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Unter Diven und Paradiesvögeln

Weitenhagen Unter Diven und Paradiesvögeln

350 Karnevalisten feierten am Sonnabend in Weitenhagen die fünfte Jahreszeit

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Paradiesvögel in weißen Federn: Anke und Hendric Hörnke genossen besonders das Bühnenprogramm.

Weitenhagen. Die Oscars in Hollywood? Glamourfrauen, tief ausgeschnittene Dekolletés, ein abendfüllendes Programm und ausgelassene Stimmung? Dazu muss man nicht in die USA fliegen. Am Samstagabend veranstalteten die Karnevalisten in Weitenhagen ihre eigene Gala.

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350 Karnevalisten feierten am Sonnabend in Weitenhagen die fünfte Jahreszeit

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So begleiteten die Diven Claudia Kiy und Anja Kruse in schwarzen, kurzen Kleidern und erotischen Strumpfhosen Holger Sellenschütter, dessen Anzug wie die Stimmung in den goldenen 1920er Jahren glänzte. Mit einer Frau an jeder Seite sagte er: „Wir kommen her um Freude zu erleben! Hier taucht man in eine andere Welt ein.“

In dieser feierten 350 Menschen in der Schwedenschanze in Weitenhagen mit dem Greifswalder Faschingsclub unter dem Motto „Fasching 2017 – Revue fatal“ einen Abend mit dreistündigem Programm, bei dem die Village People parodiert wurden, ein Magier Blumen aus einem Tuch zauberte und eine junge, blonde Frau aus dem Publikum auf die Bühne holte. „Kennen wir uns? Nein? Dann sehen wir uns nachher in der Garderobe“, gab er augenzwinkernd dem grölenden Publikum zu verstehen. Seine neue Bekanntschaft ließ er in einer Rauchschwade verschwinden, nur damit sie woanders im Saal wieder auftauchen konnte. Die Gäste waren begeistert. Auf die Frage, was ihnen am besten gefalle, antworteten Anke und Hendric Hörnke mit freudetrunkenen Blicken Richtung Bühne. Er trug ein weißes Federkleid, seine Frau eine schwarz-silberne Perücke und weißen Federschal. Wie ein Paradiesvogel sah auch Heiko Harloff aus: „Heute bin ich Heike“, feixte die Dragqueen. Heikos (Heikes?) roter Hut passte zu der Teufelin neben ihm: Ehefrau Beate Harloff kam als Beelzebub, dessen Hörner von einer knallroten Perücke in den Hintergrund gedrängt wurden. „Wir unterstützen den Faschingsverein seit vielen Jahren und freuen uns immer wieder auf die Party“, sagte sie. Bereits seit 40 Jahren ist Ingmar Trittel dabei. „Der Karneval ist ein Ventil“, sagt er. „Hier lässt man mit Gleichgesinnten die Sau raus und ist für einen Abend lang nicht der, der man im Alltagsleben ist.“ Einer muss jedoch auch dafür sorgen, dass alles rechtens zugeht. Das ist Jörg Martens, der Minister für Ordnung und Sicherheit im Faschingsverein. Er trägt einen bunten Jeckenhut und ein rotes Jacket. „Seit 19 Jahren bin ich Karnevalist. Ich hoffe auf viele weitere Jahre“, sagt er. Sicher ist an diesem Abend eines: Die Tanzfläche ist voll. Überall im Saal laufen sich Menschen in verrückten Kostümen über den Weg.

So sind ein Mann in einem Cannabisanzug und einige Hippies zu entdecken, die sich eher an Bier als an Gras halten. Einer von ihnen ist Enrico Volkmer, der Karneval feiert, weil „man hier Leute aus dem Alltag auf andere Weise wiedertrifft und sich jeder so zeigt, wie er ist“. Eine Welt, die auch Pippi Langstrumpf gefällt. Sandra Nilk ist mit Ehemann Christian da. „Die Atmosphäre hier ist familiär und verdammt lustig“, sagt sie. Es gibt nur eine offene Frage: Als was ist ihr Mann verkleidet? Nach kurzem Hin und Her sind sie sich einig: „Ich bin ein Mantafahrer aus den 80er Jahren“, lacht er. Das passt auch zu seinem Vokuhila und der Trainingsjacke.

Christopher Gottschalk

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