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Greifswald Unterhaltsames über pommersche Größen
Vorpommern Greifswald Unterhaltsames über pommersche Größen
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15:06 27.12.2014
Wohnhaus der Theatergräfin Ida Hahn-Hahn am Fischmarkt, der in Müller-Waldecks Buch ein Kapitel gewidmet ist. Quelle: Eckhard Oberdörfer

„Unter allen Provinzen hat Pommern die besten Untertanen für die Kriegsdienste wie für alle Ämter hervorgebracht. Nur mit diplomatischen Verhandlungen möchte ich sie nicht betrauen, weil ihre Freimut sich nicht für Geschäfte eignet, bei denen man Schlauheit mit Schläue begegnen muss.“ Das hat Preußenkönig Friedrich II. so eingeschätzt, und Gunnar Müller-Waldeck zitiert ihn in einem Beitrag über den Generalfeldmarschall Kurt Christoph von Schwerin (1848 bis 1757). Der gilt vielen Militärhistorikern als der eigentliche Sieger des ersten schlesischen Krieges.

Er fiel preußisch-heldisch als 73-Jähriger mit der Fahne in der Hand vor Prag. Sein glanzvolles Schloss Schwerinsburg brannte 1945 ab, sein Denkmal stand nach dem Krieg lange in Greifswald. Heute nicht mehr. „Da hängt der steinerne Mann mit dem Dreispitz am Autokran und schwebt in die Höhe fort vom Sockel, hin zur Restaurierung nach Berlin.... Nun steht er im Berliner Museum für Deutsche Geschichte...Schade, dass die Pommern so wenig für sich tun“, schreibt Müller-Waldeck über die Abreise in die Hauptstadt.

54 Personen und auch noch Kapitel über „Fälle“, Vorkommnisse, Ereignisse hat der emeritierte Literaturprofessor in sein Buch „Der Wilde von den Sandwichinseln“ aufgenommen. Es ist eine lockere, brillant formulierte und zugleich kenntnisreiche Lektüre. Immer gewürzt mit treffenden Zitaten. Der „knorrige Widerspruch“ Ernst Moritz Arndt darf natürlich auch nicht fehlen. Ein „Franzosenverehrer und Franzosenhasser, Demokratischer Monarchist, Völkerfrieden und Völkerhass in einem predigend, die germanische Vorherrschaft bejubelnd und gleichzeitig deutschlandkritischer Autor“, charakterisiert Müller-Waldeck den Unipatron, der dieses Konglomerat aus Widersprüchen als einheitliches Konzept empfunden habe.

„Der Wilde von den Sandwichinseln“ des Titels ist Adelbert von Chamisso (1781 und 1838). Er hatte 1815 als Botaniker an einer russischen Weltumseglung teilgenommen. Von Chamisso wanderte 1823 an der vorpommerschen Küste, in Greifswald besuchte er den Botanischen Garten (damals an der Rubenowstraße), erforschte die Salzwiesen nördlich des Rycks und ein Torfmoor. Mit dem Verwaltungsbeamten Karl Borries schloss er Freundschaft fürs Leben, weiß Müller-Waldeck zu berichten. Als „Wilder von den Sandwichinseln“ hat sich von Chamisso übrigens selbst in Briefen bezeichnet. Gunnar Müller-Waldeck: Der Wilde von den Sandwichinseln. Unterhaltsames über Dichter, Denker, Strategen und Haudegen in Mecklenburg und Vorpommern, ISBN 978-3-939680-19-2, Edition Pommern 2014, 19,90 Euro



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