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Verein kritisiert Forderungen der Verwaltung

Greifswald Verein kritisiert Forderungen der Verwaltung

Im früheren Jugendklub „Pariser“ sollte ein Integrationsprojekt verwirklicht werden

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Das Konzept des Vereins ist gut.“Yvonne Görs, Linke

Greifswald. Deutsch erlernt man besser im Kontakt mit Einheimischen, durch gemeinsame Arbeit, als durch Sprachkurse. „Das ist durch Studien belegt“, sagt Torsten Hildebrandt, Vorstand des Greifswalder Vereins zur Förderung solidarischer Lebensgestaltung. Gleichzeitig würden Vorurteile abgebaut und Orientierungen für Berufe gegeben.

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Im früheren Jugendklub „Pariser“ sollte ein Integrationsprojekt verwirklicht werden

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So ein Projekt wollten Hildebrandt und Mitstreiter im früheren „Pariser“, Kapaunenstraße 20, verwirklichen. Das Gebäude steht leer und sollte für zunächst fünf Jahre verpachtet werden. Der Verein zur Förderung solidarischer Lebensgestaltung war der einzige Bewerber. Für 60000 Euro wollte der künftige Pächter das Ex-Pariser sanieren.

Mit der Begründung, er habe kein nachhaltiges Konzept vorgelegt, wurde der Verein nicht berücksichtigt (die OZ berichtete). Die Begründung überzeugt Hildebrandt überhaupt nicht. Normalerweise würden Häuser in nutzbarem Zustand verpachte, erinnert er. Die aufgestellten Forderungen seien für einen kleinen Verein zu hoch und großteils unbegründet gewesen, sagt er.

In einem Schreiben der Stadt vom Juni 2016 werden das Integrationsprojekt, die Berufsorientierung, die Angebote zur Selbsthilfe gelobt. Dann folgt eine lange Liste von Forderungen. „Es ist eine von einem Architektur- und Planungsbüro verfasste Genehmigungsplanung vorzulegen“, heißt es unter anderem. „Es ist eine Gefährdungsnanalyse vorzunehmen, Holzschutzgutachter sind einzubeziehen“, und so geht es immer weiter. Der Ton des Briefes ist nicht sehr freundlich. Der Verein müsste für einige Tausend Euro in Vorleistung zu gehen, ohne zu wissen, ob er das Haus bekommt. „Das ist nicht zumutbar“, sagt Hildebrandt. Die Verwaltung schätze den Zustand des Hauses offenbar schlechter ein als den des Jugendzentrums „klex“, meint Yvonne Görs, die dort als Jugend- und Sozialarbeiterin tätig ist. „Das stimmt definitiv nicht.“ Das Konzept sei gut. Görs sitzt für die Linke in der Bürgerschaft und im Sozialausschuss. Diskussionen über Verkäufe und Verpachtungen seien nichtöffentlich, erinnert sie. Darum sei es für die Politik schwer, „dazwischenzugrätschen“. Bei nur fünf Jahren Pacht so viel zu investieren und zuvor 10000 Euro für Gutachten auszugeben, das könne der Verein nicht, stimmt sie Hildebrandt zu. Das sieht der Bürgerschaftsabgeordnete Erik von Malottki (SPD) ebenso. Für ihn war der Erhalt des Pariser ein Ziel bei der Bürgerschaftswahl 2015. Wie Yvonne Görs fordert von Malottki, dass das Haus auch nach einem Verkauf der Jugendarbeit dient und in der Kapaunenstraße kein neues Wohnhaus entsteht.

Das will auch Torsten Hildebrandt nicht. Er hätte sich einen Erbbaupachtvertrag für 99 Jahre gewünscht. „Um alles andere, um den Bau, um die Einhaltung der Rechtsnormen würden wir uns kümmern.“ Das Konzept sei umsetzbar. „Wir bringen die nötige Erfahrung für so ein Projekt mit.“

Hildebrandt und Freunde sind bei der laufenden Sanierung der „Straze“ und als Partner des von der EU geförderten Lehrhofs „Schwarze Schafe“ aktiv, haben sich am Aufbau des Begegnungszentrums „Mole“

beteiligt. „Immerhin haben wir 60000 Euro auf den Tisch gelegt“, erinnert Hildebrandt. „Es gab schon Gespräche mit der Agentur für Arbeit, und wir wollten auch kein Geld vom Kreis für Jugendarbeit, sondern mit ihm zusammenarbeiten.“

Für den nunmehr von der Stadt favorisierten Verkauf gibt es bisher einen Interessenten, einen Verein.

Das Projekt für die Kapaunenstraße

Der Verein zur Förderung solidarischer Lebensgestaltung in Greifswald wollte Geflüchteten bis 27 Jahren ihr Ankommen in der Hansestadt erleichtern und zugleich verhindern, dass gut ausgebildete Geflüchtete in die Ballungsgebiete abwandern.

Die deutsche Sprache sollte auch im praktischen Umgang erlernt und Berufsorientierung gegeben werden. Sie sollten Verantwortung übernehmen und Vorurteile abbauen, gleichberechtigte Arbeit von Frauen und Männern.

Die Sanierung des Hauses sollte gemeinsam mit deutschen und geflüchteten Jugendlichen erfolgen.

Ein Begegnungs- und Schulungszentrum sollte im Erdgeschoss entstehen. Für ein Café und Bistro sollten die jungen Leute Verantwortung übernehmen. Neben Veranstaltungen waren Bildungsangebote wie zum Beispiel Deutschkurse geplant.

Im Obergeschoss sollten geflüchtete alleinstehende Frauen (auch Mütter) wohnen können.

Eckhard Oberdörfer

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