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Greifswald Barbara Syrbe: „Ich will in guter Erinnerung bleiben“
Vorpommern Greifswald Barbara Syrbe: „Ich will in guter Erinnerung bleiben“
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12:03 29.10.2018
Nach 17-jähriger Tätigkeit als Landrätin in den Kreisen Ostvorpommern und Vorpommern-Greifswald wurde Dr. Barbara Syrbe (Die Linke) am Sonnabend in der Wolgaster Stadtbibliothek von vielen Weggefährten feierlich verabschiedet worden. Quelle: Tilo Wallrodt
Wolgast

Besser geht’s nicht. Zur feierlichen Verabschiedung von Dr. Barbara Syrbe als Landrätin waren am Sonnabend viele ehemalige Weggefährten gekommen – so, wie es sich die Linken-Politikerin gewünscht hatte. Politiker, Bürgermeister, Verwaltungsmitarbeiter, Freunde und zwei ihrer drei Kinder samt Enkeln: Bärbel, wie sie auch in ihren gut 17 Jahren als Landrätin überall nur genannt wurde, im Glück.

Warmherzige Abschiedsworte

Natürlich fehlten Reden mit warmherzigen Worten nicht. Neben dem stellvertretenden Ministerpräsidenten und Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sprach auch ihr Nachfolger im Amt, Landrat Michael Sack (CDU), ihr langjähriger Landrats-Kollege Wolfhard Molkenthin (CDU), der Intendant der Vorpommerschen Landesbühne Anklam, Wolfgang Bordel und die Landesvorsitzende der Linken, Wenke Brüdgam. Sie alle bescheinigten der Frau, die 2001 erste Landrätin der Linken in Deutschland wurde und damit Schlagzeilen machte, die große Gabe, stets sachlich und respektvoll agiert zu haben. „Wir waren nicht immer einer Meinung, aber wir sind immer fair miteinander umgegangen. Du hast oftmals Entscheidungen getroffen, die mir Achtung abnötigten“, sagte Caffier. „Du warst keine rote Landrätin, sondern eine engagierte Landrätin. Du hast Demokratie in der Region gelebt“, lobte er.

Immer freundlich zu den Bürgern sein

Wolfhard Molkenthin betonte, er habe sie stets als Landrätin erlebt, die den Bürgern des Kreises verpflichtet ist und die gern einen Rat angenommen hat. Das Parteibuch habe in der Zusammenarbeit zwischen ihnen beiden nie eine Rolle gespielt. Ihr Nachfolger Michael Sack erinnerte daran, dass sie tiefe Spuren im Kreis hinterlassen habe, denn „du musstest 1787 Beschlüsse des Kreistages mit Deiner Mannschaft umsetzen und hast dich voller Elan an die Arbeit gemacht.“ Mannschaft war das Stichwort für die Ex-Landrätin: Ohne ihre engagierten Mitarbeiter hätte sie nicht so lange an der Spitze der Verwaltung agieren können, sagte sie. Ihr Credo sei immer gewesen: „Bürgerfreundlichkeit fängt damit an, freundlich zu den Bürgern zu sein“, betonte sie. Nun, wo sie deutlich mehr Zeit für die Enkel, Strandspaziergänge und Krimis habe, hoffe sie vor allem auf eines: „Ich will in guter Erinnerung bleiben.“ Dazu soll auch ihr Buch „Die Erste“ beitragen, dass in dieser Woche erschienen ist (die OZ berichtete) und das sie während der gestrigen Feier nach den Auftritten der Musikschule Wolgast und zweier Zinnowitzer Schauspielstudenten eifrig signieren musste.

Die Frau gehört auf die Bühne

Bordel, der Syrbe „als Frau mit Herz und Verstand“ bezeichnete, findet unterdessen , dass es bei Enkeln und Krimis nicht bleiben kann. „Wer die Menschen so mitzureißen versteht, gehört auf die Bühne“, lobte er und forderte Bärbel Syrbe auf, im kommenden Jahr bei „Die Peene brennt“ mitzuspielen. Abgeneigt war die Karlshagenerin nicht.

Über 100 Gäste waren der Einladung in die Wolgaster Stadtbibliothek gefolgt, darunter die halbe Landesregierung. Auch viele Bürgermeister und Kulturschaffende waren zugegen.

Cornelia Meerkatz

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