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Vereine können nicht investieren

Greifswald Vereine können nicht investieren

Ursachen sind der Stillstand bei der Gestaltung der Südmole und das resultierende Fehlen der für eine Förderung nötigen langfristigen Pachtverträge.

Greifswald. Die drei Segelsportvereine an der Wiecker Südmole haben ein großes Problem. Sie müssen 2019 für ihre gemeinsame Jugendabteilung bauen. „Das kostet nach ersten Schätzungen 8000 bis 100000 Euro“, erläutert Christian Radicke, der Vorsitzende des Greifswalder Yachtclubs (GYC). „Das geht auch im Verbund mit dem Akademischen Seglerverein und dem Yachtclub Wieck nur mit Fördermitteln des Landessportbundes.“ Für eine Bewilligung der Gelder bedarf es aber Pachtverträgen mit einer Dauer von 25 Jahren. Und die haben zwei der Vereine nicht.

Der Hintergrund: Die Jugendabteilung nutzt bislang die Halle des Uniwassersportzentrums mit. 2019 läuft der Pachtvertrag aus, die Wassersportler müssten bei Verbleib deutlich mehr Geld als jetzt zahlen. „Wenn wir das machen, geben wir in drei, vier Jahren soviel Geld für die Pacht aus, wie wir für den Neubau benötigen“, sagt der Vorsitzende des Akademischen Seglervereins/ASV), Christian Zschiesche. „Dann haben wir nichts gekonnt.“

„Uns geht es nicht anders“, sagt der Vorsitzende des Kanuvereins, Bernd Grommelt. Er lobt die Stadt, weil die im letzten Jahr ganz schnell ein Grundstück in Wieck verpachtete und zur Aufstellung von Containern zur Verfügung gestellt habe, als der Verein in Not war. Die Container seien indes keine Dauerlösung, sagt Grommelt. „Damit unsere Ausrüstung nicht schimmelt, brauchen wir eine Unterbringung, in der die Luft zirkulieren kann. Die finanziellen Reserven seien mit der Anschaffung der Container erschöpft. „Der Landessportbund würde mit 90 Prozent fördern, aber eben nur mit einem Pachtvertrag von 25 Jahren für das Grundstück.“ Noch ein weiterer Verein möchte an der Südmole investieren. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), die Gebäude der früher hier befindlichen Badeanstalt nutzt.

Weil das gesamte Areal der Südmole neu geordnet und damit attraktiver gemacht werden soll, werden Pachtverträge derzeit nur für zwei bis drei Jahre vergeben. Im November 2016 fand dazu ein Workshop statt. OB Stefan Fassbinder (Grüne) schlug ein großes Wassersportzentrum vor für Segler, Surfer, Kanuten und andere. 2018, so hieß es, könnte der Masterplan fertig sein. In so einem Plan würden die konkreten Standorte von Baulichkeiten und deren Zugang zur Wiek festgelegt.

Doch der Masterplan lässt auf sich warten. Seit elf Monaten ruhen die Arbeiten. Stadtsprecherin Andrea Reimann verweist auf fehlende Kapazitäten. Weil Greifswald erst seit der zweiten Julihälfte einen genehmigten Haushalt hat, habe man auch kein Geld für Sitzungen von Arbeitsgruppen, die Ausschreibung und Vergabe von Planungsleistungen gehabt, erklärt sie.

Außerdem gibt es noch ein zweites Areal, das überplant werden soll: Es umfasst die Ortsteile an der Dänischen Wiek, also Friedrichshagen, Eldena, Wieck, Ladebow und Riems. Sie wünschen sich zum Beispiel einen Radweg, der diese fünf Stadtteile verbindet. Für beide Areale soll ein gemeinsamer Masterplan entstehen.

Ende 2017/Anfang 2018, so hofft die Verwaltung, könne man ein Planungsbüro mit den Arbeiten beauftragen. Erst dann wisse man genauer, bis wann der Masterplan fertig ist. Die Themenstellung sei komplex und der zu berücksichtigende Raum groß, erinnert Reimann. Mindestens ein Jahr werde man voraussichtlich brauchen. Anders gesagt, vor 2019 gibt es keinen Masterplan. Ist trotzdem vorher eine Verlängerung der Pachtverträge möglich? Im Einzelfall ja, sagt Bärbel Lenuck, Mitarbeiterin der Pressestelle. Für die Entscheidung seien die Lage des Grundstücks, die Bedeutung der Maßnahme und der für die Realisierung nötige Zeitraum entscheidend.

Eckhard Oberdörfer

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