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Greifswald Uraufführungen blieben ein Greifswalder Markenzeichen
Vorpommern Greifswald Uraufführungen blieben ein Greifswalder Markenzeichen
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00:00 08.03.2013
Greifswald

Am 23. Februar 1963, also vor 50 Jahren, starb der erste Direktor und langjährige Intendant des neuen Greifswalder Stadttheaters, Emanuel Voß. Die OZ erinnert in einer Serie an ihn. Heute folgt der dritte und letzte Teil.

Emanuel Voß blieb auch nach 1933 seinen Leitlinien der Spielplangestaltung treu. Er bereitete neben dem traditionellen Repertoire wiederum die Uraufführung einer Oper vor. „Maria Flint“ der beiden Greifswalder Komponisten Alexander von Krüdener und Alfred Basan nach einem Libretto des Stralsunder Heimatdichters Hans Braun-Bessin wurde am 24. April 1936 uraufgeführt. Im gleichen Jahr wurde der Vertrag von Voß nicht verlängert. In seinen Erinnerungen führt er das darauf zurück, dass er kein Mitglied der NSDAP war. Bis dahin hatte Voß immerhin insgesamt 708 Werke zur Aufführung gebracht, davon unter anderem 85 Opern, 472 Schauspiele, Lustspiele und 151 Operetten. Bis auf wenige Ausnahmen hat er sämtliche Opern selbst inszeniert. Emanuel Voß verließ mit seiner Gattin Greifswald. Er gründete in Hamburg eine Schule für Sänger und Spielleiter.

Sein Nachfolger in Greifswald, Dr. Harald Güthe (NSDAP), entließ das Opernensemble. Stattdessen sollte es Gastspiele aus Stralsund und Stettin geben. In zwei Jahren erreichte das Greifswalder Theater künstlerisch tiefstes Provinzniveau. In der Spielzeit 1938/39 übernahm Dr. Claus-Dietrich Koch die Intendanz des Theaters. Als dieser nach Erfurt ging, holte Oberbürgermeister Dr. Johann Friedrich Rickels (NSDAP) Voß zurück, der unter schwierigen Bedingungen sein Möglichstes versuchte. Am 25. August 1944 wurden alle Theater geschlossen. Am 17. Juni 1945 konnte der Spielbetrieb des Theaters unter Voß mit einem „Bunten Abend“ wiedereröffnet werden. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. In den Spielzeiten von 1945 bis 1949 kamen neben den Repertoireopern fünf Werke auf die Bühne, die erstmals in Greifswald aufgeführt wurden. Dies waren Tschaikowskis „Eugen Onegin“ (1946/47) und „Pique Dame“ (1947/48) sowie „Enoch Arden“ von Ottomar Gerster, „Manon Lescaut“ von Puccini, „Die versunkene Glocke“ von Heinrich Zoellner und ein Libretto nach Gerhart Hauptmann. In der Spielzeit 1948/49 wurden neben den drei letztgenannten Erstaufführungen weitere Opern aufgeführt. Voß legte 1949 sein Amt nieder. Auch danach gab es keine Premiere ohne Teilnahme von „Papa Voß“, wie ihn die Theaterleute liebevoll nannten.

Lutz Winkler

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