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Vater aus Grimmen fordert kostenlose Kita

Grimmen Vater aus Grimmen fordert kostenlose Kita

Wegen der Erhöhung der Kita-Gebühren ruft ein Grimmener auf, sich einer Volksinitiative anzuschließen

Grimmen. Kostenfreie Kita-Plätze in Mecklenburg-Vorpommern fordert eine Volksinitiative vom Landtag. Matthias Beilke, Vater einer kleinen Tochter in der Kita „Villa Kunterbunt“ in Grimmen, will das unterstützen. Deshalb ruft er andere Eltern und Interessenten jetzt dazu auf, diese Volksinitiative zu unterschreiben. Er hofft, dass es zumindest gelingt, die Finanzierung der Kita-Plätze zu 75 Prozent durch das Land zu erreichen.

Eine Veränderung in der Kita seiner Tochter hat ihn wachgerüttelt: Das Betreuungsentgelt für den Ganztagsplatz in der Krippe stieg dort von 134 Euro im Monat auf 258 Euro. Zuzüglich Essengeld.

„Die tatsächlichen Kosten haben sich so nach oben entwickelt, dass auch die Gebühren für Eltern und Gemeinden ansteigen mussten“, erklärt Beate Kottke, Geschäftsführerin des Vereins Jugendfreizeit, der die Kita trägt. So seien etwa Betriebskosten wie die Strompreise gestiegen, wie überall; aber auch die Kosten fürs Personal.

Aufgrund des Fachkräftemangels sei es dringend notwendig gewesen, etwas fürs Personal zu tun, sagt Beate Kottke. „Wenn man keine guten Fachkräfte im Erzieherbereich hat, kann man Eltern und Kindern auch keine guten Bedingungen anbieten. Und für diese guten Bedingungen muss man eben auch Geld in die Hand nehmen.“

Die Krippenplätze treffe es weitaus stärker als die Kindergartenplätze – besonders in Einrichtungen mit wenigen Krippenplätzen und weil der Betreuungsschlüssel dort wesentlich höher sei als im Kindergartenbereich. In der Krippe kümmert sich ein Erzieher um bis zu sechs Kinder, im Kindergarten gilt der Schlüssel 1:15.

Für die Eltern sei die Erhöhung auf jeden Fall eine enorme Mehrbelastung, weiß Beate Kottke. Deshalb findet sie die Aktion, die Matthias Beilke unterstützt, sehr gut. „Es wäre sehr schön, wenn auf politischer Ebene die Möglichkeit geschaffen wird, die Betreuungskosten zu übernehmen“, sagt sie. Aushänge zur Unterschriftenaktion gebe es deshalb auch in den Kitas des Jugendfreizeit-Vereins.

Matthias Beilke meint: „Nicht meckern, sondern handeln“ sei wichtig. Er war deshalb schon in anderen Grimmener Kitas unterwegs, um über die Aktion aufzuklären. „Es gab bisher überall positive Resonanz.“

Die Erhöhung der Elternbeiträge hält Beilke für einen fataler Fehler.„Die Steigerung von knapp 100 Prozent ist für uns Eltern schlichtweg unakzeptabel“, sagt er. „Warum wird Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf so schwer gemacht?“ Alle redeten davon, dass die Bundesrepublik zu wenige Kinder hat und dadurch Probleme im Rentensystem. Alles drehe sich ums Sparen. „Aber muss das auf Kosten der Kinder stattfinden, auf Kosten unserer Zukunft?“ Auch ist Beilke überzeugt, dass in Deutschland genug Geld da ist, nur werde es an den falschen Stellen ausgegeben. „Oder wo kommen auf einmal 80 Millionen Euro für den Breitbandausbau her oder Milliarden für die aktuelle Flüchtlingspolitik?“ fragt er. Seiner Meinung nach müssen Bund und Land den Kommunen mehr Geld zur Verfügung stellen, denn im Kindergarten werde der Grundstein für Sprache und soziale Kompetenzen gelegt. „Anstatt für sinnfreies Betreuungsgeld Geld auszugeben, müsste der Bund die Kommunen unterstützen, damit sie keine oder nur geringe Kita-Gebühren erheben“, fordert er.

Elternvertreter von Kitas des Amtsbereiches Neuburg in der Nähe von Wismar hatten die Volksinitiative gestartet. Sie planen bereits eine deutliche Senkung der Elternbeiträge durch eine Gesetzesänderung bis hin zur kostenfreien Kita. Damit sich der Landtag überhaupt mit der Volksinitiative beschäftigt, müssen aber 15000 Unterschriften zusammenkommen. „Ich rufe alle interessierten Bürger, Erzieher, Kindergärten, Elternräte, Väter und Mütter auf, sich dieser Aktion anzuschließen und sie zu unterstützen“, betont Matthias Beilke.

• Mehr Informationen und Formulare für die Unterschriftenliste findet man im Internet unter www.kita-ostseekrabben.de

Almut Jaekel

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