Miteinanders für Menschen unterschiedlicher Kulturen und Alter schaffen“, erklärte Organisator Gregor Kochhahn.

Verschiedene Redebeiträge, musikalische und künstlerische Einlagen machten deutlich, dass fremdenfeindliche und rassistische Gruppierungen nicht für die Mehrheit der Bevölkerung sprechen.

Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Die Grünen) positionierte sich mit: „Greifswald ist eine weltoffene Stadt, in der Vielfalt gelebt wird. Zuzug hat ihr immer gut getan“, erklärte er. Und auch die Unirektorin Hannelore Weber erläuterte: „Das Leitbild der Hochschule ist Weltoffenheit und Toleranz. In der Wissenschaft brauchen wir Sichtweisen von unterschiedlichen Kulturen, um neue Ideen entstehen zu lassen.“ Die mehr als 1500 Besucher lauschten den Worten, einige tanzten später ausgelassen zur Musik von acht Greifswalder Bands. Als die Funk-Reggae-Rock-Band „Turtle-neck“ „Rasputin“

spielte, gab es für einige kein Halten mehr. Parteien und, Organisationen hatten Stände aufgebaut. Beim Allgemeinen Studierendenausschuss der Universität konnte man sich mit Hilfe eines Plakates und Fotos gegen Rassismus positionieren. Besonders berührt hat der Auftritt eines zehnjährigen Jungen aus Syrien. Der geflüchtete Muchanad rappte ein türkisch-syrisches Lied — unter tosendem Applaus.

Aufgrund der momentanen völligen Zerstörung Aleppos in Syrien traten syrische Flüchtlinge auf die Bühne und hielten Schilder mit der Aufschrift „Aleppo brennt“ hoch. Muhannad Al Areef, geflohen aus Syrien, äußerte sich: „Das ist ein schönes Fest heute. Aber aufgrund der Situation in Aleppo, wo auch einige meiner Freunde und Verwandten herkommen, kann ich das Fest nicht genießen.“ Freude, Trauer, aber auch Hoffnung wusste das Fest zu vermitteln. Und denen, die immer noch Zweifel hatten, setzte Heiko Miraß, Chef der Arbeitsagentur Greifswald, entgegen. „Ich kann die Angst verstehen, dass Menschen denken, Flüchtlinge nehmen uns die Arbeit weg. Aber die Angst kann ich ihnen nehmen: Aufgrund der Bevölkerungsstatistik brauchen wir in Zukunft viele Arbeiter.“

Von Annemarie Bierstedt

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