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Verein will „Pariser“ übernehmen

Greifswald Verein will „Pariser“ übernehmen

„Jugend kann bewegen“ bewirbt sich bei der Stadt um den Kauf des Hauses Kapaunenstraße 20

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Das farbenfroh gestaltete Haus Kapaunenstraße 20 steht derzeit leer.

Quelle: Eckhard Oberdörfer

Greifswald. Neue Hoffnung für das „Pariser“. Der Greifswalder Verein „Jugend kann bewegen“ will das leerstehende Gebäude Kapaunenstraße 20 von der Stadt erwerben. „Wir wollen hier ein Begegnungszentrum einrichten“, informiert Mitglied Isabell Hübner. Zielgruppe seien Jugendliche im Alter von 14 bis 25 Jahren. Auch Geflüchtete sollen sich hier ganz unkompliziert Montag bis Donnerstag von 14 bis 20 Uhr treffen können. Ferner ist eine Beratungsstelle für verschiedene Gruppen benachteiligter Jugendlicher, darunter schwerpunktmäßig solcher mit Migrationshintergrund, Teil der Pläne.

Es gibt viele Möglichkeiten der Förderung für die Arbeit mit mehrfach diskriminierten Jugendlichen, die wir nutzen wollen.“Isabell Schmidt, Vorstand des Vereins

Der Hintergrund: 1991 waren Jugendliche in das leerstehende Haus eingezogen und hatten es vor dem absehbaren Verfall gerettet. Der Verein „Initiative Kapaunenstraße 20“ bot offene Jugendarbeit an.

Mit der Begründung, dass der Verein keinen nachvollziehbaren Finanzplan und kein sinnvolles und glaubhaftes Betreiberkonzept vorlegen konnte, wurde ihm 2015 gekündigt. Ein erster Anlauf zur Verpachtung für fünf Jahre ist gescheitert (die OZ berichtete). Der Verein zur Förderung solidarischer Lebensgestaltung war der einzige Bewerber. Für 60000 Euro wollte er das Ex-Pariser sanieren.

Die Stadt stellte indes hohe Forderungen an vorzulegende Gutachten und Konzepte bereits vor der Verpachtung für eine vergleichsweise kurze Pachtzeit. Nun plant die Stadt den Verkauf des Hauses.

„Jugend kann bewegen“ hatte unter den angegebenen Bedingungen seinen Hut nicht in den Ring geworfen. „Bei einer fünfjährigen Pachtzeit lässt sich unser Projekt nicht verwirklichen“, begründet Mitglied Maria Schmidt. „Es ist kein Wunder, dass sich niemand weiter beworben hatte.“

Der Verein mit Sitz im Initiativenbüro in der Langen Straße besteht seit 2009. Die derzeit 32 Mitglieder haben bereits Erfahrungen bei verschiedenen Projekten gesammelt. So engagiert sich Isabell Hübner für die solidarische Landwirtschaft, und Maria Schmidt werden viele aus der offenen Nähwerkstatt „Kabutze“ kennen. Einige Mitglieder studieren, andere haben schon einen Abschluss. 2015 gründete der Verein das Netzwerk „Greifswald hilft Geflüchteten“ mit. Mit dem Haus in der Kapaunenstraße könnte noch mehr Schwung in die Arbeit kommen, meinen die Mitglieder. Ein von der Greifswalder Tangram Planwerkstatt erarbeitetes Konzept für eine denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes liegt bereits vor. „Dass etwas für den Schallschutz unternommen werden muss, das ist ganz unstrittig“, bestätigt Isabell Hübner.

Der Verein habe Geld für den Erwerb zusammen, so die beiden Vorstände. Für die Sanierung soll es unter anderem Leih-und Schenkgemeinschaften wie beim Projekt des Kultur- und Initiativenhauses Stralsunder Straße 10 geben. Auch Eigenleistungen und private Darlehen sind Teil des Konzeptes. Bei der Finanzierung der Inhalte setzt der Verein auf die vielfältigen Fördertöpfe bis hin zu denen der EU. Bildungsarbeit, eine mehrsprachige Bibliothek, Schulprojekttage an Vormittagen, Sprachlerngruppen, Workshops und ein interkultureller Treff gehören zu den Plänen des Vereins.

„Wir wollen Möglichkeiten der unkomplizierten Begegnung für Jugendliche schaffen“, betont Maria Schmidt. Dazu gehören Treffs für alle, die sich außerhalb gängiger heterosexueller Normen bewegen. Auch solche für Mädchen und junge Frauen sind geplant. Laut Konzept sollen zwei Teilzeitstellen geschaffen werden, um Kontinuität und Professionalität der Arbeit abzusichern.

Die Beratungsstelle

In einem Anbau auf dem Hof soll eine Beratungsstelle Platz finden.

Die Beratungsstelle für Geflüchtete will ehrenamtliche Hilfeleistungen des Bündnisses „Greifswald hilft Geflüchteten“ koordinieren und organisieren. Außerdem würde eine Erstberatung angeboten. Die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren ist geplant.

Die Beratungsstelle für Mehrfachdiskriminierung (Frauen, Mädchen, Bi-, Trans- und Intersexuelle) in Zusammenarbeit mit „Les Migras“ aus Berlin wäre ein Modellprojekt. Solche Beratungsstellen gibt es bisher nur zwei in Deutschland, in MV noch nicht.

Eckhard Oberdörfer

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